Allein die Hamburger Feuerwehr musste zu mehr als 200 Einsätzen wegen des Sturmtiefs „Zoltan“ ausrücken.
  • Allein die Hamburger Feuerwehr musste zu mehr als 200 Einsätzen wegen des Sturmtiefs „Zoltan“ ausrücken.
  • Foto: picture alliance/dpa/Bodo Marks

Sturmtief „Zoltan“ sorgt für mehr als 200 Einsätze – und einen tragischen Unfall

Orkanartige Böen und schwere Sturmfluten in Hamburg und Norddeutschland: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Tief „Zoltan“.

19.02 Uhr: Eine 81-Jährige Radfahrerin ist bereits am Donnerstag in Stelle (Landkreis Harburg) von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt worden – die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau von einer Sturmböe aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Die Seniorin stand mit ihrem Pedelec am Fahrbahnrand der Harburger Straße, als sie plötzlich ins Straucheln geriet: „Nicht ausgeschlossen ist, dass die Frau durch eine Windböe ins Straucheln geraten war“, sagte ein Polizeisprecher. „Es herrschte sehr stürmisches Wetter.“

Die 81-Jährige stürzte direkt vor einem herannahenden Lkw auf den Asphalt. Sanitäter und ein Notarzt konnten ihr nicht mehr helfen, Reanimationsmaßnahmen waren zwecklos. Der Lkw-Fahrer wurde mit Schocksymptomen behandelt.

18.44 Uhr: Die Hamburger Feuerwehr zog am Freitagabend Bilanz. Dank „Zoltan“ mussten die Rettungskräfte zu mehr als 200 Einsätzen ausrücken. In Finkenwerder ist eine Siedlung am Osterfelddeich aufgrund der Sturmflut in Gefahr: Das aufgelaufene Wasser konnte nicht zurück in die Alte Süderelbe fließen und überschwemmte Auengebiete. Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) waren noch am Abend mit großen Pumpen im Einsatz.

In Langenhorn wurde die Feuerwehr am Freitagmorgen gegen 6.45 Uhr zu einem umgestürzten Baum in der Straße Foßberger Moor gerufen, der in Teilen auf einem Haus lag. Die Arbeiten, für die die EInsatzkräfte auch einen Kran benötigten, zogen sich bis 10.30 Uhr hin. Bereits am Donnerstagabend hatte die Feuerwehr eine Person aus einemm im Wasser stehenden Auto an der Großen Elbstraße gerettet. Die Person blieb unverletzt.

15.25 Uhr: Die Umweltbehörde warnt davor, Parks und Wälder in Hamburg zu betreten: „Aufgrund des Sturms sind zahlreiche Einzelwürfe und -brüche in den Wäldern zu befürchten“, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. Auch nach Abklingen des Sturms können Äste oder sogar ganze Bäume noch umstürzen. Wer in eine Notlage gerät, dem empfiehlt die Behörde zusätzlich zum Notruf 112 die App „Hilfe im Wald“, die die nächstgelegenen Rettungstreffpunkte anzeigt.

14.35 Uhr: Die Sperrung der U3 zwischen Kellinghusenstraße und Saarlandstraße konnte wieder aufgehoben werden, die Gefahr ins Gleis stürzender Bäume ist gebannt.

Im Bahnverkehr kommt es hingegen weiter zu Verspätungen und vereinzelten Zugausfällen. Am Wochenende rechnet die Bahn nach Angaben der Sprecherin mit einer starken Auslastung der Züge. Zu dem ohnehin starken Weihnachtsverkehr kämen nun Reisende hinzu, die ihre Anreise wegen des Sturms in das Wochenende verlegen mussten. „Es wird sicherlich voll“, sagte eine Bahn-Sprecherin, die den Fahrgästen empfiehlt, sich einen Sitzplatz für die Fahrt zu reservieren.

