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Eine ältere Frau spielt Memory. Forscher:innen haben nun Hinweise für die Behandlung von Alzheimer entdeckt. (Symbolbild)
  • Eine ältere Frau spielt Memory. Forscher:innen haben nun Hinweise für die Behandlung von Alzheimer entdeckt. (Symbolbild)
  • Foto: dpa

UKE: Neue Hinweise für Alzheimer-Behandlung entdeckt

Das Coronavirus hält die medizinische Forschung im Bann – doch auch in anderen Bereichen der Grundlagenforschung gibt es Fortschritte. Am Freitag kamen gleich zwei gute Nachrichten aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und machen Hoffnung auf die Behandlung von Alzheimer und eine wichtige Booster-Impfung.

Bringt eine Frau aus Kolumbien nun wichtige Erkenntnisse, wie man Alzheimer behandeln kann? Dass erhoffen sich Forscher:innen des UKE und der Harvard-Medical-School, die das Gehirn der Frau untersuchten. Das Besondere: In der Großfamilie der Frau gab es häufig Alzheimer-Fälle, denn das Gen PSEN1 war mutiert. Träger dieser Genmutation zeigen typischerweise bereits in ihren 40er und 50er Jahren Alzheimer-Symptome. Bei der Frau gab es erste Anzeichen aber erst Anfang 70. Sie hatte die Krankheit also wohl rund 30 Jahre abgewehrt.

UKE: Überraschende Befunde im Bereich Alzheimer

Zwar gab es Hinweise auf Alzheimer im Gehirn der Frau – der frontale Kortex (der etwa für das Urteilsvermögen wichtig ist) und der Hippocampus (für das Lernen und das Gedächtnis wichtig) waren aber verschont geblieben. Die Forscher:innen gehen davon aus, dass dies an einer anderen Genmutation lag, die die Frau ebenfalls aufwies – der sogenannten „APOE3 Christchurch”. Diese Variante wurde bislang eigentlich weder mit einem höheren noch mit einem niedrigeren Risiko für Alzheimer in Verbindung gebracht.  

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„Es ist selten, dass wir bei der Untersuchung von Gehirnen mit familiärer Alzheimer-Krankheit solche überraschenden Befunde entdecken“, sagt Diego Sepulveda-Falla, Forschungsleiter am Institut für Neuropathologie des UKE. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere molekularen und pathologischen Ergebnisse zumindest einige Wege für die Forschung aufzeigen und Hoffnung auf eine erfolgreiche Behandlung dieser Erkrankung machen.“

MERS-CoV: Der seit 2017 getestete Booster wirkt

Und auch aus einem weiteren Bereich der Grundlagenforschung gibt es gute Neuigkeiten: Die Booster-Impfung gegen das Coronavirus MERS-CoV ist gut verträglich und wirkt noch Jahre nach dem Piks. MERS-CoV gehört neben SARS-CoV und SARS-CoV-2 zu den drei Coronaviren, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besonders gefährlich eingestuft werden – denn sie haben zu Ausbrüchen von Atemwegserkrankungen und Todesfällen geführt.

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Seit 2017 wird von Wissenschaftler:innen des UKE und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung ein Vektor-Impfstoff samt Booster an Proband:innen getestet. Nun haben zwei Studien gezeigt, dass die Impfung gut verträglich ist und zu einer verstärkten Bildung von Antikörpern führt – sie konnten sogar noch zwei Jahre nach der dritten Impfung nachgewiesen werden.

„Nach dreimaliger Impfung wurde bei allen Proband:innen eine langanhaltende Immunantwort gegen das MERS-CoV Spike-Protein beobachtet. Der neue Impfstoff und der MVA-Vektor haben das Potenzial, als prophylaktischer Impfstoff beziehungsweise als Impfstoffplattform eingesetzt zu werden“, so Studienleiterin Prof. Dr. Marylyn Addo, Direktorin des Instituts für Infektionsforschung und Impfstoffentwicklung. (ncd)

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