Rudelbildung vor dem Derby

Vor dem letzten Derby ging es hoch her zwischen den Profis des HSV und denen des St. Pauli. Foto: WITTERS

„Kindergartenmäßig“: Blessin spricht über Rudelbildung vor letztem Derby

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Alexander Blessin will im Stadtderby Taten sprechen lassen. St. Paulis Trainer betont aber auch: „Es ist ein schmaler Grat, wie man mit Emotion und Motivation umgeht.“

Pirmasens, Norderstedt, Dortmund, Mönchengladbach – in allen vier bisherigen Pflichtspielen der Hamburger Bundesligisten stand es nach 90 Minuten schiedlich-friedlich unentschieden. Das ist noch keine seriöse Bewerbung für den Friedensnobelpreis, unterstreicht aber, dass der Bundesliga-Start nach einem wackligen Pokal-Aufgalopp durchaus gelingen kann. Denn der jeweils eingeheimste Punkt gegen die beiden Borussias stellte St. Pauli wie den HSV deutlich mehr zufrieden als die mühsamen Arbeitssiege nach Verlängerung oder Elfmeterschießen gegen Amateurvereine.

Kühler Kopf, heißes Herz: St. Pauli will anders auftreten als Gladbach

„Sie wollten ein bisschen was anpassen, das ist ihnen gelungen“, bewertete St. Paulis Trainer Alexander Blessin das Auftakt-0:0 des HSV in Mönchengladbach: „Gladbach hat wenig Möglichkeiten gefunden, aber auch sehr, sehr langsam und träge gespielt.“ Das soll seiner Mannschaft am Freitagabend im Volksparkstadion nicht passieren. „Wir müssen mit kühlem Kopf und heißem Herzen an die Sache rangehen“, betonte der Coach: „Das wird wichtig sein in dem Hexenkessel. Aber es gibt ja nichts Schöneres für einen Fußballer: Als Kind träumt man davon, an solchen Spielen teilnehmen zu dürfen.“

Blessin ist sich sicher, dass seine Mannschaft der Atmosphäre gewachsen sein wird. „Unsere älteren Spieler wissen genau, was da auf uns zukommt. Deswegen ist ein reger Austausch wichtig, andererseits aber auch, nicht zu überpacen. Es ist ein schmaler Grat, wie man mit Emotion und Motivation umgeht.“ Dass es im letzten Zweitliga-Derby, noch unter seinem Vorgänger Fabian Hürzeler, einige Scharmützel vor dem Anpfiff beim Aufwärmen gab, spielt für den heutigen braun-weißen Trainer keine große Rolle: „Wir haben das thematisiert, aber ich fand das schon ein bisschen kindergartenmäßig, was da abgelaufen ist. Es war ja mehr oder weniger geplant, sie wollten da ein bisschen Öl ins Feuer gießen. Ich sage immer: Action speaks louder than words. Von daher wollen wir uns nicht beeinflussen lassen.“

Oladapo Afolayan und Sebastian Schonlau streiten beim bislang letzten Derby im Mai 2024 um den Ball. WITTERS
Oladapo Afolayan und Sebastian Schonlau streiten beim bislang letzten Derby im Mai 2024 um den Ball.
Oladapo Afolayan und Sebastian Schonlau streiten beim bislang letzten Derby im Mai 2024 um den Ball.

Denn letztlich ist ein Derby auch nur ein Fußballspiel, in dem es darum geht, Zweikämpfe zu gewinnen, Räume zu bespielen und irgendwie auch Tore zu schießen – wie es St. Pauli zum Auftakt beim 3:3 gegen Dortmund ja erstaunlich gut gelungen ist. „Es ist klar, dass es ihnen wichtig ist, das Zentrum zu schließen und da eine gewisse Aggressivität gegen den Ball zu haben“, sagte Blessin über den HSV-Spielstil und empfahl: „Da gilt es, wieder Räume zu suchen, bestimmte Positionen zu belaufen und nachzurücken, in der Restverteidigung sauber zu stehen.“

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Wem das besser gelingt, der könnte nach 90 Minuten mit mehr als einem Unentschieden dastehen.

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