Bereits für Donnerstag hatte die Bahn aufgrund der zahlreichen Beeinträchtigungen die Zugbindung aufgehoben, das heißt Fahrgäste können ihr Ticket an einem späteren Tag nutzen. Dies gilt nun auch für Reisende, die ihre für Freitag geplante Reise verschieben möchten. „Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden“, hieß es dazu auf der Internetseite der Bahn.

13.32 Uhr: Die Sturmflutwarnung für Hamburg ist offiziell aufgehoben. Das teilte die Feuerwehr auf der Plattform „X“ (früher Twitter) mit. Als Entwarnung gab es deshalb gegen 13.30 Uhr einen einminütigen Signalton. Es bestehe keine Gefahr. Die Sperrmaßnahmen werden jetzt nach und nach zurückgefahren. Auch auf der Warnapp „Katwarn“ wurde Entwarnung gegeben.

12.28 Uhr:  Hunderte Hamburger und Touristen haben die schwere Sturmflut an der Elbe zu einem vorweihnachtlichen Ausflug an den Fischmarkt genutzt. Entlang der Promenade unterhalb der St. Pauli Hafentreppe beobachteten sie am Freitagvormittag, wie noch letzte Autos bei Erreichen des Pegelhöchststandes von 3,33 Meter von den bereits überspülten Parkflächen an der Uferkante gefahren oder geschleppt wurden. Es sei zwar nicht unbedingt schön, sich die Überflutungen anzuschauen, „aber sehr beeindruckend“, sagte die 70-Jährige Gudrun Wetzel, die mit ihren beiden Enkelkindern an die Promenade am Fischmarkt gekommen war. Besorgt sei sie aber nicht. „Das Fluttor ist ja dicht. Und außerdem verfügt Hamburg über die nötige Infrastruktur und ist auf solche Situationen gut vorbereitet.“

Schaulustige beobachten am Fischmarkt die Überflutung durch die Sturmflut. dpa
Schaulustige beobachten am Fischmarkt die Überflutung durch die Sturmflut.

11.51 Uhr: Die Sturmflut in Hamburg hat ihren Scheitelpunkt geschafft und das Wasser läuft nun langsam wieder ab. „Die schwere Sturmflut hat 10.42 Uhr ihren Höchststand am Pegel St. Pauli erreicht. Die Abweichung zum mittleren Hochwasser betrug 3,33 Meter“, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Freitagmittag in Hamburg. Damit sei nun auch die Entwarnung für den Bereich herausgegeben worden. Durch die schwere Sturmflut sind der Fischmarkt und umliegende Straßen teils hüfthoch überspült worden. Auch in der Hafencity standen zahlreiche Straßen unter Wasser.

11.01 Uhr: Das Hochwasser an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste hat seinen voraussichtlichen Höchststand am Freitagmorgen erreicht. Am Eider-Sperrwerk bei Tönning sei gegen neun Uhr ein Pegelstand von 2,51 Metern über dem mittleren Hochwasser (MHW) gemessen worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg. Damit ist knapp die Marke einer schweren Sturmflut erreicht worden, die bei 2,50 Metern über MHW liegt. Seitdem sinke der Wasserstand wieder. Etwas weiter nördlich in Husum lag der Scheitelwert laut BSH um 9.28 Uhr bei 2,26 Metern über MHW.

10.10 Uhr: Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein hat seine ersten Einsatzzahlen zum Sturmtief veröffentlicht. Die Leitstelle Nord meldet 161 Einsätze im Raum Nordfriesland (66), Flensburg (11) und Schleswig-Flensburg (84). In der Leitstelle West waren die Rettungskräfte in Steinburg mit 44 Einsätzen, Dithmarschen mit 15 Einsätzen, Pinneberg mit 57 Einsätzen und Segeberg mit 60 wetterbedingten Einsätzen gefordert. In Neumünster blieb es vergleichsweise ruhig, hier wurden lediglich 6 Einsätze verzeichnet, ebenso in Lübeck, wo 15 wetterbedingte Einsätze registriert wurden. Die Leitstelle Mitte verzeichnete ebenfalls eine Vielzahl von Einsätzen im Zuge des Orkantiefs „Zoltan“. Hier kam es in Kiel zu 33 wetterbedingten Einsätzen, in Rendsburg-Eckernförde zu 65 und in Plön zu 54 Einsätzen. Die Leitstelle Süd berichtet von insgesamt 180 Einsätzen, die sich auf die Regionen Ostholstein (104 Einsätze), Stormarn (39 Einsätze) und Herzogtum-Lauenburg (37 Einsätze) aufteilen.

