Eine Baustelle im Pergolenviertel in der Nähe des Hamburger Stadtparks (Symbolbild)
Eine Baustelle im Pergolenviertel in der Nähe des Hamburger Stadtparks (Symbolbild)
  • Eine Baustelle im Pergolenviertel in der Nähe des Hamburger Stadtparks (Symbolbild)
  • Foto: IMAGO / Hanno Bode

Wohnungsbau: Hamburg erreicht wichtiges Ziel – warum das nicht genügt

Jahr für Jahr will Hamburg den Bau von mindestens 10.000 neuen Wohnungen genehmigen. Das soll den überhitzten Markt entlasten. Dieses Ziel hat die Stadt 2022 auch erreicht, von Höchstwerten beim Wohnungsbau ist sie allerdings deutlich entfernt. Das könnte erst einmal so bleiben, befürchtet Karen Pein (SPD), die neue Senatorin für Stadtentwicklung.

Hamburg hat im vergangenen Jahr 10.377 Wohnungen genehmigt. Damit erreicht die Stadt nicht nur ihr selbst gestecktes Ziel, sondern vermerkt im Vergleich zu den beiden Vorjahren ein leichtes Plus, wie aus Zahlen der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen hervorgeht. 2020 hatte Hamburg 10.007 Genehmigungen erteilt, 2021 10.207 – den Höchststand erreichte die Stadt 2017 mit 13.411 neu genehmigten Wohnungen.

2022 genehmigt Hamburg 10.377 Wohneinheiten

Mit 2337 genehmigte der Bezirk Mitte die meisten Wohneinheiten. Wandsbek (1921) und Hamburg-Nord (1476) komplettieren die Top 3. Das Schlusslicht ist demnach Bergedorf (543). Seit 2011 wurde der Bau von insgesamt 126.618 neuen Wohnungen abgesegnet – wie schnell diese tatsächlich gebaut wurden oder werden, geht aus den Zahlen nicht hervor.

Ein „beachtlicher Erfolg“ für Hamburg und das Bündnis für das Wohnen sei das Ergebnis, sagt die zuständige Senatorin Karen Pein. „Die großen Anstrengungen zahlen sich aus. Das ist gut so, denn Hamburg bleibt eine wachsende Stadt mit steigendem Wohnbedarf.“

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Allerdings erwartet die SPD-Politikerin einen eher negativen Trend: In den kommenden Jahren müsse Hamburg „von sinkenden Neubauzahlen“ ausgehen. Die Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft seien „äußerst herausfordernd“, sagt Parteikollege und Fraktionsvorsitzender Dirk Kienscherf. Gleichwohl sei für den SPD-Politiker klar: „Wir müssen weiter für bezahlbaren Wohnraum kämpfen und auch den Sozialwohnungsbestand stabilisieren.“

Dort sieht auch die Hamburger Linke dringenden Nachholbedarf. „2021 wurden statt der angestrebten 3000 geförderten Wohnungen nur 1900 fertiggestellt. Und auch 2022 wird die Zielzahl nicht erreicht“, kritisiert Heike Sudmann, wohnungsbaupolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion. Außerdem seien von den 116.441 bis 2021 genehmigten Wohnungen nur 84.650 tatsächlich fertiggestellt worden. „Eine sehr erhebliche Zahl“, sagt Sudmann, bloß: „In Baugenehmigungen kann aber niemand wohnen“.

FDP: Senat betreibt „Augenwischerei“ beim Wohnungsbau

FDP-Landesvize Katarina Blume bewertet die Zahlen des Senats als „Augenwischerei“. Die Genehmigungen seien schließlich keine Fertigstellungen. „Die Jahre, in denen die Hamburgs Wohnungsbaupolitik bundesweit als erfolgreiches Vorbild galt, sind vorbei.“

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