Lionel Messi und Wout Weghorst im Viertelfinalspiel der WM in Katar
Lionel Messi und Wout Weghorst im Viertelfinalspiel der WM in Katar
  • Lionel Messi verstand sich im WM-Viertelfinale nicht besonders gut mit dem Ex-Wolfsburger Wout Weghorst (r.).
  • Foto: IMAGO / ANP

„Dummkopf!“ Messi giftet gegen Ex-Bundesliga-Star – mitten im TV-Interview

Lionel Messi beschwor seinen inneren Diego Maradona, als es nach dem dramatischen Halbfinal-Einzug aus Argentiniens Superstar herausplatzte. „Was guckst du so, Dummkopf?“, giftete Messi, der nach einer mitreißenden WM-Nacht gar sein TV-Interview unterbrach, um den niederländischen Stürmer Wout Weghorst vor laufenden Kameras anzublaffen. Der Ausbruch ging natürlich viral.

„Die Nummer 19 von ihnen, die reinkam und gleich begann zu provozieren”, habe Messi gemeint, wie er nach dem Viertelfinal-Triumph gegen die Niederländer (4:3 i.E.) zu verstehen gab, auch wenn ihm Weghorsts Name offenbar nicht einfiel. Wahrscheinlich nervte „La Pulga” neben einigen Scharmützeln auch, dass der erst in der 78. Minute eingewechselte Ex-Wolfsburger sein Team mit einem Doppelpack (83./90.+11) bis ins Elfmeterschießen gezwungen hatte.

Ex-Wolfsburger Weghorst sorgt für Messi Ausbruch

Doch Weghorst war nicht der Einzige, auf den Messi nach der Schlacht mit Rudelbildungen, 17 Gelben und einer Gelb-Roten Karte nicht gut zu sprechen war. Bondscoach Louis van Gaal mit seiner pragmatischen Spielweise hatte Messi erzürnt. „Van Gaal verkauft es so, dass sie gut Fußball spielen und dann schlagen sie nur die Bälle”, ätzte der der sechsmalige Weltfußballer.


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Außerdem hatte der frühere Bayern-Trainer vor der Partie Messis Defensivverhalten als Schwachstelle ausgemacht, was jener wohl nicht auf sich sitzen lassen wollte und trotzig in den Maradona-Modus schaltete. „Ich werde van Gaal auch keine Ratschläge geben, aber es ist nicht leicht, ihn dazu zu bringen, wütend zu spielen”, sagte Nationaltrainer Lionel Scaloni lächelnd: „Ich weiß nicht, ob er wütend ist, aber ihn so spielen lassen, wie er heute gespielt hat? Das ist aufregend.”

Messi muss sich bei seinem Torwart bedanken

Obwohl Messi so leichtfüßig zauberte wie das gesamte Turnier über nicht, das 1:0 von Nahuel Molina (35.) mit einem Pass aus einer anderen Dimension vorbereitete und selbst per Elfmeter erhöhte (73.), drohte jedoch nach dem Weghorst-Doppelpack der Traum vom größtmöglichen Triumph bei seiner fünften und letzten WM plötzlich zu platzen. Nur weil Torwart Emiliano „Dibu” Martinez im Elfmeterschießen zweimal parierte, durften die argentinischen Medien trotzdem ihren Star in den Himmel heben.

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„Noch eine Nacht für die Geschichte. Messi, der Beste von allen, legt sich die Welt zu seinen Füßen”, schrieb La Nacion. Und wahrlich scheint Messi beim Wüstenturnier eine erstaunliche Metamorphose durchzumachen. So weit entfernt wirkt die 1:2-Pleite aus dem Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien, als er komplett abgemeldet gewesen war. Mittlerweile erzielte der 35-Jährige vier Turniertore und zog durch seinen insgesamt zehnten WM-Treffer mit Argentiniens Rekordschützen Gabriel Batistuta gleich.

Messi vor nächster Bestmarke

Im Halbfinale gegen Brasilien-Bezwinger Kroatien am Dienstag (20 Uhr MEZ) wird Messi mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Bestmarke von WM-Rekordspieler Lothar Matthäus (25 Einsätze) einstellen, die er dann im Finale mit dem goldenen Pokal in der Hand übertreffen kann. So will es ganz Argentinien, das nach dem dritten Titel nach 1978 und 1986 dürstet – und auch Messis Idol, das von seiner Wolke zuschaut. „Nun haben wir eine Last auf unseren Schultern”, gestand Messi: „Wir haben es von Anfang an gesagt. Diego sieht uns von oben zu. Er pusht uns und wir hoffen, dass es bis zum Ende so bleibt.” (sid/nswz)

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