Hohe Wellen brechen sich an den Fähranlegern der Nordseefähren in Dagebüll. dpa
Hohe Wellen brechen sich an den Fähranlegern der Nordseefähren in Dagebüll.

9.44 Uhr: Am Flughafen Hamburg sind heute schon mehr als ein Dutzend Flüge gestrichen worden, meist war Hamburg dabei aber nur das Ziel. Es waren unter anderem Verbindungen aus Frankfurt, München, Amsterdam und London betroffen, die nicht in der Hansestadt gelandet sind, wie eine Flughafen-Sprecherin der MOPO sagte. Insgesamt müssten Passagiere aufgrund des Sturms mit Verzögerungen im Ablauf rechnen.

9.27 Uhr: Wegen des Sturms ist die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern in der Nacht zu Freitag zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. In den meisten Fällen waren Bäume, große Äste oder Gegenstände wie Absperrgitter oder ein Blechdach auf die Fahrbahnen geweht worden, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Ein 26-Jähriger ist im Bereich Utzedel mit dem Schrecken davon gekommen, als während der Fahrt kurz vor Mitternacht ein Baum auf sein Auto fiel. Die Straßen wurden von den Einsatzkräften frei geräumt.

9.14 Uhr: Die Fehmarnsundbrücke musste aufgrund umgekippter Kleintransporter für mehrere Stunden gesperrt werden. Gegen 8 Uhr heute Morgen konnte die Brücke schließlich langsam wieder freigegeben werden.

9.04 Uhr: Die S5 fährt aktuell nicht zwischen Buxtehude und Horneburg. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Der Grund sind witterungsbedingte Störungen an der Strecke.

8.50 Uhr: In Schleswig-Holstein ist ein Mensch durch das Sturmtief „Zoltan“ verletzt worden. Die Person fuhr mit dem Auto in Fahrdorf gegen einen umgestürzten Baum, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag. Der Baum war durch den Sturm umgefallen.

8.26 Uhr: Für viele Fahrgäste der Bahn ist aktuell Geduld gefordert, viele Züge fallen aus. Immerhin: Die Tickets behalten ihre Gültigkeit, wenn ein Zug nicht fährt. „Alle Fahrgäste, die ihre am 21.12. und am 22.12.2023 geplante Reise aufgrund des Sturms Zoltan verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung“, informiert die Bahn auf ihrer Webseite.

8.06 Uhr: In den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg hatten die Rettungskräfte ebenfalls einiges zu tun. Je 15 Einsätze meldete die Polizei seit Donnerstagnachmittag. In den meisten Fällen handelte es sich um umgestürzte Bäume und Äste, die Fahrbahnen versperrten. Auch Baustellenabsicherungen wurden durch den Sturm teilweise umgeworfen.

7.47 Uhr: Für die Feuerwehr Hamburg war es eine arbeitsintensive Nacht. 78 Einsätze gab es bis in den frühen Morgen bislang im Zusammenhang mit dem Unwetter, wie ein Sprecher der MOPO sagte. In den meisten Fällen ging es um die Gefahr von umstürzenden Bäumen oder Baugerüsten, die dann gesichert wurden. Auch umherfliegende Äste oder Gegenstände wurden eingesammelt. Verletzt wurde bislang zum Glück niemand.

