Silvester Hamburg
Silvester Hamburg
  • Silvester-Feuerwerk in Hamburg (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

„Rassistisches Arschloch“: Silvester-Streit zwischen CDU und Grünen eskaliert

Benehmen „wie ein rassistisches Arschloch”, hatte der Hamburger Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Michael Gwosdz dem CDU-Bundestagsabgeordneten Christoph de Vries am Dienstag vorgeworfen. In der Debatte ging es um die Böller-Krawalle an Silvester. In einer empörten E-Mail fordert der CDU-Politiker nun eine Entschuldigung.

Was war passiert? „Wenn wir Krawalle in unseren Großstädten, Verachtung gegenüber dem Staat und Übergriffe gegen Polizisten und Feuerwehrleute wirklich bekämpfen wollen, müssen wir auch über die Rolle von Personen, Phänotypus: westasiatisch, dunklerer Hauttyp sprechen. Um es korrekt zu sagen”, hatte De Vries nach den Silvester-Krawallen auf Twitter geschrieben.

Darum gehts im Twitter-Streit zwischen Schwarz-Grün

Der Hamburger Grünen-Abgeordnete Michael Gwosdz warf de Vries daraufhin auf Twitter Rassismus vor. Er schrieb: „Phänotyp blonde Haare, helle Haut schützt offenbar nicht davor, sich wie ein rassistisches Arschloch zu benehmen und das gesellschaftliche Klima zu vergiften.”

Nun geht der Twitter-Streit in eine neue Runde. Der MOPO liegen entsprechende E-Mails vor. Christoph de Vries hat eine E-Mail an Gwosdz geschickt, darin schreibt er: „Diese persönliche Beleidigung und Verleumdung ist ungeheuerlich und unter Demokraten eine inakzeptable Grenzüberschreitung, die üblicher Weise eine Anzeige und Unterlassungserklärung zur Folge hat.” Er werde darauf verzichten, weil es nicht seinem Verständnis des Umgangs unter Parlamentariern entspreche. De Vries verlangt etwas anderes.

De Vries verlangt Löschung und Entschuldigung

Er fordert eine zeitnahe Löschung des Tweets und eine persönliche Entschuldigung von dem Grünen. „Andernfalls werde ich in Zukunft an keiner gemeinsamen Podiumsveranstaltung mehr mit Ihnen teilnehmen und das auch öffentlich begründen”, so der CDU-Mann.

Mit dem Ausdruck „westasiatisch, dunklerer Hauttyp” habe er ironisch auf die Berichte über neue Leitlinien für die Berliner Polizei anspielen wollen, so der CDU-Abgeordnete. Um diskriminierende Sprache zu vermeiden, sollen die Beamten zum Beispiel statt „Südländer” in Zukunft „dunklerer Hauttyp, Phänotypus: westasiatisch” sagen. Zudem bezieht sich de Vries mit seinem Tweet auf Videos aus der Silvesternacht und Aussagen von Einsatzkräften.

So reagiert der Grünen-Abgeordnete

Und wie reagiert Grünen-Politiker Gwosdz auf die E-Mail? Er antwortet de Vries ausführlich und erklärt: Nicht die Verwendung des „korrekten Vokabulars” sei das Problem, sondern die pauschale Zuordnung der Gruppe „westasiatisch, dunklerer Hauttyp” zu den genannten Problemen.

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Gwosdz entschuldigt sich nicht und will seinen Tweet nicht löschen. „Mich persönlich würde es sehr freuen, wenn Sie Ihren Tweet noch einmal überdenken und die Pauschalierung zurücknehmen”, schreibt er an de Vries. „Dann könnte auch ich feststellen, dass ein derartiges reflektiertes Verhalten tatsächlich das Gegenteil eines Verhaltens ist, das mich an das eines ,rassistischen A…loch‘ erinnert.”

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