Rezo
  • Youtuber Rezo steht vor der Veranstaltung „Knackig kurz statt tiefgründig" im Rahmen des Tags der Bildung 2019 „unter dem Motto" „Bildung im digitalen Zeitalter" im Veranstaltungssaal.
  • Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser

„Korruption!“ Finaler Schlag von Rezo

„Ja, es ist wieder Zeit für so ein Video.“ Youtuber Rezo holt bei seinem neuesten Video „Zerstörung FINALE: Korruption“ zum finalen Schlag vor der Bundestagswahl gegen die Politik, insbesondere erneut gegen die Union aus.

In diesem Video geht es um krasse Formen von Machtmissbrauch und Korruption in der Politik, leitet Videoblogger Rezo eine Woche vor der Bundestagswahl sein neues Video ein. Im 43:06 Minuten langem Video spricht Rezo über Intransparenz, Parteispenden und Maskendeals – und wieder einmal kommen vor allem die Unionspolitiker nicht gut weg.

Zunächst geht es um das Mitverdienen der Parteien während der Corona-Pandemie an den Maskendeals. Der Youtuber klagt Unions-Politiker an, hohe Vermittlungsprovisionen in Höhe von 11,5 Millionen Euro auf Kosten der Steuerzahler in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Angriff auf Amthor, Spahn und Scholz

Es folgen die Themen Parteispenden und Intransparenz – und auch das Vorgehen einzelner Politiker. Rezo kritisiert Trans­parenz­­regeln für Partei­spenden, laut denen nur Über­weisungen von mehr als 10.000 Euro offiziell angegeben werden müssen und erklärt, dass Jens Spahn (CDU) laut Medienberichten auf einem Dinner am 20. Oktober 2020 in Leipzig die Gäste aufgefordert habe, ihm für seinen Wahlkampf 9999 Euro zu spenden. Grund: Erst bei einer Spende von einem Euro mehr müsste der Spendername veröffentlicht werden.


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Auch Philipp Amthor (CDU) und Olaf Scholz (SPD) kommen bei Rezo nicht gut weg. Philipp Amthor agierte für das Unternehmen Augustus Intelligence als Türöffner und warb in einem Lobbybrief an Bundesminister Peter Altmaier (CDU) für ein spannendes und politisch vielversprechendes Investitionsvorhaben. Einige Monate nach dem Brief an den Wirtschaftsminister bekam Amthor 2.817 Aktienoptionen von Augustus Intelligence sowie einen Direktorenposten.

Aber auch Olaf Scholz bekommt von Rezo sein Fett weg. Der Youtuber hebt nicht nur den Brechmittelskandal aus Scholz‘ Zeit in Hamburg hervor (2001 war ein mutmaßlicher Drogendealer nach dem Zwangseinsatz von Brechmitteln verstorben, mit 19 Jahren), auch seinen Erinnerungslücken im Cum Ex-Skandal mit der Hamburger Warburg Bank und seine Rolle in der Wirecard-Affäre werden thematisiert.

Reaktion aus Politik und die anderen Videos

Die Videos von Rezo lösten im Netz wieder einmal große Reaktionen aus. Auf das finale Wahlvideo reagierte Ruprecht Polenz (CDU) mit einem offenen Brief. In diesem dankt er Rezo für seine Kritik und gab ihm in mehreren Punkten recht. Trotzdem gab es noch Seitenhiebe gegen die Konkurrenz. Der SPD wurden Bauskandale angekreidet und die FDP und die Grünen wegen hoher Großspenden ermahnt, die Ruprecht aber grundlegend nicht ablehnen will.

Das Video ist das dritte Video zur Wahl. Fünf Wochen vor der Bundestagswahl ging der Youtuber mit dem Video „Zerstörung Teil 1: Inkompetenz“ auf politisches Versagen ein und kritisierte dabei unter anderem Armin Laschets (CDU) Verhalten bei der Flutkatastrophe oder die Milliardenverschwendung von Andreas Scheuer (CSU) bei der gescheiterten Pkw-Maut.

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Zwei Wochen später folgte das zweite Video Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe, in dem der Videoblogger der deutschen Klimapolitik ein vernichtendes Zeugnis ausstellte. Im Fokus wieder einmal die Union, der Rezo eine zu große Nähe zur Wirtschaft, Wissenschaftsfeindlichkeit und gemeinsam mit der SPD die Verschleppung von CO2-Emissionen vorwirft.

Am Ende der Videoreihe ist es ein eindringlicher Appell von Rezo, der übrig bleibt, trotz aller Kritik am Parteienapparat: Geht wählen. Verschwendet eure Stimme nicht, geht alle wählen! Wer nicht wählen geht, kann auch nicht erwarten, dass sich was ändert.

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