7.23 Uhr: An vielen Orten in Hamburg löste soeben eine laute Sirene aus. So berichten zum Beispiel Menschen aus Altona, Rahlstedt oder Wilhelmsburg von dem lauten Heulton. Die auf- und abschwellende Sirene steht für „Achtung! Es besteht eine Gefahr. Informieren Sie sich!“. Neben Sirenen-Warnung werden weitere Informationen zur Gefahrenlage auch übers Radio und andere Medien weitergegeben, erklärte die Feuerwehr der MOPO. Auch auf der Warnapp Katwarn läuft eine Warnung wegen der Sturmflut für das Hamburger Elbgebiet.

7.08 Uhr: Die Polizei rückte in der Nacht zu 19 Einsätzen im Zusammenhang mit dem Unwetter aus. Wie ein Polizeisprecher der MOPO erklärte, handelte es sich dabei meist um Äste auf Fahrbahnen. Wegen eines umgekippten Baumes musste zudem die Elbchaussee in der Nacht kurzzeitig vollgesperrt werden. Verletzt wurde niemand.

7.02 Uhr: Heute droht in Hamburg nach wie vor eine schwere Sturmflut. Der Hochwasserscheitel wird den Angaben zufolge gegen 11.00 Uhr am Pegel St. Pauli mit einer Höhe von bis zu 3,05 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet.

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Zugausfälle werden auf einer Tafel am Hauptbahnhof angezeigt.

6.52 Uhr: Die S1 verkehrt laut S-Bahn Hamburg zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel derzeit nur unregelmäßig. Schuld ist ein Unfall aus der Nacht. Eine S-Bahn war über einen umgestürzten Baum gefahren. Der Zug sei mit etwa 40 Stundenkilometern unterwegs gewesen und der Triebfahrzeugführer habe eine Schnellbremsung einleiten müssen, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Dabei sei keiner der 26 Fahrgäste verletzt worden. Sie wurden von der Feuerwehr aus den Wagen geholt, nachdem die Einsatzkräfte den Baum freigeschnitten und aus dem Gleisbereich gebracht hatten.

6.27 Uhr: Am Freitag fallen nach ersten Angaben Fernverkehrszüge zwischen Hamburg/Hannover, Kassel und Frankfurt/Stuttgart/Basel sowie Würzburg und München aus. In Marienhafe, Norden, Norddeich und Norddeich Mole halten keine ICE- und IC-Züge. Betroffen sind auch die EC-Zugstrecken in Hamburg und Schleswig-Holstein.

6.01 Uhr: In der Nach trieb es viele Schaulustige an den Fischmarkt – und die bekamen schnell nasse Füße. Denn das Hochwasser stieg dort im Minutentakt. Sehr zum Leidwesen auch vieler Autofahrer. So blieb ein Transporter liegen, weil Wasser in den Motor eindrang und dieser deshalb absoff. Ein Mann konnte mit seinem Pkw nicht weiter und musste von der Feuerwehr aus seinem Fahrzeug gerettet werden.

Donnerstag, 21. Dezember:

21.20 Uhr: Die Bahn warnt weiterhin vor Verspätungen und Ausfällen im Fernverkehr. Besonders betroffen sind unter anderem die Verbindungen zwischen Hamburg und Hannover, Hamburg und Kiel, Hamburg und Westerland, Hamburg und Kopenhagen sowie Hamburg und Bremen. Schon seit dem Nachmittag gibt es deswegen Gedränge im Hauptbahnhof. Die Bahn hat die Zugbindung aufgehoben, Fahrgäste können ihre Reise auch zu einem späteren Zeitpunkt antreten – allerdings sind die Züge wegen der anstehenden Weihnachtsfeiertage ohnehin sehr stark ausgelastet.

Schon seit Donnerstagnachmittag kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen. In der Folge ist der Hamburger Hauptbahnhof überfüllt. picture alliance/dpa/Bodo Marks
Schon seit Donnerstagnachmittag kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen. In der Folge ist der Hamburger Hauptbahnhof überfüllt.
Schon seit Donnerstagnachmittag kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen. In der Folge ist der Hamburger Hauptbahnhof überfüllt.

