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Tayfun Korkut
  • Tayfun Korkut versucht seine Mannschaft mit einer emotionalen Ansprache für das wichtige Duell gegen Gladbach zu motivieren.
  • Foto: imago/Matthias Koch

Hertha-Coach Korkut mit Brandrede: „Scheiß auf mich!“

Hertha BSC steht aufgrund der Talfahrt in der Bundesliga mit dem Rücken zur Wand. Sportchef Fredi Bobic nahm vor dem wichtigen Abstiegsduell in Gladbach die gesamte Mannschaft in die Pflicht.

Tayfun Korkut scharte die Krisen-Profis von Hertha BSC um sich und setzte zu einer emotionalen Brandrede an. „Scheiß auf mich! Scheiß auf mich!“, rief der bislang glücklose Trainer des Abstiegskandidaten seinen Spielern beim Training am Dienstag entgegen: „Ich will, dass ihr gewinnt. Das ist eure Zukunft. Das ist nicht meine Zukunft.“

Hertha BSC: Tayfun Korkut und Fredi Bobic appellieren an gesamte Mannschaft

Zuvor hatte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic in einer mit Spannung erwarteten Presserunde den Coach und die gesamte Mannschaft in die Pflicht genommen. Im Kellerduell beim Tabellen-13. Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ist verlieren verboten.

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„Die Tabellensituation ist jedem bewusst, die ist sehr gefährlich“, sagte Bobic. Das Team wisse, „dass wir liefern müssen und der Trainer weiß auch, dass wir am Wochenende punkten müssen“. Bislang hatte Bobic Korkut trotz des Absturzes auf Relegationsrang 16 und keinem Sieg im Jahr 2022 eine Jobgarantie gegeben.

Fans skandierten: „Korkut raus!“

Die Aussagen über Korkut vom Dienstag klangen nun einerseits unterstützend – andererseits fordernd. „Ich habe das komplette Vertrauen bei ihm. Es ist auch in der Mannschaft genau das Gleiche. Das ist klar. Nur das muss gemeinsam erfolgen“, so Bobic: „Den Zauberer auf Knopfdruck gibt es ja in der Form auch nicht. Aber es ist klar – und das habe ich ja nochmal gesagt: Am Samstag müssen wir punkten.“

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Ungemütlich war die Situation für Korkut bereits am vergangenen Samstag nach der schwachen Leistung bei der 1:4-Pleite gegen Eintracht Frankfurt – Fans im Olympiastadion skandierten „Korkut raus!“. Doch für Bobic, der danach zunächst nicht öffentlich gesprochen hatte, habe eine Entlassung nie zur Debatte gestanden. Er verteidigte den Coach, der Pal Dardai erst im November ersetzt hatte, obwohl er in seinen bislang zwölf Ligaspielen auf einen Punkteschnitt von 0,75 kommt und Hertha lediglich einen Punkt vor dem Vorletzten VfB Stuttgart liegt.

Anre Friedrichs Abgang habe nichts mit Korkut-Personalie zu tun gehabt

Laut Bobic sei auch zwischen Trainer und Mannschaft „das Tischtuch nicht zerschnitten“, er kritisierte vielmehr die Spieler. Nach dem Frankfurt-Spiel, das Bobic „erschrocken“ zurückgelassen habe, habe es ein Krisengespräch mit dem Team gegeben.


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„Die Spieler haben für sich auch erkannt in diesem Dialog, dass sie das Problem sind“, sagte er. Die Gruppe müsse nun „eine Mannschaft werden – schnell wie möglich. Dann sind wir nicht in der Situation“. Die Personalie Tayfun Korkut habe, so betonte Bobic, derweil nichts mit dem vorgezogenen Abgang von Sportdirektor Arne Friedrich zu tun gehabt, der am Montagabend hatte aufhorchen lassen.

Bobic bereue Wechsel zur Hertha nicht: „Um mich geht es gar nicht“

„Die Rolle haben andere interne Sachen gespielt“, so Bobic. Der einstige Kapitän der Berliner, der ohnehin zum Saisonende gegangen wäre, habe sich „nicht so in der Rolle wiederfinden“ können, wie er es gerne gewollt hatte.

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Bobic kündigte nun an, er wolle „mehr noch den Fokus auf die Mannschaft haben und das mehr auf mich ziehen“. Trotz eines schwierigen ersten Jahres, in dem bislang auch neben dem Platz immer wieder Störgeräusche wie Fan-Proteste oder Kritik von Investor Lars Windhorst aufgetreten waren, bereue er seinen Wechsel von Frankfurt nach Berlin im vorigen Sommer keinesfalls. „Um mich geht es gar nicht“, sagte Bobic: „Ich werde jetzt hier keinen Ausgang suchen.“ (sid/fe)

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