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„Sowas noch nicht erlebt“: Touristen hinterlassen riesigen Müllberg an Ostsee-Strand

Travemünde –

Besucheransturm und Müllberge in Travemünde: Am vergangenen Samstag ließen Touristen 50 Kubikmeter Müll am Strand zurück. Sogar Sperrmüll mussten die Mitarbeiter des Kurbetriebes anschließend wegräumen.

Sonne, Strand und Meer – das ist das, was man bei einem Besuch an der Ostsee sehen möchte. Nachdem die Lübecker Bucht am vergangenen Samstag den größten Andrang des bisherigen Jahres erlebte, erblickten die Gäste am Travemünder Strand aber vor allem eins: Müllberge.

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50 Kubikmeter Abfall ließen die Massen an Tagestouristen am Sonnabend auf dem Kur- und Grünstrand zurück. „Das ist so viel wie an einem gut besuchten Tag auf der Travemünder Woche“, erklärte der Kurdirektor Uwe Kirchhoff den „Lübecker Nachrichten“. Sogar Liegen und Sonnenschirme hätten die Touristen zurückgelassen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Die Lübecker Bucht erlebte am vergangenen Wochenende den größten Besucheransturm des bisherigen Jahres

Foto:

dpa

Müllberge an der Ostsee: Schlimmer als nach einem Festival

Offenbar waren einige der Touristen der Meinung, sie befinden sich auf einem Festival. Denn nach Angaben des Bürgerschaftsmitglieds Ulrich Krause könne man in den vergangenen Wochen zunehmend beobachten, „dass am Grün- und Kurstrand regelmäßig (…) Zelte von Großfamilien und Gruppen junger Männer aufgebaut und die Strand- und Grünstrandflächen vermüllt werden.“ Doch selbst auf Festivals sei es sauberer, schreibt eine wütende Lübeckerin auf Facebook.

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Dabei sei das Aufstellen von Zelten ebenso wie das Abbrennen offener Feuer, das Grillen und das Lagern in der Strandsatzung generell verboten. Das schien die Touristen jedoch ebenso wenig zu interessieren wie der Fakt, dass sie den Strand mit Unrat, Verpackungsmüll und Essensresten stark verschmutzten. Krause beruft sich auf Zeugenaussagen, wonach campierende Menschen sogar ihre Notdurft im Bereich des Piratenspielplatzes verrichtet hätten.

Ostsee: Müllsäcke werden von Möwen und Krähen aufgehackt

Ein Facebook-Nutzer sieht die Verantwortung auch bei den Behörden. „Zum einen sind es die Touristen, die den Müll zurücklassen, zum anderen holen aber auch die Möwen die Abfälle aus den Mülleimern. Besser wären größere Mülleimer mit Deckel. Da kommen die Vögel dann nicht ran. Außerdem finde ich, dass in solchen Touri-Orten die Mülleimer von vornherein zu klein sind.“

Der Morgen danach: Ein Mitarbeiter des Kurdienstes entfernt die Spuren von ignoranten Strandgästen

Foto:

Karl Erhard Vögele

Kurdirektor Uwe Kirchhoff hat angekündigt, zum nächsten Wochenende zumindest 40 zusätzlich Müllbehälter am Travemünder Strand aufstellen zu lassen. Doch auch er verweist auf die Vögel am Strand. Die Müllbehälter seien demnach gar nicht das Problem, sondern die Müllsäcke, die von den Feiernden daneben gestellt und von Möwen sowie Krähen aufgehackt würden.

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Die Facebook-Nutzer sind sich jedoch darin einig, dass das Verhalten der Strandbesucher unverantwortlich und egoistisch ist. So fordert einer: „Vielleicht sollte alles gesperrt werden, bis auch der Dümmste es begreift …“