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Elektromobile für Senioren dürfen auch auf der Straße gefahren werden.
  • Elektromobile für Senioren dürfen auch auf der Straße gefahren werden.
  • Foto: IMAGO / Roland Hartig

Ernsthaft? Bezirkschefin plädiert für Senioren-Scooter als Alternative zum Auto

Wie können sich ältere Menschen in Hamburg am einfachsten und sichersten fortbewegen? Immer wieder kocht in dieser Diskussion die Frage hoch, ob Seniorinnen und Senioren ab einem bestimmten Alter zum Führerschein-Test gehen sollten. Aber was, wenn das Auto als Fortbewegungsmittel dann auf einmal nicht mehr zur Verfügung steht? Altonas Bezirkschefin Stefanie von Berg (Grüne) brachte jetzt eine Alternative ins Spiel, die aus ihrer Sicht noch viel zu stigmatisiert ist – aber auch deutlich langsamer.

Die Rede ist von drei- oder vierrädrigen E-Scootern mit Sitz – auch Elektromobile, Senioren-Scooter oder Senioren-Mobile genannt. „Ich finde, dass diese Scooter für ältere Menschen entstigmatisiert werden sollten. Ich finde die Roller praktisch, man ist gut mit ihnen unterwegs“, sagte von Berg am Montagabend bei einer Veranstaltung mit älteren Bürgern im Gemeindesaal von St. Anschar in Eppendorf.

Senioren-Scooter: Bezirkschefin plädiert für diese Auto-Alternative

Dort bekräftigte die Grünen-Politikerin ihre Position, verpflichtende Fahrtests für Menschen ab 75 Jahren einzuführen, „um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen“. Es sei nun einmal eine Tatsache, dass mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit steige, dass Fähigkeiten wie Hören oder Sehen abnähmen. Um das zu prüfen, bräuchte es sowohl Medizin- und Reaktionstests als auch sogenannte Rückmeldefahrten, bei denen ein ausgebildeter Fahrlehrer das Fahren überprüft.

Stefanie von Berg (Grüne). Florian Quandt
Stefanie von Berg (Grüne).
Stefanie von Berg (Grüne)

Was aber, wenn das Auto im Alter dann tatsächlich nicht mehr in Frage kommt? „Wir müssen den Öffentlichen Nahverkehr weiter und vor allem altersfreundlich ausbauen“, sagte von Berg. Aber auch günstige Fahrdienste, wie „hvv hop“, der bis Jahresanfang in Osdorf und Lurup unterwegs war und nach Harburg zog, müsse sich die Stadt leisten.

Wie schnell sind die Elektromobile unterwegs?

Und dann brachte sie eben noch die Elektromobile ins Spiel. Das sind offene, drei- oder vierrädrige Fahrzeuge mit einem Lenker, die per Batterie betrieben werden. Sie sollen Senioren Selbstständigkeit zurückgeben und sind laut dem ADAC ein „wichtiger Faktor, um in der näheren Umgebung am sozialen Leben teilnehmen zu können.“

Die Senioren-Scooter können bis 15 km/h von der Krankenkasse bezuschusst werden. imago/Geisser
Die Senioren-Scooter können bis 15 km/h von der Krankenkasse bezuschusst werden.
Die Senioren-Scooter können von der Krankenkasse bezuschusst werden.

Rein rechtlich gelten diese nicht ganz so flotten Flitzer als motorisierte Krankenfahrstühle. Einen Führerschein brauchen die Nutzer nicht, solange das Gefährt nicht schneller als 15 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, ohne Fahrer nicht mehr als 300 Kilo wiegt und nicht breiter als 1,10 Meter ist. Für alle anderen Fahrzeuge, die bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreichen können, braucht es hingegen mindestens einen Mofa-Führerschein oder die Fahrerlaubnis AM, mit dem Microcars gefahren werden dürfen. Diese gelten aber nicht mehr als Krankenfahrstühle.

Wie viel kosten die Elektromobile für Senioren?

Preislich geht es bei ungefähr 1000 Euro los – ähnlich wie bei E-Bikes. Nach oben sind aber auch hier keine Grenzen gesetzt: Um die 15.000 Euro können Kunden für die Senioren-Scooter ausgeben, wenn sie möchten. Die Krankenkasse bezuschusst solche Mobile ganz oder zum Teil. Dazu braucht es allerdings unter anderem eine ärztliche Bescheinigung, dass die Person auf ein derartiges Elektromobil angewiesen ist.

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Wer sich ein Elektromobil angeschafft hat, der darf in Schrittgeschwindigkeit – also um die sechs Kilometer pro Stunde – auf dem Gehweg oder auch in Fußgängerzonen fahren. Wer schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren will, darf auch auf die Straße ausweichen – ob das wiederum so sicher ist?

Der Verein „Das sichere Haus“ warnte in Hamburg bereits vor den Risiken der Scooter: Das Elektromobil könne zum Beispiel kippen, wenn unvorhergesehene Geschehnisse abrupte Lenkmanöver erfordern. Generell gilt: Nur Personen, die körperlich und geistig dazu in der Lage sind, können mit den Scootern sicher am Straßenverkehr teilnehmen. Radwege sind übrigens tabu, außer es wird durch ein entsprechendes Zusatzzeichen ausgeschildert.

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