Tim Walter und Sebastian Schonlau
  • Auch Coach Tim Walter, Kapitän Sebastian Schonlau und der ganzen HSV-Mannschaft geht der Tod von Ikone Uwe Seeler sehr nahe.
  • Foto: WITTERS

HSV-Heimspiel in Zeichen Uwe Seelers: Was Verein und Fans planen

Es waren die emotionalsten 24 Stunden seiner nun 14-monatigen Amtszeit beim HSV. Während im Hintergrund die Planungen für Uwe Seelers Ehrung und Verabschiedung im Volksparkstadion liefen, sprach Tim Walter aus tiefstem Herzen über den Tod der HSV-Ikone. Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock fiel der Fokus auf das Sportliche selbstredend nicht leicht. Niemandem.

„Ich habe sowas auch noch nie erlebt“, offenbarte der Coach zu Beginn einer beispiellosen Pressekonferenz. „Deshalb ist es extrem schwer.“ Vier Stunden zuvor hatte Walter noch mit bedrückter Miene am Uwe-Seeler-Fuß gestanden – und zwei Stunden vorher jeden Selfie-Wunsch der Fans erfüllt.

HSV: Walter wird nach Uwe Seelers Tod emotional

Stets mit einem Grinsen im Gesicht, wohlgemerkt, den anwesenden rund 120 Trainings-Gästen zuliebe. Als dann später, im Presseraum des Vereins, die Stimme des Trainer zu stocken begann, wurde jedem bewusst, wie nah auch Walter der Verlust Seelers geht.


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„Wir haben den größten HSVer aller Zeiten verloren“, hielt der 46-Jährige fest. Jeder seiner Spieler habe gewusst, welch einzigartige Persönlichkeit Seeler gewesen sei. „Aber wir konnten ihn alle nicht kennenlernen, ich auch nicht“, bedauerte Walter. „Das ist etwas, das mich traurig macht.“

Walter würdigt Seeler als „größten HSVer aller Zeiten“

Als er dann eine Szene einer NDR-Doku über Seeler zu zitieren begann, hatte der Coach Tränen in den Augen. „Mir ist hängen geblieben, dass er sagte: Die großen Entscheidungen trifft er, die kleinen seine Frau – und die Ilka entscheidet, was groß und was klein ist. Das fand ich einfach so herrlich und normal.“

Normal ist im Volkspark dieser Tage gewiss nichts. Man werde alles versuchen, am Sonntag zu gewinnen und den Aufstieg zu schaffen, sagte Walter. „Aber wir werden es nie schaffen, Uwes Erbe gerecht zu werden.“ Bei „so einem großen Idol, so einer großen Persönlichkeit“ sei dies schlicht unmöglich – schon gar nicht mithilfe nur eines Spiels. „Wir versuchen unser Bestes, und die ganze Stadt und alle Fans unterstützen uns dabei“, versprach Walter, „aber das wird mit Sicherheit nicht einfach.“

HSV spielt mit Trauerflor gegen Hansa Rostock

Gegen Rostock werden die Teams mit Trauerflor auflaufen, auch eine Gedenkminute wird es geben. Letzteres empfahl die DFL am Freitag auch allen anderen Zweitligisten. Im Volksparkstadion, das auch am Wochenende von Fahnen auf Halbmast umgeben sein wird, wird am Sonntag zudem ein Banner präsentiert, mit dem der HSV seine größte Legende verabschieden, ehren und feiern möchte. Während der Verein weitere Ideen durchgeht, hat der Supporters Club am Freitagabend alle HSV-Fans dazu aufgerufen, am zweiten Spieltag in schwarzer Kleidung in die Arena zu kommen – im Sinne einer „würdigen Choreo“ für Seeler.

„Die Jungs wissen, was Uwe für ein Spieler war, in welchem Licht er auf der ganzen Welt gesehen wurde und gesehen wird“, ergänzte Walter. „Die Tugenden, die Uwe verkörpert hat, für die stehen wir auch. Respekt voreinander zu haben, immer alles zu geben, Energie reinzulegen, freundlich zu sein und trotzdem Spaß zu haben und Ehrlichkeit zu verkörpern.“

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Diese Tugenden, schloss Walter sein emotionales Statement, wolle der HSV künftig „neu aufleben lassen“.

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