Die Sturmschäden in Hamburg halten sich bis zum Abend in Grenzen: Zwar wird die Feuerwehr immer wieder zu sogenannten wetterbedingten Einsätzen gerufen: Menschen wurden aber bislang nicht verletzt, auch die Sachschäden bewegen sich im überschaubaren Bereich.

21.14 Uhr: In Cuxhaven hat die Feuerwehr den einzigen Deich-Durchgang am Donnerstagabend mit Sandsäcken gesichert. Das Tor wurde bereits am Nachmittag geschlossen, wie ein Stadtsprecher bestätigte. „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit morgen früh alles gemacht ist und sich die Einsatzkräfte um andere Orte kümmern können“, sagte er.

20.33 Uhr: Die Fehmarnsundbrücke ist aufgrund des Sturmtiefs „Zoltan“ vollständig gesperrt worden. Das teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Zuvor waren im Norden bereits auch viele Fähren, wie etwa zwischen Föhr und Amrum oder den Halligen und dem Festland ausgefallen.

Die mehr als 900 Meter lange Fehmarnsundbrücke verbindet das Festland mit der Insel Fehmarn und soll auch nach Bau des Tunnels für den Fernverkehr auf Schiene und Straße für den regionalen Verkehr erhalten bleiben.

20.17 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Nord- und Ostseeküsten für den Freitagvormittag mit Böen mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 110 Kilometern pro Stunde, auch noch stärkere Orkanböen sind demnach möglich. Auch in Hamburg muss mit ähnlichen Windgeschwindigkeiten gerechnet werden.

20.09 Uhr: In Bremen sollen wegen der vorhergesagten Sturmflut Überschwemmungsgebiete geräumt werden. Betroffen seien die Pauliner Marsch, der Bereich Im Suhrfelde, das Parzellengebiet an der Hanseatenkampfbahn in Rablinghausen sowie Teile des Stadtwerders, wie die Feuerwehr der Hansestadt am Donnerstagabend mitteilte.

Die Räumung am Freitagmorgen erfolge durch die Polizei. Vom späten Abend an werde auf unterschiedlichen Kanälen gewarnt. Wem es möglich ist, bei Verwandten oder Freunden unterzukommen, der sollte die betroffenen Bereiche vorsorglich schon frühzeitig verlassen, hieß es weiter. Für Hamburg gilt ebenfalls die Warnung vor einer schweren Sturmflut: Sowohl das Abendhochwasser am Donnerstag als auch das Taghochwasser am Freitag werden mit 2,50 Meter oder mehr über dem mittleren Hochwasser auflaufen.

17.41 Uhr: In Niedersachsen, wo „Zoltan“ bereits Schäden angerichtet hat, war unter anderem Bremerhaven besonders betroffen. Ein sicheres Erleben des Weihnachtsmarktes sei unmöglich, hieß es beispielsweise von dort. Der Markt bleibe daher geschlossen, ebenso wie auch in Bremen oder Braunschweig. In der Seestadt wurde gar der Schulunterricht für Freitag abgesagt. Es gebe lediglich ein Betreuungsangebot.

Auch Besuchern der Insel Norderney macht das Unwetter einen Strich durch die Rechnung. Die Fähren von und zu der Insel fielen ab 16.45 Uhr bis Freitagfrüh aus. In Hannover sollten die Parks und der Stadtwald am Donnerstag geschlossen bleiben.

Die Niedersächsischen Landesforsten warnten vor dem Betreten von Wäldern. Es könnten jederzeit Äste herabfallen und Baumkronen auseinanderbrechen. Wegen des aufgeweichten Bodens könnten auch ganze Bäume umstürzen. Das gelte auch für die Tage nach dem Sturm.

16.29 Uhr: Sturmtief „Zoltan“ sorgt am Donnerstag im Fernverkehr der Deutschen Bahn für Ausfälle und Verspätungen. Betroffen sind Eurocity-, Intercity- und ICE-Verbindungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wie die Bahn am Donnerstagnachmittag mitteilte.

