Kurt Krömer Grimme-Preis
  • Bekommt den Grimme-Preis: Komiker Kurt Krömer.
  • Foto: picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd

Depressions-Coming-out im TV: Grimme-Preis für Kurt Krömer

Bisher war er vor allem für seine kodderigen Interviewstil und seinen speziellen Humor bekannt – doch nun hat Comedian Kurt Krömer den bedeutendsten Fernsehpreis Deutschlands, den Grimme-Preis, für etwas ganz anderes bekommen: sein Coming-Out zu Depressionen – gemeinsam mit seinem Comedy-Kollegen Torsten Sträter.

In seinem Buch „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ berichtete Krömer zuerst von seinen Depressionen – und schrieb dabei über ein Thema, das immer noch oft tabuisiert wird. In seiner RBB-Show „Chez Krömer“, in der er sonst Politiker:innen und Prominenten in einer Art Verhör häufig auch unangenehme Fragen stellt, sprach er dann mit Comedian-Kollege Torsten Sträter ebenfalls über das Thema.

Sträter und Krömer bekommen Grimme-Preis verliehen

Auch Sträter leidet an Depressionen. Zwei Comedians, die sich ehrlich, authentisch und verletzlich über die zutiefst dunklen Momente in ihrem Leben unterhalten, bewegte nicht nur die Zuschauer:innen – sondern auch die Grimme-Preis-Jury. Für das Gespräch bekommen Krömer und Sträter eine der prestigeträchtigen Trophäen.

Die Begründung der Jury: „Es ist ein Gespräch auf Augenhöhe, ein fesselnder Dialog über ein gemeinsames Anliegen. Diese Konstellation ist so spannend, berührend und erhellend, weil hier ein herausragender Fernsehmoment geschaffen wird, in dem wir einem Prozess beiwohnen dürfen: einem Coming-out zu depressiven Störungen.“

Grimme-Preis: Auch „Wer stiehlt mit die Show?“ wird ausgezeichnet

Insgesamt vergaben die unterschiedlichen Jurys 16 Preise. Im Bereich Unterhaltung wurden neben der „Chez Krömer“-Episode auch „Wer stiehlt mir die Show?“ mit Joko und Klaas und die WDR-Sendung „Freitagnacht Jews“ über jüdisches Leben in Deutschland mit Daniel Donsky ausgezeichnet.


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Im Bereich Information und Kultur werde die Doku „Charité intensiv: Station 43“ vom RBB ausgezeichnet, die in vier Teilen die Ärzt:innen und Patient:innen auf einer Intensivstation im Coronawinter 2020/21 begleitet. Außerdem prämiert: „Hanau – Eine Nacht und ihr Folgen“ vom Hessischen Rundfunk (HR) über den rassistischen Anschlag 2020 und die psychologischen Verarbeitungsprozesse der Hinterbliebenen.

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Den Grimme-Preis für die „Besondere Journalistische Leistung“ erhält in diesem Jahr ZDF-Journalistin Katrin Eigendorf für ihre „exzellenten Reportagen über die Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan“, so die Jury. Die Grimme-Preise werden den insgesamt 53 Preisträger:innen am 26. August im Theater der nordrhein-westfälischen Stadt Marl verliehen. (alp)

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