Faisal Kawusi (31) war zu Gast in der RBB-Sendung „Chez Krömer“ – die Sendung endete vorzeitig.
Faisal Kawusi (31) war zu Gast in der RBB-Sendung „Chez Krömer“ – die Sendung endete vorzeitig.
  • Faisal Kawusi (31) war zu Gast in der RBB-Sendung „Chez Krömer“ – die Sendung endete vorzeitig.
  • Foto: rbb/Carolin Ubl

Aus Wut über Talk-Gast: ARD-Moderator bricht Sendung ab

Comedian und Moderator Kurt Krömer holt sich gern umstrittene Gäste in seine Show „Chez Krömer“. Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt stellte sich in der aktuellen Staffel bereits den Fragen des 48-Jährigen, ebenso der österreichische Rechtspopulist H. C. Strache. Der Auftritt von Comedian Faisal Kawusi war für Krömer jetzt allerdings zu viel des Erträglichen.

Hitziges Gespräch bei Moderator Kurt Krömer: Während eines Interviews mit dem Comedian Faisal Kawusi ist es in der RBB-Sendung „Chez Krömer“ zu einem kleinen Eklat gekommen. Krömer brach das Gespräch mehrere Minuten vor Ende vorzeitig ab und verließ den stilisierten Verhörraum. Anschließend sagte er vor den Kameras: „Heute ist der Tag, wo ich glaube (…), dass ich nach Hause gehe und mal gucke, ob ich das Konzept vielleicht noch mal überdenke.“ Dann stand er auf und ging.

RBB-Show abgebrochen: Gast verärgert Kurt Krömer

Was Krömer von seinem Gast hält, legte der Berliner direkt zu Beginn offen: „Kennt man eigentlich nur wegen eines schlechten Gags bei Instagram.“ Und schob zur Begrüßung hinterher: „Das wird ’ne richtige Kacksendung heute.“ Im April hatte sich Faisal Kawusi mit einem geschmacklosen K.O.-Tropfen-Witz gegen die YouTuberin Silvi Carlsson in die Debatte um den umstrittenen TV-Komiker Luke Mockridge, gegen den es Vorwürfe sexualisierter Gewalt gibt, eingeschaltet. Als Reaktion darauf – und wegen schlechter Quoten – warf Sat.1 Kawusi aus dem Programm.

Der Comedian gibt sich bei Krömer zunächst einsichtig: „In dem Moment war es mein Ziel, sie aufzuregen. Das ist mir gelungen. Ob das jetzt gut war? Definitiv nein“, sagt er. Es sei ein „schwacher, menschlicher Moment“ gewesen – aber auch nur ein sehr kleiner Teil seines Schaffens. Dass Krömer das Thema Monate später noch so stark ausbreite, sei „unfair“. Auch Sat.1 bekam Kritik ab: Der „Bällchensender“ hätte eher bei Luke Mockridge als bei ihm ein Ausrufezeichen setzen sollen, fand der 31-Jährige.

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Je länger die Sendung läuft, desto schwerer fällt es Kurt Krömer offensichtlich, seinen Gast ernst zu nehmen. Dessen öffentliche Entschuldung bei „Stern TV“ (RTL)? Für Krömer nur „die übliche Reuenummer, wenn man merkt, jetzt bleiben die Schecks aus“.

Moderator Kurt Krömer bricht die Sendung vorzeitig ab – und geht. Screenshot/RBB
Moderator Kurt Krömer bricht die Sendung vorzeitig ab – und geht.
Moderator Kurt Krömer bricht die Sendung vorzeitig ab – und geht.

In dem Interview, das am 6. Dezember (22.15 Uhr) im RBB läuft und schon in der ARD-Mediathek abrufbar ist, ging es unter anderem noch um ein Tourplakat des Comedians, das an die tödliche Festnahme von George Floyd 2020 erinnerte und eine als rassistisch kritisierte Äußerung gegenüber der „Let’s Dance“-Jurorin Motsi Mabuse. Kawusi erklärte, er sei nicht rassistisch und auch sonst niemandem gegenüber feindlich eingestellt. Die Eltern des 31-Jährigen stammen aus Afghanistan und kamen 1989 als politische Flüchtlinge nach Deutschland. Kawusi wurde 1991 in Hessen geboren.

Faisal Kawusi attackiert Kurt Krömer: „Moralapostel“

Nach etwas mehr als 20 Minuten hat Kurt Krömer genug: „Ich dachte schon den ganzen Tag, dass das absolute Scheiße wird. Wir haben, inklusive Dir, nur Arschgeigen hier.“ Dann wird der 48-Jährige deutlich: „Du kannst Dich jetzt verpissen.“ Dreieinhalb Minuten vor dem Ende der Sendung ist Schluss mit dem Gespräch.

In einem Livestream auf der Streamingplattform Twitch bezog Faisal Kawusi jetzt noch einmal Position. Krömer sei für ihn nichts weiter als ein „H-Sohn“ und ein „Moralapostel“, der sich ihm gegenüber „respektlos“ und „selbstgerecht“ verhalten habe. Der Tag der Aufzeichnung sei für den 31-Jährigen eh schon „ganz, ganz schlimm, ganz, ganz ekelig“ gewesen – Kurt Krömer habe dann noch einen obendrauf gesetzt. (dpa/fbo)

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