Jonas Boldt und Marcell Jansen
  • „Wissen, wer seit drei Jahren alle Unterstützung bekommt“: Laut Aufsichtsratschef Marcell Jansen (r.) ist das Jonas Boldt.
  • Foto: imago images/Metelmann

Jansen nimmt Boldt in die Pflicht – und vermeidet weiter klare HSV-Aussagen

Der Präsident hat gesprochen. Wobei: Im Zuge der momentan herrschenden Ungereimtheiten innerhalb der HSV-Führung ist es wohl bedeutender, dass Marcell Jansen dies am Samstag in seiner Funktion als Aufsichtsratschef tat. Mit seinen wenig nach Klartext klingenden Aussagen schob der Ex-Profi am Samstag den Sprechball weiter. Jansens auch zwischen den Zeilen vermittelte Botschaft jedoch konnte aufhorchen lassen.

Es hörte sich bei bloßem Lauschen an wie ein Bekenntnis zu Sportvorstand Jonas Boldt. „Wir wissen, wer seit drei Jahren in der sportlichen Verantwortung steht und alle Unterstützung bekommt“, sagte Jansen nach dem Benefiz-Spiel für ukrainische Kriegsleidende. „Es ist seit 14 Jahren in diesem Verein der Wunsch, dass der Aufsichtsrat nicht zu allem Stellung bezieht, weil er für die Vorstände zuständig ist. Und so lassen wir das auch.“

HSV-Machtkampf: Jansen-Bekenntnis zu Boldt?

Mit ebenjenen Vorständen, Boldt und Dr. Thomas Wüstefeld, habe das Kontrollgremium am Mittwoch „super Gespräche“ gehabt, bilanzierte Jansen. Selbstverständlich habe es von ihm und seinen Kollegen im Aufsichtsrat „klare Forderungen“ gegeben, erklärte der 36-Jährige.


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Schließlich sei es der „Anspruch des HSV“, nach „so einer Saison den nächsten Schritt zu gehen“. Jansen weiß, dass der Aufstieg auch unter Boldts Regentschaft nun schon das dritte Mal nicht gelungen ist. Ein Wort zu Coach Tim Walter oder Sportdirektor Michael Mutzel, deren Zukunft per se nicht in der Hand des Aufsichtsrates, sondern in Boldts liegt, verlor er nicht.

Präsident Jansen nimmt HSV-Vorstand in die Pflicht

„Das ist dann auch nicht unsere Aufgabe“, sagte Jansen stellvertretend für die Kontrolleure. „Alles andere müssen die Vorstände mit ihren Mitarbeitern schön selbst regeln.“ Konkreter wurde es nicht.

Nach dem leisen Bekenntnis zu Boldt nahm Jansen den Sportvorstand also auch in die Pflicht. Schließlich ist auch der Aufsichtsrat daran interessiert, dass Boldt und Mutzel ihre vermeintlichen Differenzen alsbald beilegen. Denn bei Unklarheit über die Verantwortung in Sachen Kaderplanung geht wichtige Zeit verloren.

Differenzen zwischen HSV-Bossen Boldt und Mutzel?

Noch ist Mutzel am Steuer, bereitet die anstehende Transferperiode auf der Zu- und Abgabeseite vor. Der 42-Jährige dementiert die Darstellung, er habe sich im Gegensatz zu Boldt von Walter abgewandt. Dem Trainer auch mal kritische Hinweise zu geben, sieht er als Teil seiner Aufgabe.

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Doch wo liegt dann das Problem? Auch zwischen Boldt und Wüstefeld, denen ebenfalls ein belastetes Verhältnis nachgesagt wird? Darüber können die Bosse wohl nur selbst aufklären. Wenn sie denn sprechen. Klartext.

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