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Die Polizei Hamburg bereitet sich in einer Arbeitsgruppe auf einen möglichen längeren Stromausfall vor.
  • Die Polizei Hamburg bereitet sich in einer Arbeitsgruppe auf einen möglichen längeren Stromausfall vor.
  • Foto: IMAGO / Hanno Bode

Wie sich die Hamburger Polizei auf einen Blackout vorbereitet

In Hamburg wird es keinen Blackout geben – das hat der für Energie zuständige Senator Jens Kerstan (Grüne) den Bürgern versichert. Die Polizei geht dennoch auf Nummer sicher: Sie bereitet sich seit dem Sommer auf einen längeren Stromausfall vor.

Seit dem Sommer arbeitet die interne Arbeitsgruppe „Energiesicherheit“ an einem entsprechenden Maßnahmenkatalog. „Die Erarbeitung umfasst Sachstandserhebungen, Problemstellungen, szenarienbasierte Lösungsmöglichen und die Ableitung von Maßnahmen“, erklärte ein Polizeisprecher. Aus einsatztaktischen Gründen könnten keine Details genannt werden.

In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Bürgerschaftsfraktion hatte der Senat bereits im September erklärt, dass eine Bestandsaufnahme zur Ersatzstromversorgung bei Polizei und Feuerwehr gemacht worden sei. Demnach sind alle Polizei-Kommissariate, das Präsidium sowie die Verkehrsdirektion, die Bereitschaftspolizei und die Akademie der Polizei mit Notstromaggregaten ausgestattet. Das gilt ebenso für Feuer- und Rettungswachen. Die Einrichtungen verfügten über so viel Dieselkraftstoff, dass die Stromversorgung für 72 Stunden gesichert werden könne.

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Von besonderer Bedeutung für die Versorgungssicherheit ist nach Angaben des Senats eine Tankstelle auf dem Polizeigelände im Stadtteil Alsterdorf. Bis auf die Erdtanks und ein Kartenterminal sei die Anlage von 2018 bis 2020 komplett saniert worden.

Das passiert bei einer „Stromausfallkatastrophe“

Die Innenbehörde schloss bereits im Februar 2020 einen Vertrag mit dem Tanklager-Betreiber Oiltanking Deutschland und dem Erdölbevorratungsverband (EBV). Es sei vereinbart worden, dass bei der Bewältigung einer „Stromausfallkatastrophe“ wichtige Einrichtungen der kritischen Infrastruktur bevorzugt beliefert werden.

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Die gute Nachricht des Senats: „Die erforderlichen Mineralölprodukte und Transportkapazitäten sind grundsätzlich in Hamburg vorhanden.“ Der Polizeisprecher schränkte jedoch ein: „Klar ist aber auch, dass sich nicht jedes Szenario bis ins Detail im Vorwege planen lässt.“

Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan hatte den Hamburgern bereits Ende August in der Bürgerschaft zugesichert: „Sie müssen sich über Versorgungssicherheit keine Sorgen machen. Wir werden hier keinen Blackout in Hamburg bekommen.“ Falls der Fall aber tatsächlich eintritt, könnte die öffentliche Ordnung Experten zufolge ab Tag 4 oder 5 ohne Strom zusammenbrechen. (mp/dpa)

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