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Autos fahren über die Köhlbrandbrücke in Hamburg
  • Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen (Archivbild).
  • Foto: picture alliance/dpa

„Abstruse Ideen“: Köhlbrandbrücke sorgt für neuen Streit in der rot-grünen Koalition

Die Zukunft der Köhlbrandbrücke sorgt mitten in der Sommerpause für einen Streit zwischen Rot und Grün in Hamburg. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hatte sich für einen Erhalt ausgesprochen – aus der SPD gab es umgehend scharfe Kritik.

„Ich finde es eigentlich immer ganz gut, wenn man erstmal in seinem eigenen Bereich seine Hausaufgaben macht. Das kommt mir nicht immer ganz so vor, dass das passiert. Jetzt versucht er sich als Wirtschaftssenator mit irgendwelchen abstrusen Ideen wieder mal in den Vordergrund zu spielen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Kienscherf im NDR-Sommerinterview.

Kienscherf: „Können Köhlbrandbrücke nicht erhalten“

Kienscherf sprach die für große Containerfrachter zu geringe Höhe der Brücke von 1974 an und sagte: „Wir kennen das Thema Durchfahrtshöhe, wir wissen aber auch, dass die Köhlbrandbrücke nicht erhalten werden kann.“

Kerstan hatte am Montag dafür plädiert, einen möglichen Erhalt der in die Jahre gekommenen Köhlbrandbrücke erneut zu prüfen – als erstes Mitglied des rot-grünen Senats. Wenn ein 15 Jahre altes Gutachten der Hafenbehörde, über das die „Zeit“ jüngst berichtet hatte, dies als möglich erachtet habe, „sollte man durchaus noch einmal prüfen, ob ein Erhalt der Köhlbrandbrücke nicht doch möglich ist“, hatte der Grünen-Politiker dem „Abendblatt“ gesagt. „Das ist jedenfalls meine Privatmeinung.“

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Auch bei Hansjörg Schmidt traf Kerstans Wunsch nicht auf Verständnis. „Der selbsternannte Wirtschaftssenator sollte vielleicht wissen, dass es bei der Köhlbrandbrücke immer auch um die Durchfahrtshöhe geht“, schrieb der Chef der SPD Hamburg-Mitte und Abgeordnete in der Bürgerschaft auf X.

Senat: Gutachten zur Köhlbrandbrücke „in wesentlichen Aussagen überholt“

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Götz Wiese hatte der Senat vor wenigen Tagen erklärt, dass das von der „Zeit“ zitierte Gutachten aus dem Jahr 2008 „in seinen wesentlichen Aussagen überholt“ sei. Eine Prüfung des Bauwerks habe im vergangenen Jahr ergeben, dass sich die Brücke „in einem nicht ausreichenden Zustand“ befinde.

Auch bei einem weiteren Streitthema der Koalition – der Wärmewende – ließ Kienscherf kein gutes Haar am grünen Senator: „Herr Kerstan hat ja nun zugesichert, dass er das, was wir als SPD schon gefordert haben, nun umsetzen will. Wir sind alle gespannt. Wir werden ihn dabei unterstützen.“ (dpa/fbo)

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