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Weltwassertag
  • Tägliches Duschen macht nur einen winzig kleinen Teil unseres Wasserverbrauchs aus.
  • Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Tausende Liter am Tag: Wie viel Wasser wir wirklich verbrauchen

Für uns ist es selbstverständlich, doch nicht in allen Ländern steht den Menschen ausreichend Trinkwasser zur Verfügung. Die wertvolle Ressource stammt aus dem Grundwasser, auch die Industrie bedient sich daran und der Verbrauch ist hoch. Wie können wir es einsparen?

Wer morgens duscht statt badet, spart Wasser. Doch mit der ersten Kaffee Tasse ist die Bilanz gleich wieder ruiniert. Berücksichtigt man nämlich Anbau und Produktion des Kaffees, verbraucht eine einzige Tasse davon 140 Liter Wasser – das ist weit mehr als der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Menschen in Deutschland pro Tag.

In vielen Ländern steht den Menschen nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung

Man spricht bei der Ressource, die für die Herstellung von Produkten benötigt wird, von virtuellem Wasser. Und die Verbrauchszahlen erschrecken: Vom Anbau der Baumwolle bis zur Herstellung benötigt eine Jeans im globalen Durchschnitt 8000 Liter Wasser. Für ein Kilo Rindfleisch sind es mehr als 15.000 Liter und für ein Kilo Kartoffeln etwa 290 Liter.

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Zählt man zu dem Wasserverbrauch im Haushalt den Wasserfußabdruck unserer Konsumgüter dazu, kommt man im Durchschnitt auf einen Verbrauch von 4000 bis 5000 statt 125 Litern pro Tag und Kopf, erklärt Juliane Vatter von der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF).

Virtuelles Wasser: das eigentliche Problem

Das virtuelle Wasser ist vor allem in Regionen der Welt ein Problem, die unter Wassermangel leiden. Und gerade von dort kommen viele wasserintensive Lebensmittel und Produkte unseres Alltags. Aber man kann auch von Deutschland aus helfen, es einzusparen.

Etwa, in dem man sich anschaut, woher ein Produkt stammt, rät Manuela Helmecke vom Umweltbundesamt. Denn in regenreichen Regionen sind die 20.000 Liter Wasser, die für ein Kilogramm Röstkaffee anfallen, weniger problematisch als in wasserarmen Regionen.

Den konkreten Wasserfußabdruck eines Produktes zu bestimmen, ist allerdings kompliziert, sagt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg. Man müsse aber gar nicht detektivisch Verbrauchszahlen recherchieren. „Am besten konzentriert man sich auf die großen Mengen“, erklärt Jorde. Etwa bei der Landwirtschaft.


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Sie sei global gesehen der größte Wassernutzer, sagt Juliane Vatter, beim WWF Expertin für nachhaltige Wassernutzung. Rund 70 Prozent des für Menschen zugänglichen Süßwassers fließen in die bewässerte Landwirtschaft. Und von dem Obst, das es in Deutschland zu kaufen gibt, kommt etwa 80 Prozent aus anderen Ländern, beim Gemüse sind es über 60 Prozent.

„Die tägliche Banane war früher ein Wohlstandssymbol, ist mittlerweile aber völlig normal“, ergänzt Verbraucherexperte Jorde. In Anbetracht des Wasserverbrauchs wäre es aber durchaus wünschenswert, Bananen wieder als etwas Besonderes zu betrachten. Die Experten-Faustregel zum Wassersparen lautet daher: Man sollte regional, saisonal, biologisch und möglichst wenige tierische Produkte kaufen.

Besser kaufen, was die Äcker und Wiesen der Region hergeben

Da aber mittlerweile alles zu jeder Jahreszeit im Supermarkt verfügbar ist, ist es immer schwieriger, ein Gefühl dafür zu bekommen, was natürliche Anbauorte und -zeiten sind, sagt Manuela Helmecke. Während knackige Äpfel aus Deutschland im Herbst eine optimale Wasserbilanz haben, schneiden sie im Frühjahr schon deutlich schlechter ab. Entweder wurden sie den ganzen Winter gekühlt eingelagert oder aus wärmeren Regionen importiert. Einen guten Überblick gibt ein Saisonkalender.

