Ein kleines Mädchen kühlt sich in Rom mit Wasser aus einem Brunnen den Kopf.
  • Ein kleines Mädchen kühlt sich in Rom mit Wasser aus einem Brunnen den Kopf.
  • Foto: picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press | Cecilia Fabiano

Bis zu 50 Grad möglich? Krasse Hitzewelle überrollt Europa

Mancherorts ist es im wahrsten Sinne des Wortes unerträglich heiß: Europa wird derzeit von einer krassen Hitzewelle überrollt. Manche Wettermodelle prognostizieren sogar bis zu 50 Grad!

Große Hitze ist im Hochsommer in südeuropäischen Ländern nichts Ungewöhnliches. Doch die Temperaturen, die manche Meteorologen nun prognostizieren, sind dann doch eine andere Hausnummer. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) etwa sagt für Südeuropa am Montag lokal bis zu 47 Grad voraus.

Laut der Wettermodelle von kachelmannwetter.de sind etwa auf der italienischen Insel Sizilien, aber auch in Teilen Griechenlands und der Türkei unter Umständen und lokal sogar bis zu 50 Grad möglich!

Die MOPO fragte bei Björn Goldhausen von „Wetter Online“ nach: Wird es wirklich so unfassbar heiß? „50 Grad werden es wohl nicht werden“, sagt Goldhausen. Das wäre dann auch ein neuer Hitzerekord für Europa. Der bisherige Höchstwert von 48 Grad war im Juli 1977 in Griechenland gemessen worden.

Aber, so Goldhausen weiter: „Örtlich bis zu 47 Grad halte ich für realistisch.“ Damit bestätigt der Wetter-Experte die Prognose, die auch der DWD auf Twitter herausgab. Betroffen von den heißen Temperaturen sollen Süd- und Südosteuropa sein, also vor allem Italien, Griechenland, die Länder des Balkans und die Türkei. „Dort ist es schon ungewöhnlich heiß derzeit“, bestätigt Goldhausen.

So ist die Lage in Griechenland

Griechenland wird schon seit Tagen von einer starken und lang andauernden Hitzewelle heimgesucht. Zuletzt wurden dort Werte um die 43 Grad gemessen – am Wochenende und die ganze kommende Woche prognostizieren lokale Wetterexperten tagsüber bis zu 46 Grad. Abkühlung ist nicht einmal nachts in Sicht: Vor allem in den Ballungszentren fallen die Temperaturen nicht unter 30 Grad. Einige Meteorologen sprachen bereits im Rundfunk von einer „historischen Hitzewelle“.   

Passanten in Athen kühlen sich am Sprühnebel eines Straßencafés ab.
Passanten in Athen kühlen sich am Sprühnebel eines Straßencafés ab.

Mehrere Städte öffneten klimatisierte Hallen für die Einwohner, die zu Hause keine Klimaanlage haben. In den Registrierlagern für Migranten auf den Inseln im Osten der Ägäis wurden zusätzliche klimatisierte Zelte und Container zur Verfügung gestellt. Arbeiten im Freien sollten so weit wie möglich reduziert werden, hieß es vom Arbeitsministerium. Tierschutzvereine riefen die Einwohner auf, Wasser für streunende Tiere an schattigen Orten bereitzustellen. Ärzte rieten allen Menschen, sich nicht in der prallen Sonne aufzuhalten und keinen Alkohol zu trinken. Man solle öfter duschen und helle, weite Baumwollkleidung tragen.

Abkühlung ist vorerst überhaupt nicht in Sicht: Wann die Hitzewelle nachlassen wird, war am Samstag völlig unklar. Einige Meteorologen befürchteten, diese gefährliche Situation könnte bis zu zwei Wochen andauern. Auch Goldhausen sagte im Gespräch mit der MOPO: „Die Wetterlage in Südeuropa ist – wie bei uns – eingefahren.“ Das bedeutet: Während hierzulande moderates und im Norden sogar fast kühles Sommerwetter herrscht und erstmal so bleibt, dürfte die Hitzewelle in Südeuropa weiterrollen.

Italien leidet unter Mega-Hitze und Feuerwalzen

Auch in Italien herrscht derzeit vielerorts große Hitze. Seit Tagen kämpfen die Menschen im Süden, auf Sardinien und Sizilien mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz, weil es vielerorts lodernde Waldbrände gibt.

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Allein in Sizilien rückten die Retter 250 Mal aus. Im Osten der beliebten Urlaubsinsel brannte es am Freitag vor den Toren der Küstenstadt Catania. Dicker Rauch zog über zahlreiche Wohnhäuser. Der Flughafen Catanias musste kurzzeitig den Betrieb einstellen. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge brachten die Behörden ungefähr 150 Menschen aus der Gegend um Catania in Sicherheit, die von den Flammen eingeschlossen waren und an den Strand flüchteten. Die Polizei nahm sie dort demnach auf ihre Boote.

Siziliens Regionalpräsident Nello Musumeci schrieb in einem Post auf Facebook, die Hitzewelle dürfte wohl noch bis zum 6. August andauern.

In der Türkei lodern schlimme Waldbrände

Große Hitze auch in der Türkei: Wie bereits in den vergangenen Tagen werden auch in den nächsten Wochen stellenweise Mega-Temperaturen von dauerhaft über 40 Grad erwartet.

Feuerwehrleute und Dorfbewohner versuchen ein Feuer in der Provinz Antalya unter Kontrolle zu bringen.
Feuerwehrleute und Dorfbewohner versuchen ein Feuer in der Provinz Antalya unter Kontrolle zu bringen.

Und auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen massive Waldbrände. Zehn Brandherde seien noch aktiv, darunter drei in der beliebten Urlaubsregion Antalya, teilte Forstminister Bekir Pakdemirli am Samstag auf Twitter mit. Besonders schlimm wüteten die Feuer an der türkischen Mittelmeerküste. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten. Viele Regionen und Hotels waren evakuiert worden, Touristen wurden auch mit Booten in Sicherheit gebracht.

Die Brände haben bislang vier Todesopfer gefordert. Die Ursache ist nach wie vor unklar.

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