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Steffen Baumgart stemmt die Hände auf die Knie.
  • Coach Steffen Baumgart und der 1. FC Köln stecken tief in der Krise.
  • Foto: IMAGO / Thomas Frey

„Wenn ich irgendeinen Scheiß erzähle“: Baumgart nach nächster Köln-Pleite bedient

Steffen Baumgart war derart bedient, dass er zunächst weder Lust auf Parolen noch auf Etikette hatte. „Wir sind in einer Scheißsituation, die nicht besser wird, wenn ich hier irgendeinen Scheiß erzähle“, kommentierte der frustrierte Trainer des krisengeplagten 1. FC Köln das Pokal-Aus des Bundesliga-Vorletzten beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern.

Als sich Baumgart etwas später wieder berappelt hatte, nahm er sich als Folge des turbulenten 2:3 (0:1) auf dem Betzenberg in die Pflicht. „Ich bin weiter derjenige, der die Verantwortung dafür trägt, nicht die richtigen Lösungen gefunden zu haben“, sagte der Coach, der den Duck vor dem Ligaspiel am Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) spürt: „Außen werden alle unruhig. Aber meine Situation hat sich nicht verändert. Wir sind klar im Umgang.“

Geschäftsführer Keller forder eine Reaktion seines Klubs

Äußerst klar im Umgang war auch Christian Keller. Die Antworten des Geschäftsführers auf die bohrenden Fragen wirkten wie mehrere Teile einer Brandrede. „Wir sind die individuell klar besser besetzte Mannschaft. Aber auf dem Platz hat man das lange nicht gesehen“, kommentierte Keller das zwischenzeitliche 0:3: „Der Kopf hat die Beine blockiert.“

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Als Konsequenz forderte der Chef endlich eine Reaktion auf die Misere seines Klubs, der in der Liga erst ein Spiel gewinnen konnte und vor dem Pokal-Aus eine Abreibung bei RB Leipzig (0:6) verkraften musste. „Die Situation wird sich nicht verändern, wenn wir uns selbst bemitleiden“, sagte Keller: „Viel schlimmer als das Ausscheiden im Pokal und Platz 17 geht nicht. Ab und zu hat man ausgeredet – dann muss man einfach mal machen.“

Köln verpasst Pokal-Prämie von fast einer Million Euro

Tatsächlich hatten die Kölner Profis beim stimmungsvollen Traditionsduell vor 49.327 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion über weite Strecken viel zu wenig gemacht. Richmond Tachie (19.), Kenny Prince Redondo (47.) und Marlon Ritter (65.) trafen für den Zweitliga-Sechsten, der sich die Prämie in Höhe von 862.400 Euro für den Achtelfinal-Einzug sicherte. Daran änderten auch die späten Kölner Tore von Florian Kainz (71.) und Mark Uth (81.) nichts, zumal der FC das Spiel zu zehnt beendete: Kapitän Kainz sah in der 84. Minute Rot wegen groben Foulspiels. Fünf Minuten zuvor hatte der bereits ausgewechselte Eric Martel Gelb-Rot wegen unsportlichen Verhaltens kassiert.

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Die Niederlage im 100. Duell mit dem FCK, dessen Ikone Fritz Walter am Dienstag 103 Jahre alt geworden wäre, sorgte bei den Kölner Fans für miese Stimmung. Nach dem Abpfiff warteten die Profis vergeblich auf die Aufmunterung der 4000 mitgereisten Anhänger. Lediglich ein paar Pfiffe unterbrachen die Stille im Gästeblock. „Die Fans waren unzufrieden – das kann man nachvollziehen“, sagte Torwart Marvin Schwäbe.

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Uth gestand derweil ein, dass die Spieler mental angeschlagen sind. „Wenn man in so einer Negativspirale ist, geht irgendwann der Kopf an“, sagte der Torschütze, für den ein Sieg gegen Augsburg Pflicht ist: „Wir wissen, was auf dem Spiel steht – wir müssen das Spiel gewinnen.“ Andernfalls pfeifen die Fans sicher wieder – und Baumgart auf die Etikette. (sid/mg)

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