Einschränkungen durch Sturmschäden gibt es demnach auf den Strecken Kiel-Hamburg, Hamburg-Westerland, Kiel-Hamburg-Bremen-NRW, Norddeich Mole-Emden-Rheine-Münster und Magdeburg-Hannover-Bremen-Leer-Emden-Norddeich Mole. Die Intercity-Verbindung Hamburg-Kopenhagen sei ebenfalls betroffen. Auch im Regionalverkehr meldete die Bahn am Donnerstag witterungsbedingte Verspätungen und Ausfälle.

Zahlreiche Menschen warten am Hamburger Hauptbahnhof auf einen Zug (Archivbild). picture alliance/dpa/Bodo Marks
Zahlreiche Menschen warten am Hamburger Hauptbahnhof auf einen Zug (Archivbild).
Zahlreiche Menschen warten am Hamburger Hauptbahnhof auf einen Zug (Archivbild).

Die Zugbindung sei für Donnerstag aufgehoben, teilte die Deutsche Bahn weiter mit. Fahrgäste könnten ihr Ticket an einem späteren Tag nutzen. Die DB verwies allerdings auch darauf, dass die Züge im Fernverkehr wegen der bevorstehenden Weihnachtstage bereits sehr stark ausgelastet seien.

Am Hamburger Hauptbahnhof waren die Bahnsteige am Nachmittag voller Menschen, die auf einen Zug warteten. Auch Wartehallen und Gänge seien überfüllt, berichtete eine dpa-Reporterin.

15.49 Uhr: Hamburg muss sich am Abend auf eine schwere Sturmflut einstellen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg warnte am Donnerstagnachmittag: „Im Hamburger Elbegebiet muss heute Nacht mit einer schweren Sturmflut von 2,5 m über mittlerem Hochwasser gerechnet werden.“ Die Sturmflutgefahr bestehe bis etwa 23.25 Uhr. Auch das Taghochwasser am Freitag wird voraussichtlich als schwere Sturmflut auflaufen.

Sturmflut im November 2023. Mit „Zoltan” ist jetzt ein weiteres Tief im Anmarsch. dpa
Sturmflut im November 2023. Mit „Zoltan” ist jetzt ein weiteres Tief im Anmarsch.
Sturmflut im November 2023. Mit „Zoltan” ist jetzt ein weiteres Tief im Anmarsch.

Zuletzt habe in der Hansestadt Tief Nadia am 30. Januar 2022 zu zwei aufeinanderfolgenden schweren Sturmfluten mit Werten von 2,84 und 2,60 Meter über dem mittleren Wasserstand geführt. Die letzten schweren Sturmfluten an der Nordsee gab es demnach im Januar und Februar 2022.

15.20 Uhr: Sturmtief „Zoltan“ wirbelt am Donnerstag und Freitag die Fährfahrpläne zu den nordfriesischen Inseln und Halligen ordentlich durcheinander. Viele Fähren zwischen den Halligen und dem Festland fielen bereits am Donnerstag aus, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei auf ihrer Webseite mitteilte.

Der Syltshuttle der Deutschen Bahn nimmt am Donnerstag und zunächst auch Freitag zu Betriebsbeginn keine Autos mit Anhängern, Lastwagen mit leeren Anhängern oder Gefahrgut, Campingfahrzeuge sowie Motorräder mit. Der blaue Autozug des Betreibers RDC weist auf seinen Internetseiten darauf hin, dass es wegen des Sturmtiefs mit orkanartigen Böen zu Einschränkungen bei der Beförderung von sehr leichten, größeren Fahrzeugen kommen kann.

15.10 Uhr: Wegen des Sturms bleibt auch der „Christmas Garden“ im Botanischen Garten in Klein Flottbek am Donnerstag geschlossen. Besucher mit Tickets finden hier eine Anleitung zur Umbuchung oder zur Erstattung des Ticketpreises.

15.04 Uhr: Wie die Hochbahn am frühen Nachmittag mitteilt, wird die Höchstgeschwindigkeit aller Bahnen auf den oberirdischen Abschnitten wie zum Beispiel der U1 in Richtung Ahrensburg/Großhansdorf auf nur noch 40 km/h reduziert: „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass ein Baum in den Gleisbereich stürzt“, so Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum.

14.29 Uhr: Trotz des sehr stürmischen und regnerischen Wetters in Hamburg wollen die Betreiber der Weihnachtsmärkte ihre Buden zunächst wie geplant geöffnet lassen. So werde es beispielsweise für den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus keine Einschränkungen bei den Öffnungszeiten geben, der Markt sei durch seine Lage gut geschützt, sagte eine Sprecher des Roncalli-Weihnachtsmarktes am Donnerstag in Hamburg. „Wie es die nächsten Tage weiter geht, werden wir sehen.“

Ähnlich sieht das auch Robert Kirchhecker, der die Weihnachtsmärkte in der Spitalerstraße und am Gerhart-Hauptmann-Platz betreibt: „Die Hütten sind ohnehin sturmgesichert. Das ist eine Vorgabe der Stadt. Wir werden abwarten, wie sich das heute noch entwickelt. Wenn es zu extrem wird, werde ich den Weihnachtsmarkt schließen.“

Auch die Betreiber des Weihnachtsmarktes auf dem Rathausmarkt beobachten das Wetter genau. picture alliance / dpa/Marcus Brandt
Auch die Betreiber des Weihnachtsmarktes auf dem Rathausmarkt beobachten das Wetter genau.
Auch die Betreiber des Weihnachtsmarktes auf dem Rathausmarkt beobachten das Wetter genau.

Am wichtigsten sei, dass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher durch den Sturm nicht gefährdet sei. „Und die kann ich nicht mehr gewährleisten, wenn Teile durch die Gegend fliegen. Die müssen ja nicht von uns sein. Das können auch Gegenstände von Baustellen oder Planen sein.“

Auch die Betreiberin der Märkte am Gänsemarkt und an der Petrikirche schaut zunächst wachsam auf die Auswirkungen des Sturmtiefs. „Wir behalten das im Auge. Die ersten dürfen ihre Klappen schon runter machen, wenn es zu schlimm wird“, sagte Katja Dieckmann-Zerbe am Donnerstag.

13.27 Uhr: Ein umgestürzter Baum zwischen Wrist und Dauenhof hat auf der Bahnstrecke Hamburg – Kiel/Flensburg für Behinderungen gesorgt. Der Betrieb des Regionalverkehrs der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Neumünster sei in beide Richtungen vorübergehend eingestellt worden, schrieb das Unternehmen auf seinen Internetseiten.

Feuerwehrleute räumen ein Bahngleis, das von einem umgestürzten Baum blockiert wird (Symbolbild). dpa
Feuerwehrleute räumen ein Bahngleis, das von einem umgestürzten Baum blockiert wird (Symbolbild).
Feuerwehrleute räumen ein Bahngleis, das von einem umgestürzten Baum blockiert wird (Symbolbild).

Betroffen sei der RE 7/RE 70 von Flensburg/Kiel nach Hamburg. Reisende werden gebeten, alternativ die Züge über Bad Oldesloe und Bad Segeberg in Richtung Neumünster und Hamburg Hauptbahnhof zu nutzen. Den Angaben zufolge kommt es zu einer Reisezeitverlängerung von bis zu 90 Minuten.

11:53 Uhr: Die Hamburger Polizei hat mit Blick auf die erwartete Sturmflut in der Nacht zu Freitag davor gewarnt, sich in der Zeit in tiefer gelegenen Gebieten rund um die Elbe aufzuhalten. Das betreffe vor allem den Hafen, die Hafencity und elbnahe Gebiete, wie die Polizei am Donnerstagvormittag mitteilte. Gebäude in diesen Bereichen sollten zudem vor Hochwasser geschützt und Fahrzeuge in höher gelegene Bereiche umgeparkt werden. Die Sturmflut in der Elbe wird kurz vor Mitternacht, am Donnerstag gegen 22.25 Uhr, erwartet. Dann sollen die Wasserstände auf 1,50 bis 2,5 Meter über das mittlere Hochwasser steigen. Der Hamburger Fischmarkt wird in der Regel ab Wasserständen von 1,5 bis 2,0 Metern über dem mittleren Hochwasser von Wasser überspült.

Sturm in Hamburg: Schwere Sturmflut am Freitag erwartet

10:21 Uhr: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat für Freitagvormittag für Elbe, Weser und Ems in Norddeutschland schwere Sturmfluten vorhergesagt: In den Flüssen werden die Wasserstände am Freitag zwischen 8 und 12 Uhr voraussichtlich auf mehr als 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser steigen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Donnerstag mit. Betroffen sind Hamburg, Bremen und Niedersachsen.

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Eine amtliche Warnung vor einer schweren Sturmflut ist das jedoch noch nicht, sagte Jennifer Brauch von den BSH-Vorhersagediensten für Nord- und Ostsee. Die werde erst gegen Mitternacht herausgegeben, wenn die für Donnerstagabend erwartete Sturmflut durch ist, vor der bereits gewarnt wird. Allerdings könnte die erwartete Sturmflut je nach Windstärke am Donnerstagabend auf das Niveau einer schweren Sturmflut zu steigen. Genaueres werde die Vorhersage am Mittag zeigen.

Für die Nordseeküste werden schon jetzt Wasserstände erwartet, die 1,5 bis 2,0 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen werden. Im Elbe- und Wesergebiet können sie auf 2,0 bis 2,5 Meter über das mittlere Hochwasser klettern.

Das Sturmtief „Zoltan“ bläst mit teils orkanartige Böen über Deutschland hinweg. dpa
Das Sturmtief „Zoltan“ bläst mit teils orkanartige Böen über Deutschland hinweg.
Das Sturmtief „Zoltan“ bläst mit teils orkanartige Böen über Deutschland hinweg.

9.01 Uhr: Jetzt wird es stürmisch in Hamburg: Nach einem bereits windigen Morgen rechnet der DWD für unsere Hansestadt ab 10 Uhr mit schweren Sturmböen um 90 Stundenkilometer (Windstärke 10). In Schauernähe müsse sogar mit orkanartigen Böen um 105 km/h gerechnet werden.

8.49 Uhr: Der DWD kündigt über die Warn-App Nina für den Donnerstag orkanartige Böen an der Nordseeküste an. Es müsse demnach in Schauernähe mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern (Windstärke 11) gerechnet werden. Ansonsten können die Windstöße 105 km/h erreichen. Es drohe Gefahr durch herabstürzende Äste und Dachziegel.

Auch im Binnenland sieht es nicht viel besser aus: Laut dem DWD soll es stürmische Böen bis 70 km/h (Windstärke 8) geben, ab dem Mittag schwere Sturmböen bis orkanartige Böen 90 bis 105 km/h (Windstärke 10 bis 11).

Wetter in Hamburg: Tief „Zoltan“ bringt Sturmflut

8.15 Uhr: Sturm-Warnung! Im Laufe des Tages soll das Sturmtief „Zoltan“ Norddeutschland treffen. Wegen orkanartiger Böen besteht auch Sturmflutgefahr. Die Wasserstände an der Elbe könnten teils schon am Donnerstagabend die Sturmflutmarke von 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erreichen. Das gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg bekannt.

Schwerpunkt wird nach Angaben einer BSH-Sprecherin das Elbe- und Wesergebiet sein. Aber auch an der Nordseeküste müssen sich die Menschen laut BSH auf Hochwasser einstellen. Einige Fährfahrten zur ostfriesischen Insel Wangerooge sowie zu den schleswig-holsteinischen Halligen fallen in den kommenden Tagen aus.

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Nach einem Absinken der Wasserstände in der Nacht erwartet das BSH für Freitag einen erneuten Anstieg der Pegel. Ob die Marke einer schweren Sturmflut von 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht wird, war zunächst unklar. (mp)

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