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Ermittler der Spurensicherung an einem Tatort in Harburg.
  • Ermittler der Spurensicherung an einem Tatort in Harburg.
  • Foto: dpa

So ordnet die Polizei die Gewalt in Harburg ein – diese Orte sind besonders im Fokus

Ist der Bezirk Harburg ein Kriminalitäts-Hotspot? Die Meinungen diesbezüglich gehen auseinander (die MOPO berichtete). Fakt ist: Die Zahl der Gewaltdelikte hat statistisch gesehen zugenommen, das zeigen nun auch exklusive Halbjahres-Zahlen. Die Polizei begründet den Zuwachs teils mit den Folgen der Corona-Pandemie, beobachtet die Entwicklungen in den Stadtteilen jedoch genau. Zwei Orte haben die Beamten besonders im Blick.

Beinahe wöchentlich machen gewalttätige Auseinandersetzung aus Harburg Schlagzeilen. Zuletzt verlor ein Mann (54) am vergangenen Samstag in einem Heimfelder Hinterhof sein Leben. Ein 38-Jähriger soll ihn tödlich mit einem Messer verletzt haben.

Gewaltdelikte: Die Zahlen steigen

Um knapp 19 Prozent nahm die Zahl der Gewaltdelikte im vergangenen Jahr zu, sie sprang von 539 auf 641. Auch ein Blick auf den aktuellen Halbjahres-Trend zeigt erhöhte Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum. Darunter auch bei den einfachen Körperverletzungen, die allerdings nicht unter die Rubrik Gewaltkriminalität fallen.

Aber: Durch das Ende der Corona-Pandemie habe das öffentliche Leben in den Monaten danach wieder deutlich an Fahrt aufgenommen, insbesondere seit dem zweiten Halbjahr 2022, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth zur MOPO. „Das milde Wetter und das vermehrte Zusammentreffen von Menschen im öffentlichen Raum führt auch zu mehr Tatgelegenheiten und damit zu Straftaten.“ Zudem seien in den Zahlen auch Nacherfassungen enthalten; eine genaue Erfassung in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfolge erst am Ende der „kriminalpolizeilichen Entwicklung“. Das bedeutet, dass Fälle erst in die Statistik aufgenommen werden, wenn diese aus Polizeisicht beendet sind.

Polizeisprecher Florian Abbenseth. Polizei
Polizeisprecher Florian Abbenseth.
Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Die Polizei verfolgt eigenen Angaben nach die Entwicklungen in den Stadtteilen im Bezirk sehr aufmerksam: Neben den reviereigenen Kräften werden auch vermehrt Beamte der Bereitschaftspolizei eingesetzt. Vor allem der Bereich rund um die Drogeneinrichtung „Abrigado“ in Heimfeld und das Harburger Phoenix-Viertel sind im Fokus des hiesigen Polizeikommissariats (PK 46), wie die MOPO erfuhr.

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„Seit Jahresbeginn hat das PK 46 über 70 Schwerpunkteinsätze sowie 20 Verbundeinsätze mit dem Bezirksamt Harburg durchgeführt“, so Abbenseth weiter. Es liege in der Natur der Sache, dass dort, wo eine hohe polizeiliche Präsenz bestehe, Verdächtige auf frischer Tat ertappt würden und Straftaten vom Dunkel- ins Hellfeld gelangten. „Einerseits“, erklärt Abbenseth, „weil unsere Einsatzkräfte selbst Straftaten feststellen, andererseits werden unsere Präsenzkräfte aber immer wieder auch von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen, weil diese die Gelegenheit nutzen, um eine Anzeige zu erstatten, die sie sonst vielleicht nicht erstattet hätten.“

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