Es gibt auch Siegel für Landwirtschaftsbetriebe, auf die man achten kann: Der ökologische Landbau (EU-Bio-Logo) ist der Juliane Vatter zufolge das einzige Landnutzungssystem mit gesetzlich klar definierten Richtlinien für die gesamte Pflanzenproduktion, Tierhaltung und Verarbeitung der Produkte. Der Einsatz von Pestiziden und Düngern ist streng reguliert, unter anderem, um das Grundwasser zu schützen.

Auch andere Zertifizierungssysteme wie Naturland ermöglichen verbindliche ökologische und soziale Kriterien für den Anbau und tragen damit zum Süßwasserschutz bei.

Eine andere Möglichkeit, virtuelles Wasser zu sparen, ist der Verzicht auf tierische Produkte. Vor allem Fleisch verschlingt riesige Mengen der Ressource, gerade der Anbau des Futters für die Tiere. Vegane Alternativen sind oft besser. Das Soja dafür stammt häufig aus Europa, sagt Jorde. Mandeln sind dagegen weniger wasserfreundlich.

Elektrogeräte reparieren statt wegwerfen

Neben den Lebensmitteln sind es vor allem Elektrogeräte, aber auch Textilprodukte, die unseren virtuellen Wasserverbrauch steigern. Rund 20.000 Liter Wasser beansprucht zum Beispiel die Herstellung eines Computers, für ein Auto sind es sogar 400 000 Liter.

„Technische Geräte sind komplexe Güter, die aus vielen Einzelteilen bestehen und aufwendig hergestellt werden“, erklärt Verbraucherberater Jorde. Er empfiehlt daher. Elektrogeräte zu kaufen, die lange haltbar sind und sich reparieren lassen.

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Jorde sieht dabei auch die Unternehmen in der Verantwortung: „Manche Produkte haben systemische Schwächen.“ Wenn sich beispielsweise bei Handys der Akku nicht mehr austauschen lässt, könne das die Gebrauchsdauer drastisch verkürzen. Neben gebrauchten Produkten, rät der Experte, nur das zu kaufen, was man wirklich benötigt. Auch bei Kleidung sei es gut für die Umwelt weniger und Secondhand zu kaufen.

Kalte Dusche statt heißer Kaffee?

Der größte Wasserverbrauch findet letztendlich also nicht im eigenen Haushalt statt. Den tropfenden Wasserhahn sollte man dennoch reparieren. Und auch Duschen statt Baden sei sinnvoll, so Jorde. Wichtiger aber sei, die großen Wassermengen im Blick zu behalten.

„Wir sind Teil des Wasserkreislaufes“, sagt der Verbaucherberater. Daher sei auch ein verantwortungsvoller Umgang im globalen Kontext gefragt. Wem die kalte Dusche zum Wachwerden nicht reicht, kann es zumindest mit einem Umstieg auf Bio- und Fairtrade-Kaffee versuchen.

Weltwassertag am 22. März

Der Weltwassertag, zu dem die Vereinten Nationen aufrufen, erinnert an die Besonderheiten von Wasser: Es ist die essenziellste Ressource. In diesem Jahr ist das Grundwasser im Fokus. Denn mit dem voranschreitenden Klimawandel wird das Grundwasser weltweit schwinden. Wir müssen daher zusammen daran arbeiten, mit dieser kostbare Ressource nachhaltig umzugehen, so die UN.

Info: 771 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die gemeinnützige Organisation Viva con Agua setzt sich mit freudvollen Aktionen dafür ein, dass sich das ändert. Denn Wasser ist Leben! Ohne Wasser ist kein gesundes, würdevolles Leben möglich. Wenn Sie Viva con Agua unterstützen wollen, informieren Sie sich unter www.vivaconagua.org oder spenden sie auf folgendes Konto: 

Empfänger*in: Viva con Agua
IBAN: DE58 2005 0550 1268 1351 81
BIC: HASPDEHHXXX
Betreff: WASSER FÜR ALLE

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