Bastian Hagmaier steht in der Ottenser Hauptstraße
Bastian Hagmaier steht in der Ottenser Hauptstraße
  • Bastian Hagmaier hört als Projektleiter von „FreiRaum Ottensen“ auf.
  • Foto: Florian Quandt

Verkehrsprojekt in der Sackgasse? Ottensens Chefplaner steigt aus!

Herber Rückschlag für das Verkehrsprojekt „freiRaum Ottensen“: Projektleiter Bastian Hagmaier hört auf. Der Chefplaner verlässt auf eigenen Wunsch den Bezirk. Das einstige Vorzeigevorhaben im Zuge der propagierten Mobilitätswende, den Stadtteil im Kern autoarm zu bekommen, wird immer mehr zur Sackgasse. Ein Projekt-Insider übt deutliche Kritik an der Stadt.

„Es trifft zu, dass der aktuelle Leiter seine Tätigkeit auf eigenen Wunsch hin zum Jahreswechsel beendet, um einer neuen beruflichen Herausforderung nachzugehen“, bestätigt Bezirksamtssprecher Mike Schlink auf MOPO-Nachfrage. Der Bezirk wolle zeitnah neu ausschreiben, die „Abteilungsleiterin Mobilität“, also Hagmaiers direkte Vorgesetzte, werde kommissarisch übernehmen.

Immer wieder Klagen gegen Verkehrsprojekt in Ottensen

Doch warum schmeißt Hagmaier, der das bundesweit beachtete Mobilitätsprojekt leitet, plötzlich hin? Dafür soll es mehrere Gründe geben. Zum einen war seine Anstellung in Hamburg befristet, an dem neuen Standort dagegen nicht. Außerdem wird im Bezirk Altona getuschelt, dass die Projektbeteiligten auch von den verschleppten Prozessen durch die Abstimmung mit den vielen Stellen (u.a. Bezirksversammlung, Projektbeirat), immer wieder genervt gewesen seien.

Zudem wird das Projekt von klagenden Anliegern und Anwohnern ständig ausgebremst. Zuletzt hob ein Gericht das Durchfahrtsverbot für einen etwa 100 Meter langen Abschnitt der Großen Brunnenstraße aufgrund eines Formulierungsfehlers wieder auf. Hagmaier zur MOPO: „Ich bin in die Hamburger Verwaltung gegangen, weil mich das Projekt in Ottensen gereizt hat. Es ist keine Entscheidung gegen das Projekt, sondern für die neue attraktive Perspektive.“

„freiRaum Ottensen“: Finanzierung steht noch nicht

Der Weggang des Chefplaners wird als „Verlust“ gewertet, wie ein Insider aus dem Kreis des Projekts verrät. Und weiter: „Seine Kündigung ist in Anbetracht der Rahmenbedingungen nicht verwunderlich. Das Thema Mobilitätswende wird in Hamburg bewusst verschleppt.“

Im Bezirk Altona sieht man den Abgang – zumindest offiziell – recht entspannt. Das Team sei weiterhin auf einem guten Weg, die Arbeit könne „im vorgesehenen Zeitplan“ weitergeführt werden, so der Sprecher.

Das könnte Sie auch interessieren: Autoarmes Zentrum? Initiative reicht das noch lange nicht

Daran darf aber gezweifelt werden. Denn bisher wurden nur wenige Maßnahmen, wie Fahrradbügel auf ehemaligen Auto-Parkplätzen, umgesetzt. Nach MOPO-Informationen stellt man sich im Bezirk außerdem auf zahlreiche Klagen ein, sobald die wirklich großen Umbauten im Bereich Ottenser Hauptstraße und Bahrenfelder Straße losgehen sollen. Erst vor zwei Wochen wurde veröffentlicht, dass die Umsetzung 2025 starten werde – also nach Auslaufen der Verträge des restlichen Projektteams. Abgesehen davon, steht die Finanzierung von 6,7 Millionen Euro für das Projekt nach MOPO-Informationen noch lange nicht. Immerhin: Einen Teil bekommt die Stadt vom Bund.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp