Ex-Bundestrainer Jogi Löw
  • Wurde bei seinem Abschiedsspiel in Wolfsburg von den Fans gefeiert: Ex-Bundestrainer Joachim Löw
  • Foto: imago/regios24

Geht es jetzt schnell? Löw spricht über Comeback als Trainer

In einer eher tristen Zeremonie wurde Joachim Löw von der Nationalmannschaft offiziell verabschiedet. Der Weltmeistertrainer könnte bald wieder an der Seitenlinie stehen.

Wie ein ganz normaler Fan beklatschte Joachim Löw auf der Tribüne alle neun Tore, doch restlos wohl fühlte sich der ehemalige Bundestrainer beim Schützenfest zu seinen Ehren nicht. „Für mich ist es ein ungewohntes Terrain“, sagte er ein wenig wehmütig, „die letzten 17 Jahre war ich immer unten und in der Kabine.“ Bald wieder? Ausgerechnet bei seiner Abschiedsfeier stellte Löw ein Trainer-Comeback in Aussicht.

Joachim Löw war mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht worden

„Das ist durchaus vorstellbar. Die Lust und die Motivation kommen allmählich zurück“, hatte der Weltmeister-Coach unmittelbar vor dem 9:0 (4:0)-Sieg im WM-Qualifikationsspiel in Wolfsburg gegen völlig überforderte Liechtensteiner bei RTL gesagt. Diese zwei Sätze dürften auch ein Signal an alle (Top-)Vereine und Verbände sein: Ich bin gesprächsbereit!

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Die viermonatige Pause seit dem Achtelfinal-K.o. bei der EM hat Löw vor allem genutzt, um den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu tanken. „Es war nicht immer ganz einfach, weil nach so vielen Jahren und der langen Reise musste ich Abstand gewinnen und einiges verarbeiten, das letzte Turnier war für uns alle enttäuschend“, sagte der 61-Jährige: „Aber jetzt geht es mir wieder gut, und ich freue mich auf Fußball.“

Aber wie realistisch ist eine Rückkehr von Löw auf die Trainerbank? Klar ist: Nach 15 Jahren als Bundestrainer eines viermaligen Weltmeisters käme nur eine Top-Adresse infrage. Vor ein paar Wochen fiel der Name Löw in spanischen Medien als möglicher Nachfolger von Ronald Koeman beim FC Barcelona. Doch die Spur war kalt, Barca wollte und bekam Liebling Xavi. 

Trotz EM-Enttäuschung: Klose schwärmt von Löw

Ob andere Spitzenvereine bei Löw anklopfen, bleibt abzuwarten. Die letzten Jahre seines Schaffens im DFB-Team mit zwei Turnier-Pleiten sind kein besonders gutes Bewerbungsschreiben.

Außerdem hat er vor 17 Jahren letztmals eine Vereinsmannschaft (Austria Wien) trainiert, die Zeiten haben sich seitdem extrem gewandelt. Als Nationaltrainer genießt Löw im Ausland aber weiterhin einen exzellenten Ruf, für diese Arbeit müsste er seine Freiburger Idylle auch nicht dauerhaft verlassen.


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An der Qualität würde ein Comeback nicht scheitern – da ist sich Miroslav Klose sicher. Der DFB-Rekordtorschütze, der mit Löw 2014 Weltmeister wurde und mit ihm auch privat befreundet ist, meint: „Jogi war und ist ein großer Trainer.“

Thomas Müller hofft auf neue Aufgabe für seinen ehemaligen Bundestrainer

Und so ist nicht nur Thomas Müller „gespannt, wie es bei Jogi berufsmäßig weitergeht“. Der Bayern-Profi hofft, dass Löw „etwas findet, dass ihm die Erfüllung gibt, die er sucht“.

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Ein Dasein als Trainer-Rentner scheint (noch) nicht die Erfüllung von Joachim Löw zu sein. „Vom Ruhestand habe ich nie gesprochen“, hatte er schon Ende Juni Spekulationen über ein Karriereende von sich gewiesen: „Es gibt mit Sicherheit neue Aufgaben, die für mich interessant sind.“ Jetzt sind die Vereine und Verbände am Zug. (aw/sid)

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