Hamburg Schüler machen Selbsttests – rund 200.000 Schüler sind wieder in den Präsenzunterricht gestartet.
  • Hamburger Schüler mussten sich in der ersten Schulwoche in 2022 jeden Tag testen – wie viele davon positiv ausfallen, kann die Behörde aber nicht sagen. (Symbolbild)
  • Foto: dpa

Wie schnell rauscht Omikron durch Hamburgs Schulen?

200.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler sind wieder in den Präsenzunterricht gestartet: Das bedeutet viel Kontakt in Innenräumen, obwohl der Großteil von ihnen noch nicht doppelt geimpft ist – und sich die hochansteckende Omikron-Variante rasant ausbreitet. Wird die Schülerschaft nun einfach durchseucht?

Die Schulen in Deutschland sollen offenbleiben – trotz Omikron. Am Mittwoch bekräftigten die Kultusminister ihren Kurs, der Präsenzunterricht nahezu absolute Priorität einräumt. Schulen sollen erst dann geschlossen werden, wenn alle andere Möglichkeiten ausgeschöpft seien, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU).

Omikron: Wie gefährlich ist die Variante für Kinder?

Eine Nachricht, die Eltern verunsichern dürfte – denn auch Kinder sind von Omikron betroffen. In Südafrika, Großbritannien und den USA ist die Hospitalisierungsrate von Kindern in den vergangenen Wochen sogar regelrecht in die Höhe geschossen, darunter viele Fälle mit nachgewiesener Omikron-Infektion.

Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln, spricht sich für Präsenzunterricht aus.
Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln, spricht sich für Präsenzunterricht aus.

Dass die Variante gefährlicher für Kinder ist, bedeutet das dem Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Burkhard Rodeck, nach aber nicht. Stattdessen handele es sich bei einem großen Teil um Zufallsdiagnosen, sagte er „Zeit Online“. Die Kinder wurden mit anderen Ursachen in Kliniken eingeliefert und dort getestet – und tauchen deshalb in den Statistiken auf. Auch dem Präsidenten der DGKJ, Jörg Dötsch, zufolge hat sich die Befürchtung von schweren Omikron-Verläufen bei Kindern nicht bewahrheitet. Den aktuellen Erkenntnissen zufolge scheinen sie sogar milder zu sein.

Omikron in Hamburgs Schulen: Diese Maßnahmen sollen schützen

Doch die Variante ist hochansteckend. Durch den leichteren Verlauf könnten zwar weniger Kinder pro Infektion erkranken, erläuterte der Virologe Björn Meyer in „ZDF heute“. „Aber durch die hohen Infektionszahlen dann doch mehr Kinder, als bislang in Krankenhäuser eingewiesen werden.“ Wirklich sicher, wie sich die Variante auf Kinder auswirke, könne man sich erst sein, wenn genügend Daten vorliegen – also zum Ende der Winterwelle.

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Doch bis dahin bleiben die Schulen weitgehend offen – und in Hamburg haben erst 60 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen mindestens eine Impfung bekommen, die Kampagne für Fünf- bis Elfjährige ist erst kurz vor Weihnachten angelaufen. Schützen sollen sie nur die üblichen Maßnahmen in Schulen wie regelmäßiges Lüften und Testen, Luftfilter und Maskenpflicht. Aber reicht das? Oder wird eine Durchseuchung in Kauf genommen?

Präsenzunterricht bleibt: Ansteckungen eingepreist

Bei einer Einschätzung, wie schnell eine Durchseuchung vonstatten ginge und was sie für den Pandemieverlauf bedeuten würde, halten sich viele Experten auf MOPO-Nachfrage zurück – zu sensibel ist das Thema. Bisher galten Schulen zumindest nicht als Pandemietreiber, Infektionen haben meist außerhalb stattgefunden. Und laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach schützen FFP2-Masken im Unterricht auch gegen die Mutante.

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Eine Durchseuchung von Kindern (oder Erwachsenen) sei nicht verantwortbar, sagt er, und schloss daher nicht aus, dass es nicht doch noch zu Schulschließungen kommen kann. Doch am Freitag beraten die Kultusminister erst einmal über mögliche Änderungen der Quarantäneregeln – damit Schulen auch bei den erwarteten, steigenden Fallzahlen offenbleiben können.

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