Schwedens Nationalstürmer Marcus Berg ließ beim 0:0 gegen Spanien eine Großchance liegen.
  • Schwedens Nationalstürmer Marcus Berg ließ beim 0:0 gegen Spanien eine Großchance liegen.
  • Foto: IMAGO / TT

Nach Hasskommentaren: „Liebeschat“ für Ex-HSV-Profi Marcus Berg

Harte Kritik und die Rolle als „Sündenbock“ ist Marcus Berg aus seiner Zeit beim HSV (2009-2013) gewohnt. Doch was der Schwede nach dem 0:0 gegen Spanien erlebte, war eine andere Hausnummer.

Berg war nach einer vergebenen Großchance beim EM-Auftakt in Sevilla am Montagabend in den sozialen Netzwerken heftig angefeindet worden. In der 61. Minute hatte der 34-Jährige nach Vorlage von Alexander Isak aus vier Metern das Tor verfehlt. Es folgten unzählige Hasskommentare. Teilweise so schlimm, dass der schwedische Verband einige davon an die Polizei weiterleitete und Strafanzeige stellte.

Hass im Netz: Marcus Berg bezieht öffentlich Stellung

„In der Öffentlichkeit ist es oft alltäglich, aber es ist nichts, was man akzeptieren sollte“, bezog Marcus Berg später bei Instagram Stellung. „An alle, die Opfer von Hass sind, sende ich meine ganze Unterstützung und Liebe. Wir müssen darüber reden und dagegen vorgehen.“ Vor allem Jugendliche und Kinder sollten vor so einem Verhalten bewahrt werden, sagte Berg weiter. Torhüter Robin Olsen wertete die Ereignisse gegenüber der schwedischen Zeitung „Expressen“ als „unglaublich niederes“ Verhalten. Die gesamte Mannschaft stehe voll hinter ihrem „sehr wichtigen“ Angreifer.

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Es ist nicht der erste Fall von Hasskommentaren, mit dem sich die schwedische Nationalmannschaft rund um die EM beschäftigen muss. Kurz vor dem Turnier geriet Dejan Kulusevski in das Visier der Social-Media-User. Vom jungen Schweden, der positiv auf Corona getestet worden war, kursierte ein Party-Video im Netz. Es folgten auch gegen Kulusevski heftige Reaktionen.

Von 2009 bis 2013 stand Marcus Berg beim HSV unter Vertrag.
Von 2009 bis 2013 stand Marcus Berg beim HSV unter Vertrag.

Teamkollege Sebastian Larsson verurteilte damals gegenüber der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ auch das Nicht-Eingreifen von Facebook, Twitter und Co: „Es macht mich traurig, dass die großen Unternehmen kein Interesse daran haben, etwas dagegen zu unternehmen. Diejenigen, die so etwas schreiben, müssen dafür verantwortlich gemacht werden. Es fällt mir sehr schwer zu sehen, dass sie es jemandem direkt ins Gesicht zu sagen.“

Schweden: „Liebeschat“ als Unterstützung für Berg

„Aftonbladet“ hatte nach den neuerlichen Vorfällen jedenfalls genug von Hasskommentaren – und fing an, die Stimmung ins genaue Gegenteil zu lenken. Das Blatt richtete nun einen eigenen „Liebeschat“ für Marcus Berg ein. „Wir stehen als ganzes Land hinter Dir, lass die Mobber nicht gewinnen“, schrieb dort zum Beispiel User „jempa“.

Vielleicht wirft Berg einen Blick darauf – und bringt die Hasskommentatoren im Spiel gegen die Slowakei am Freitag (15 Uhr) endgültig zum Schweigen.

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