Foxconn Arbeiter
  • Arbeiter in der Foxconn-Fabrik
  • Foto: Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa

Aufstand in riesiger iPhone-Fabrik: Verzweifelte Arbeiter rebellieren

Die Menschen fühlen sich eingesperrt, isoliert, unterdrückt – und reagieren mit verzweifelter Heftigkeit: Rund um das größte iPhone-Werk der Welt gibt es gewalttätige Auflehnung gegen die gnadenlosen Corona-Maßnahmen in China.

In dem Werk des Apple-Zulieferers Foxconn in der chinesischen Metropole Zhengzhou arbeiten im Normalbetrieb 200.000 Menschen. Wegen einiger Corona-Fälle gibt es einen strikten Lockdown, Tausende arbeiten weiter, sind aber ansonsten isoliert. Und das führt jetzt zu solcher Verzweiflung, dass die Beschäftigten gegen das Sicherheitspersonal protestieren. Mit Gewalt. Foxconn bestätigte die Zusammenstöße. „In Bezug auf die gewalttätigen Handlungen wird das Unternehmen weiterhin mit Mitarbeitern und der Regierung kommunizieren, um zu verhindern, dass ähnliche Dinge in Zukunft wieder passieren“, teilte die Firma mit. 

Wie auf Social-Media-Videos zu sehen war, kam es sowohl in der Nacht als auch bei Tag zu tumulthaften Szenen rund um das Werk. Hunderte Arbeiter versammelten sich und marschierten gegen ein Großaufgebot von Sicherheitskräften. Polizisten mit Schlagstöcken und Plastik-Schutzschilden versuchten, die Menschen zurückzudrängen. Es kam zu Zusammenstößen. Zu sehen war auch, wie einige Arbeiter offenbar verletzt am Boden lagen.

Foxconn-Mitarbeiter dürfen das Werksgelände nicht verlassen

Nicht der erste Verzweiflungsakt der Menschen: Tausende Mitarbeiter hatten aus Angst vor einer Infektion oder den strikten Maßnahmen die Flucht ergriffen. Foxconn musste reagieren – und versprach mehr Geld für die, die zurückkehren würden. Aber besser wurden die Bedingungen für die Menschen nicht, das Werk operierte weiter in einem so genannten „geschlossenen Kreislauf“. Bedeutet: Isolation total. Mitarbeiter durften das Werksgelände nicht verlassen. 

Foxconn teilte am Mittwoch mit, dass es Fragen neuer Mitarbeiter zu ihren Gehältern erhalten habe. Diese würden wie in den Verträgen vorgesehen ausgezahlt. Gerüchte, wonach sich Mitarbeiter ihre Unterkünfte mit infizierten Kollegen teilen müssten, seien falsch.

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Keine Frage, die Menschen in China haben sich den gnadenlosen Null-Covid-Maßnahmen der Regierung lange klaglos untergeordnet – aber nach über zweieinhalb Jahren kommt es mittlerweile häufiger zu Protesten gegen die strikte Politik. Auch in der südchinesischen Metropole Guangzhou wagten Menschen es, ihren Frust zu zeigen: Verärgerte Wanderarbeiter rissen Barrikaden nieder. Auch wenn selbst solch kleinere Proteste nicht ungehört bleiben – ändern werden sie an der Linie der Regierung wohl nichts.

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