St. Pauli
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  • Beim Derby waren 10.003 Fans am Millerntor zugelassen, gegen Regensburg wird es ähnlich sein.
  • Foto: WITTERS

Ende erreicht? St. Paulis zäher Kampf um mehr Fans

Der Weg zurück zur Normalität am Millerntor – er wird länger und schwieriger, als sich viele Fans gedacht, Spieler erhofft und Vereinsverantwortliche gewünscht haben. Die Fortschritte sind klein. Und beim nächsten Heimspiel dürfen nicht mehr als beim letzten rein. Der FC St. Pauli hat die aktuell gültige Grenze erreicht. Mehr geht nicht?

Das Derby ist der neue Maßstab für den Kiezklub. Nicht sportlich, sondern was die Kulisse angeht. 10.003 Menschen hatten das Stadtduell verfolgen dürfen. Ebenso viele dürfen laut Verein zum Heimspiel gegen Regensburg am 29. August ins Millerntor.

Nicht mehr? Keine weitere schrittweise Anhebung der Zuschauerzahl?

St. Pauli hat das Maximum an Zuschauer:innen bereits erreicht

Auf MOPO-Nachfrage teilt der Verein mit, dass mit den gut 10.000 Zuschauern das nach den derzeit geltenden Vorgaben der Hamburger Behörden zulässige Maximum erreicht sei. Grundlage ist das sogenannte Schachbrettmuster, das Mindestabstände zwischen Personen bestimmt. Für das Millerntor bedeutet das eine Auslastung von 32 Prozent.

St. Pauli strebt eine 50-prozentige Auslastung an

Bitter für St. Pauli, denn grundsätzlich ist mehr erlaubt. Laut dem jüngsten Bund-Länder-Beschluss ist eine Auslastung von maximal 50 Prozent zulässig – aber nicht mehr als 25.000 Zuschauer. Davon ist man beim Kiezklub meilenweit entfernt. Eine Sackgasse. Abfinden will man sich damit aber nicht.

„Wir würden uns wünschen, dass wir in dieser Halbserie auf 50 Prozent Auslastung kommen können“, sagt Präsident Oke Göttlich im Gespräch mit der MOPO und wirbt für eine verantwortungsvolle Anpassung des aktuellen Modells, die dem Verein eine weitere Öffnung des Stadions ermöglicht.

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Rund 15.000 Fans sind das Ziel. Damit könnte der Kiezklub allen Personen mit Dauerkarte einen Platz bieten.

Als Forderung will Göttlich das ausdrücklich nicht verstanden wissen. „Wir sind im permanenten Austausch mit der Stadt“, sagt der 45-Jährige. „Die Frage ist: Was trauen wir uns gemeinsam zu und was können wir verantworten?“

St. Pauli-Boss Göttlich lobt das Verhalten der Fans beim Derby

Beim Kiezklub hofft man darauf, dass neben der steigenden Impfquote und ermutigenden Ergebnissen von Pilotprojekten mit getesteten Gästen bei Club-Nächten auch das Verhalten der Fans im Stadion eine Rolle spielt. „Die Menschen, die beim Derby im Stadion waren, haben sich sehr verantwortungsbewusst verhalten. Das muss man hervorheben“, so Göttlich.

Bei der Frage, ob die derzeit geltenden Modelle und Vorgaben einer Anpassung bedürfen, gehe es längst nicht nur um Fußball, sagt Göttlich. Der Kiezklub möchte „als Stadtteilverein Wege aufzeigen, wie es gehen kann, und Verantwortlichen und Politiker:innen Mut zusprechen, Möglichkeiten zu entwickeln“, wie man auch in den Bereichen Kultur und Gastronomie „Existenzen sichern kann“.

Wie verhält sich St. Paulis aktive Fanszene auf lange Sicht?

Öffnung und Angebot ist das eine, Nachfrage das andere. Wie viele andere Klubs musste St. Pauli zu Saisonbeginn feststellen, dass der Run auf die Tickets geringer ausfällt als erwartet. So verlief der Verkauf für den Saisonauftakt gegen Kiel, bei dem 8900 Fans erlaubt waren, zäh. Das Derby war ein Selbstgänger, aber es wird spannend, wie sich der Absatz der Regensburg-Tickets entwickelt.

Die organisierte Fan-Szene, die sich das Alle-oder-keiner-Motto auferlegt hat, will den Heimspielen so lange fernbleiben, bis es keine Corona-Auflagen mehr gibt. Ob alle damit gerechnet haben, dass es so lange dauert? Ein Ende ist nicht abzusehen.

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