Der Görtz-Flagship-Store in der Spitalerstraße.
  • Der „Görtz“-Flagship-Store in der Spitalerstraße.
  • Foto: dpa

Nun ist es offiziell: Dieser Investor soll den Hamburger Schuhriesen Görtz retten

Die MOPO hatte es schon vorab exklusiv berichtet, nun ist es offiziell: Das traditionsreiche Schuhhaus „Görtz“ bekommt einen neuen Investor. Er könnte die letzte Chance für das 1875 gegründete Traditionshaus sein.

Der neue Investor könnte die letzte Chance für das Hamburger Traditionshaus sein, das im Jahr 1875 von Johann Ludwig Görtz gegründet wurde und das vor dem im vergangenen September beantragten Insolvenzverfahren 160 Filialen unterhielt. Derzeit betreibt Görtz nur noch 70 Filialen, sieben davon in Hamburg.

„Görtz“ stellt neuen Investor vor

„Als Traditionsunternehmen ist Görtz nicht vom Markt wegzudenken. Nach seiner umfangreichen Transformation sehen wir großes Potential, das Unternehmen mit den richtigen Partnern und einer klaren Kundenorientierung wieder stabil aufzustellen“, sagt Bolko Kissling. Görtz-Chef Frank Revermann: „Mit der CK Technology Solutions GmbH haben wir einen erfahrenen Partner gefunden, der Görtz helfen wird, die Neuausrichtung erfolgreich zu meistern.“

Der Hamburger Geschäftsmann Bolko Kissling (hier mit Society-Lady Trixi Millies). Imago
Bolko Kissling und Trixi Millies
Der Hamburger Geschäftsmann Bolko Kissling (hier mit Society-Lady Trixi Millies).

Eine Investorenvereinbarung wurde bereits unterzeichnet und notariell beurkundet. Nun müssen noch die Gläubiger den Sanierungsplänen zustimmen, damit das Unternehmen das Sanierungsverfahren wieder verlassen kann. Spätestens zum 31. Juli soll es soweit sein, so der Plan.

Darum rutschte Görtz in die roten Zahlen

Im September 2022 war Görtz zum Sanierungsfall geworden, damals beantragte die Muttergesellschaft ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung, für zwei Töchter wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Begründet wurde die Entwicklung mit dem Ukraine-Krieg, der hohen Inflation und steigenden Energiepreisen, die zu „enormer Kaufzurückhaltung in den Filialen und im Onlinegeschäft“ geführt hätten. Das Verfahren wurde wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet.

Im Februar hatte es den ersten Hoffnungsschimmer für das Unternehmen gegeben. Die Fürderhin GmbH von Leonie und Burkhard von Wangenheim erhielt den Zuschlag zum Einstieg bei Görtz. Doch Mitte Mai sprang das Paar überraschend wieder ab. Möglicher Grund für den Rückzug war die schlechte wirtschaftliche Geschäftsentwicklung, die deutlich hinter den Erwartungen zurücklag.

Wird nun alles gut? Auch der Einstieg des neuen Investors bedeutet offenbar nicht, dass die Schließung weiterer Filialen vom Tisch ist. Wie die MOPO vor wenigen Tagen berichtete, soll Görtz die Mietverträge für 19 Geschäfte gekündigt haben. Unter anderem Filialen in München und Frankfurt sollen davon betroffen sein.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp