Dresden von St. Pauli beeindruckt
  • Die Kiezkicker feierten einen glanzvollen 3:0-Sieg gegen Dynamo Dresden.
  • Foto: imago/MIS

Rekord! St. Pauli begeistert und schießt sich an die Spitze

„Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey”: Die Gesänge der 14.773 Fans am Millerntor wollten gar nicht mehr enden, als die Partie des FC St. Pauli gegen Dynamo Dresden abgepfiffen war. Mit 3:0 (1:0) hatten die Braun-Weißen gewonnen, dadurch einen neuen Vereinsrekord aufgestellt (fünf Heimsiege zum Start) und Jahn Regensburg die Tabellenführung gemopst.

Das Urteil von Gäste-Coach Alexander Schmidt war eindeutig, auch wenn er wusste, dass Timo Schultz das nicht hören mochte: „Der Erstliga-Aufstieg geht über St. Pauli”, sagte Dresdens Trainer nach der Partie, die traumhaft losging für die Hamburger, die vom Anstoß weg die erste Offensivaktion durch Daniel-Kofi Kyereh hatten und kurz darauf bereits in Führung lagen.

3:0! St. Pauli-Fans feiern am Millerntor gegen Dresden

Afeez Aremu erobert in Dresdens Hälfte den Ball gegen Mörschel, über Jackson Irvine, Guido Burgstaller und Kyereh kam die Murmel zu Christopher Buchtmann. Und der zirkelte das Spielgerät ganz gefühl- und wundervoll in den Knick. Das 1:0, und noch immer war keine komplette Minute absolviert (56 Sekunden). „Das hat uns in die Karten gespielt”, sagte Schultz.

Dynamo zeigte sich aber keineswegs geschockt, ergriff die Initiative, attackierte St. Pauli – wie erwartet – ganz früh im Aufbau. Die Chancen aber hatten ausnahmslos die Gastgeber, die sich bisweilen in einen Rausch kombinierten. Jackson Irvine verpasste sein Debüt-Tor knapp (7.), Burgstaller zwang SGD-Keeper Broll zu einer Glanzparade (22.).

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Zwischendurch wähnte sich ein Fan auf der Haupttribüne in auf dem Kiez unbekannten Sphären („Bin ich hier in der Champions League, oder was?“), als Kyereh nach diversen Doppelpässen auf engstem Raum frei vor Broll auftauchte, scheiterte, sich aber auch im Abseits befand (14.).

St. Pauli hatte die Nummer im Griff, nahm nach einer halben Stunde ein bisschen den Fuß vom Gas und ließ Dresden machen. Die Gäste wirkten auch stets so, als dürfe man sie nicht aus den Augen lassen – ließen Nikola Vasilj im Tor aber komplett unbehelligt. Anders St. Pauli, das immer wieder Nadelstiche setzte und durch Buchtmann nach klasse Pass von Irvine (40.) und einen 25-Meter-Knaller von Aremu (44.) gefährlich wurde.

Timo Schultz über 3:0-Erfolg: „Hat mir Spaß gemacht zuzuschauen”

Durch war die Nummer aber mitnichten, was die Anfangsphase des zweiten Durchgangs untermauerte. St. Pauli ging die Souveränität flöten, Kleinigkeiten funktionierten nicht mehr, das Passspiel wurde ungenau. Dynamo kam auf und hatte durch Schröter (61.) auch mal einen nennenswerten Abschluss, derweil die Braun-Weißen bis zur 68. Minute warten mussten, ehe Burgstaller mal wieder einen (wenn auch belanglosen) Torschuss abgab.


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Sein nächster aber saß, es war einer vom Elfmeterpunkt. Marcel Hartel („Es war von vorne bis hinten ein gutes Spiel von uns”) war im Strafraum von Sollbauer ein Bein gestellt worden, Burgstaller nagelte den Strafstoß zum 2:0 unter die Latte (72.). Ein Wirkungstreffer, von dem sich Dresden nicht mehr erholte. Vielmehr legten die Kiezkicker mit dem Schlusspfiff noch einen nach, als der just eingewechselte Marcel Beifus einen Zauberpass von Jakov Medic zum Endstand veredelte.

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„Alles in allem war es sehr rund. Es hat mir Spaß gemacht zuzuschauen”, freute sich Schultz. Natürlich freue er sich über die warmen Worte des Kollegen, Tabellenplatz eins fühle sich sehr gut an. „Aber es fühlt sich auch sehr gut an, jeden Tag zur Kollaustraße zu kommen und zu wissen, dass wir noch was zu tun haben.”

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