Fußballfans in der Allianz Arena während Corona
  • Sieht es so bald wieder in Deutschlands Stadien aus? Wegen hoher Inzidenzen drohen neue Beschränkungen.
  • Foto: imago/ULMER Pressebildagentur

Geisterspiele und proppenvolle Stadien: So sind die Corona-Regeln in Europa

Nicht nur in Deutschland beeinträchtigen die hohen Inzidenzen auch den Spielbetrieb im Fußball und anderen Sportarten. Doch in den europäischen Top-Ligen gibt es derzeit extreme Unterschiede bei der Stadionauslastung.

Weiter volle Stadien in der Premier League, null Zuschauer in den Niederlanden und in Österreich: Entsprechend der derzeitigen Inzidenzen in der Corona-Pandemie gibt es in Europa riesige Unterschiede im Umgang mit den Zuschauer-Beschränkungen.

Neue Beschlüsse der Bundesregierung regeln Stadionauslastung

Nach den neuesten Beschlüssen der Bundesregierung ist klar: In den Stadien in Deutschland wird es vorerst wieder deutlich leerer. Höchstens 15.000 Zuschauer sind an den kommenden Spieltagen zugelassen. Bundesregierung und Länderchefs einigten sich am Donnerstag darauf, dass maximal 50 Prozent der Kapazität genutzt werden dürfen. In Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen sollen im Sport Geisterspiele durchgesetzt werden.

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Wo Zuschauer zugelassen sind, gilt eine Maskenpflicht und die 2G-Regel. Möglich ist, dass zudem noch ein aktueller Corona-Test nachgewiesen werden muss. Die Vorgaben seien „dem Grunde nach verständlich“, sagte Christian Seifert, DFL-Geschäftsführer. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagte mit Blick auf bis zuletzt noch volle Fußballstadien: „Dass man gesagt hat, das kann nicht so bleiben, wie das jetzt ist, und da eine sehr drastische Entscheidung getroffen hat, das ist gut.“ In einzelnen Ländern werde es auch noch weiterreichende Beschränkungen geben.

Aber wie sieht die Situation bezogen auf die Austragung von Spielen im Profifußball eigentlich in anderen Ländern und Top-Ligen aus?

England und Italien: 2G-Nachweis für Stadionbesuch

In England darf weiter vor vollen Zuschauerrängen gespielt werden. Nach den Regeln der Premier League müssen Stadionbesucher aber einen Impf- oder Genesenenstatus nachweisen oder einen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Entscheidung darüber, wer ins Stadion darf und wer nicht, liegt letztlich bei den Klubs selbst.

In Italien dürfen die Stadien bislang zu 75 Prozent gefüllt sein. Ab dem 6. Dezember gilt für die Fans die 2G-Regel. Bezüglich einer Impfpflicht für die Profis gab es bislang keine weiteren Vorstöße. Das sei „ein sehr sensibles Thema“, sagte ein FIGC-Sprecher. Etwa vier bis fünf Prozent der Profis hätten noch keinen gültigen Impfnachweis – auch, weil sie ein nicht in der EU anerkanntes Vakzin erhalten hatten.

Spanien, Frankreich und Schweiz: Volle Stadien trotz hoher Corona-Zahlen

In Spanien gibt es keine spezifischen Einschränkungen für Sportveranstaltungen. Geisterspiele im Fußball sind nicht geplant. Der Corona-Pass (3G) wird jedoch für den Besuch größeren Veranstaltungen in Innenräumen in immer mehr Regionen Pflicht. Angesichts einer Impfquote von fast 80 Prozent dürfte eine Pflicht zur Vorlage eines Corona-Passes aber keine dramatischen Folgen haben.

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In Frankreich blickt die Ligue 1 mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen. Seit Freitag greift in den Stadien wieder eine Maskenpflicht, eine Diskussion über reduzierte Zuschauerzahlen aber gibt es noch nicht. Wie die Regierung kürzlich erklärte, solle die Bevölkerung vor einer Verbreitung des Virus geschützt werden, Training und Wettkämpfe im Sport aber sollten aufrechterhalten werden. Eine Maskenpflicht gilt auch für Sportlerinnen und Sportler in den Arenen, sobald sie den Sport nicht ausüben.

In der Schweiz gilt bei großen Sportveranstaltungen die 3G-Regel – in Fußballstadien gilt sie ab 1000 Zuschauern, soll aber noch auf 300 gesenkt werden.

Tschechien, Niederlande, Polen: Fußball in leereren Stadien

In Tschechien dürfen seit der Ausrufung des Corona-Notstands am 26. November nur noch maximal 1000 Zuschauer und Teilnehmer in Sportstadien sein. Es gilt die 2G-Regel. Trotz der finanziellen Einbußen haben sich die Profi-Verbände für eine Fortsetzung sowohl der Fußball- als auch der Eishockey-Saison entschieden.


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In den Niederlanden hat am 14. November das vorerst letzte Fußballspiel vor Zuschauern stattgefunden. Wettkämpfe dürfen seitdem generell nur ohne Publikum ausgetragen werden. Dies gilt sowohl für den Amateur-, als auch den Profisport. Seit einer Verschärfung der Maßnahmen, die am Sonntag in Kraft trat, müssen alle Sportstätten zwischen 17 und 5 Uhr geschlossen bleiben – davon ausgenommen sind Training und Wettkämpfe im Profisport.

In Polen dürfen seit Juni auf den Zuschauertribünen der Stadien 50 Prozent der Plätze vergeben werden. Geimpfte werden bei dieser Obergrenze nicht mitgezählt. Da es in Polen jedoch keine rechtliche Grundlage dafür gibt, dass Veranstalter Besucher zum Vorzeigen eines Impfnachweises zwingen können, ist diese Regelung eher Theorie.

Gegensatz: Geisterspiele in Österreich, volles Haus in Dänemark

In Österreich sind die Geisterspiele seit Beginn des Lockdowns am 22. November zurück. Auch andere Veranstaltungen im Spitzensport wie zum Beispiel im Tennis gehen nur noch ohne Zuschauer über die Bühne. Alle Sporthallen sind geschlossen. Ausnahmen gibt es für Spitzensportler und den Behindertensport. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 12. Dezember befristet. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass es auch danach bei den Geisterspielen bleibt.

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In Dänemark gibt es Fußballspiele vor ausverkauftem Haus – das ist trotz ähnlich hoher Inzidenz wie der in Deutschland nach wie vor möglich. Die Dänen setzen bei Außenveranstaltungen mit über 1000 Zuschauern wie auch in ganz vielen anderen Situationen auf das Vorzeigen des Corona-Passes. Eine Maske muss man auf den Rängen nicht tragen. Allerdings herrscht nun erstmal Winterpause in der dänischen Superliga. Weiter geht es erst Mitte Februar – und bis dahin kann die Corona-Situation wieder ganz anders aussehen. (aw/dpa)

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