„El Chapo“-Sohn Ovidio Guzmán, hier nach seiner ersten Festnahme 2019
„El Chapo“-Sohn Ovidio Guzmán, hier nach seiner ersten Festnahme 2019
  • „El Chapo“-Sohn Ovidio Guzmán, hier nach seiner ersten Festnahme 2019
  • Foto: picture alliance/dpa/CEPROPIE | Uncredited

Sohn von Drogenboss „El Chapo” gefasst – jetzt gibt es Terror und Tote

Ovidio Guzmán ist ein Sohn des berüchtigten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Soldaten konnten Ovidio nun in Sinaloa festnehmen – ein großer Erfolg für die Behörden. Doch dann brechen Kämpfe aus: Bandenmitglieder errichten Straßensperren und liefern sich Schießereien mit dem Militär. Es wurde blutig.

Die furchtbare Bilanz: Bei den Schießereien und Straßenkämpfen nach der Festnahme kamen 29 Menschen ums Leben: 19 mutmaßliche Kriminelle und zehn Soldaten. Rund 4500 Soldaten wurden in die Region verlegt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Darunter Spezialkräfte und Fallschirmjäger. Guzmán wurde in ein Hochsicherheitsgefängnis westlich von Mexiko-Stadt gebracht.

Guzmán galt als wichtigster Fentanyl-Händler Mexikos

Bewaffnete hätten unter anderem den Flughafen und eine Kaserne angegriffen, sagte Verteidigungsminister Luis Cresencio Sandoval. Angesichts der Auseinandersetzungen rief Gouverneur Rubén Rocha Moya die Menschen in Sinaloa auf, in ihren Häusern zu bleiben. Schulen, öffentliche Gebäude und der Flughafen von Culiacán wurden geschlossen. Die US-Botschaft in Mexiko riet von Reisen nach Sinaloa ab.

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Guzmán hatte nach der Festnahme seines Vaters einen Teil des Sinaloa-Kartells übernommen und galt als einer der wichtigsten Händler der Droge Fentanyl in dem lateinamerikanischen Land. Gemeinsam mit seinen Brüdern lieferte er sich immer wieder Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen innerhalb des Sinaloa-Kartells.

Schon sein Vater schmuggelte tonnenweise Rauschgift in die USA

Er war 2019 bereits einmal festgenommen, später auf Anordnung von Präsident Andrés Manuel López Obrador aber wieder freigelassen worden, um schwere Kämpfe zwischen Kriminellen und Sicherheitskräften zu stoppen. Nach Einschätzung der US-Behörden betreibt er eine Reihe von Labors zur Herstellung von Methamphetamin und stellt dort pro Monat zwischen 1,5 und 2,5 Tonnen der Droge her. Zudem soll er Morde an Informanten, Rivalen und einem Sänger, der nicht auf seiner Hochzeit singen wollte, angeordnet haben.

Sein Vater „El Chapo“ war einer der mächtigen Drogenhändler der Welt. Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells schmuggelte tonnenweise Kokain und Heroin in die USA und verdiente damit Milliarden. Zudem soll er für bis zu 3000 Morde verantwortlich gewesen sein. Zweimal brach er aus Hochsicherheitsgefängnissen in Mexiko aus. Nach seiner letzten Festnahme wurde er in die USA ausgeliefert und dort zu lebenslanger Haft verurteilt.

US-Außenministerium setzte fünf Millionen Dollar auf seinen Kopf aus

Ovidio Guzmán wurde nach Mexiko-Stadt gebracht und der Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität überstellt. Das US-Außenministerium hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Ein Gericht in Washington erhob bereits 2018 Anklage wegen Drogenschmuggels gegen ihn. Eine Auslieferung an die USA wird es vorerst jedoch nicht geben: Ein Bundesrichter urteilte am Freitag auf Antrag der Anwälte von Ovidio Guzmán, dass alle Verfahren zur Auslieferung des 32-Jährigen bis auf Weiteres einzustellen seien.

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In der kommenden Woche kommen der mexikanische Präsident López Obrador, US-Präsident Joe Biden und der kanadische Premierminister Justin Trudeau in Mexiko-Stadt zum Nordamerika-Gipfel zusammen. Eines der Themen bei dem Treffen in der mexikanischen Hauptstadt wird auch die gemeinsame Sicherheitspolitik sein. (dpa/mp)

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