Verein erstattet Anzeige! Gefährdet ein Spion St. Paulis Stürmer-Transfer?
Die Aufregung ist groß – und das ist zweifellos nachvollziehbar. Eine unbekannte Person hat eine E-Mail veröffentlicht, in der es um den bevorstehenden Wechsel des Magdeburger Stürmers Martijn Kaars zum FC St. Pauli geht. Inwieweit dies den geplanten Transfer gefährdet, ist noch nicht abzusehen.
Die Erklärung des Zweitligisten ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. „Der 1. FC Magdeburg ist zutiefst empört darüber, dass ein Foto einer E-Mail ohne Einverständnis und von außen durch ein Fenster, das durch eine fast komplett heruntergelassene Schalosie (Schreibweise im Original, Anm. d. Red.) verdunkelt war, angefertigt und verbreitet wurde“, erklärten die Verantwortlichen des Vereins aus Sachsen-Anhalt, der nach eigenen Angaben zudem Anzeige bei der Polizei erstattet hat.
Das Vertragsangebot für Kaars findet sich im Anhang
Auf dem Foto, das im Internet kursiert, ist die E-Mail eines St. Pauli-Funktionärs an Magdeburgs Sportchef Otmar Schork zu sehen (und zu lesen), in der auf ein angehängtes Vertragsangebot des Kiezklubs für den 26-jährigen Torjäger aus den Niederlanden verwiesen wird. Außerdem wird ein Terminvorschlag für einen Medizincheck von Kaars unterbreitet, verbunden mit dem Verweis auf die Ausarbeitung eines Vertrags, der im Anschluss unterzeichnet werden könne.
Kaars hat einen Marktwert von vier Millionen
Die E-Mail verweist auch darauf, das beide Vereine offenbar seit Längerem verhandelt, es ist demnach nicht das erste Transferangebot des Kiezklubs für Kaars, der auf „transfermarkt.de“ mit einem Marktwert von vier Millionen Euro gehandelt wird. Nichtsdestotrotz erweckt das Schreiben den Eindruck, dass zwischen beiden Vereinen und dem Spieler nur noch Formalien zu klären seien und der Wechsel bis zum Ende der Transferperiode am Montag über die Bühne gehen könnte.
Dass die E-Mail von einem Spion abfotografiert und verbreitet wurde, deutet vielleicht auf Sicherheitslücken bei den Magdeburgern hin, ist aber in jedem Fall ein Verstoß unter anderem gegen Persönlichkeitsrechte. „Mit diesem Verhalten hat diejenige Person, die das Foto gemacht hat, dem FCM massiven Schaden zugefügt“, erklärte der Verein: „Auch ist das Verhalten keineswegs im Sinne unserer treuen Fans.“

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Der Europapokalsieger von 1974 sprach zudem von „Formen der Effekthascherei“, die die Verletzung von Persönlichkeitsrechten bewusst in Kauf nehme: „Diese Entwicklung kritisieren wir aufs Schärfste.“
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Mit 19 Zweitliga-Toren in der vergangenen Saison hat Kaars die Aufmerksamkeit einiger Vereine auf sich gezogen, die geleakte E-Mail dürfte bei weitem nicht die einzige zu seiner Person sein, die FCM-Sportchef Schork in seinem digitalen Postfach besitzt. Aber sie ist die einzige, die unter mutmaßlich kriminellem Vorgehen an die Öffentlichkeit gelangt ist. Ob dies den Gesprächsverlauf beider Vereine noch von der Zielgeraden abbringt, wird sich zeigen müssen – spätestens bis Montag.
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