Gegen HSV-Präsident Marcell Jansen gibt es zwei Abwahl-Anträge.
Gegen HSV-Präsident Marcell Jansen gibt es zwei Abwahl-Anträge.
  • Gegen HSV-Präsident Marcell Jansen gibt es zwei Abwahl-Anträge.
  • Foto: WITTERS

„Er ist Teil des Problems“: Offiziell! Zwei Abwahl-Anträge gegen HSV-Präsident Jansen

Schon länger war klar, dass es auf der am 21. Januar stattfindenden Mitgliederversammlung des HSV e.V. mindestens einen Abwahlantrag gegen Vereinspräsident Marcell Jansen geben würde. Die entsprechenden Schreiben gingen fristgerecht beim HSV ein. Mit Veröffentlichung der Einladung zu der Versammlung ist seit Freitag auch offiziell bekannt, von dem die Anträge stammen – und wie die Antragssteller diese begründen.

Auf der Tagesordnung sind unter Punkt 19 zwei Abwahlanträge gegen Jansen zu finden. Der erste stammt von dem Hamburger Rechtsanwalt Till Hischemöller, der nach eigenem Bekunden seit 2013 HSV-Mitglied ist. Seine Forderung, Jansen als Präsidenten des e. V. abzusetzen, begründet er zunächst wie folgt: „Aus meiner Sicht ist Herr Jansen nicht geeignet, das Amt als Präsident des Hamburger Sport-Verein e.V. weiterhin auszuüben.“

HSV-Mitgliederversammlung steigt am 21. Januar im CHH

Anschließend listet Hischemöller auf dreieinhalb Seiten auf, was er dem Ex-Profi vorwirft, darunter „Auswahlversagen“ und eine „grob fahrlässige Verletzung von Kontrollpflichten“ in Bezug auf den zurückgetretenen Ex-Vorstand Thomas Wüstefeld. Zudem nennt das HSV-Mitglied mit der Mitgliedsnummer 688910: „Unterlassene Suche nach einem neuen Finanzvorstand“; „Inkonsequenter Umgang mit Klaus-Michael-Kühne“; „Undurchsichtige Berufung des Investoren Detlef Dinsel in den Aufsichtsrat“; die „Demission von Lena Schrumm“, die derzeit noch im Aufsichtsrat sitzt, und einen „Vertrauensentzug durch die Mehrzahl der Anteilseigner“


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Abschließend formuliert Hischemöller: „Ein weiteres – und letztlich entscheidendes – Problem ist Herrn Jansens zerrüttetes Verhältnis zu Jonas Boldt (Sportvorstand, d. Red.)“. Der Anwalt kommt zu dem Fazit: „Nach allem steht fest, dass Herr Jansen nicht mehr den Rückhalt und das Vertrauen genießen kann, um den HSV als Vereinspräsident und Vertreter des Mehrheitsgesellschafters der AG aus der Krise zu führen, dazu sind seine Defizite einfach zu offensichtlich.“

Mitglieder erheben schwere Vorwürfe gegen HSV-Präsident Jansen

Und weiter: „Herr Jansen sagt immer, es zähle nur der HSV und deshalb wäre es an der Zeit, dass er nach dieser Maxime handelt, im Sinne des HSV Konsequenzen zieht und den Weg ebnet für einen unbelasteten Nachfolger als Repräsentant dieses tollen Vereins. Anderenfalls müssen ihn die Mitglieder zum Wohle des Vereins abwählen. Der HSV hat einen besseren Präsidenten verdient!“

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Der zweite Abwahl-Antrag stammt von Ulrich Becker. Das HSV-Mitglied mit der Mitgliedsnummer 308538 fordert nicht nur, Jansen als Präsidenten abzuwählen, sondern auch, „ihn von allen Ämtern, die mit der Position in Verbindung stehen, zu entbinden“. In seiner Begründung erklärt Becker in wenigen Sätzen: „Marcell Jansen hat es bisher nicht vermocht den Verein aus den negativen Schlagzeilen herauszuhalten, sondern er ist bis heute, häufig Teil der Diskussion und des Problems. U.a. durch seine wirtschaftlichen Verbindungen, speziell zu Thomas Wüstefeld, war er bei seinen Entscheidungen nie frei von Zwängen und Sympathien. Speziell im Aufsichtsrat der AG werden mittlerweile Entscheidungen getroffen, die er als Vorsitzender nur noch begleitet, statt zu gestalten.“

Becker stellt eine „ausführliche mündliche Begründung“ seines Antrags auf der Versammlung in Aussicht. Die startet am 21. Januar um 11 Uhr und findet im CHH am Dammtor statt. Für interessierte Mitglieder, die nicht in Präsenz teilnehmen können, wird es einen Livestream geben.

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