Kay Gätgens (SPD)
Kay Gätgens (SPD)
  • Da war die Welt noch in Ordnung: Kay Gätgens (SPD) als Bezirksamtsleiter in Eimsbüttel.
  • Foto: Florian Quandt/

Kay Gätgens ist raus: Eimsbüttels neue Chefin legt los

In Eimsbüttel keilen SPD und Grüne weiter miteinander, wer denn jetzt den Bezirk leiten soll. Klar ist nur: Kay Gätgens (SPD) hat sein Amt nun offiziell abgegeben. Seine Nachfolgerin ist die bisherige Stellvertreterin, die parteilose Sonja Böseler.

Zum Abschied gab es am Donnerstag warme Worte für Kay Gätgens. Mit „Leidenschaft, Engagement und viel Feingefühl“ hätte der 60-Jährige die Anliegen der Eimsbütler:innen im Bezirksamt vertreten, sagte Wissenschafts- und Bezirkssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). „Kay Gätgens ist jemand, der sich kümmert – mit viel Sachverstand und Herz. Sein Einsatz in Eimsbüttel hat gezeigt, dass die Bezirke unsere Taktgeber für Zukunftsthemen sein können.“

Eimsbüttel: Sonja Böseler übernimmt Bezirksamts-Leitung

Fast vergessen scheint da, dass es auch an den Grünen liegt, dass Kay Gätgens seinen Posten nach sechs Jahren weiterreicht. Denn zwischen der Partei, die die größte Fraktion im Bezirk stellt, und der SPD ist im Dezember die Kooperation geplatzt – wie zuvor schon die Koalition mit der CDU. „Am Ende blieb der Eindruck, dass die SPD nach wie vor nicht verstanden hat, dass sie nicht länger die stärkste Kraft ist“, befeuerten die Grünen den Krach in einer Pressemitteilung zum Gätgens-Abgang.

Sonja Böseler übernimmt interimistisch das Bezirksamt Eimsbüttel. Bezirksamt Eimsbüttel
Sonja Böseler übernimmt interimistisch das Bezirksamt Eimsbüttel.
Sonja Böseler übernimmt interimistisch das Bezirksamt Eimsbüttel.

Auf der Bezirksversammlung am 15. Dezember stand also weder der alte Chef noch neue Leitung zur Wahl, zuvor war beschlossen worden, die Stelle nicht neu auszuschreiben. Den gesetzlichen Regeln getreu übernimmt jetzt die Dezernatsleitung Steuerung und Service als Stellvertretung den Posten im Bezirksamt. Das ist in Eimsbüttel Sonja Böseler. Kurios: Die neue Bezirkschefin feiert ausgerechnet an ihrem Premierentag ihren 46. Geburtstag.

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Finden Grüne, SPD und die anderen Parteien in der Bezirksversammlung keine Lösung, könnte die parteilose Böseler bis zur nächsten Bezirkswahl im Amt bleiben – die steht im Mai 2024 an. Dass es zu dieser Übergangsvariante gekommen ist, sei ein „ziemlicher Schock“ gewesen, sagte sie dem „Abendblatt“.

Ihr sei es wichtig, nach außen zu vermitteln, „dass wir nicht handlungsunfähig sind, sondern es ohne Stillstand weitergeht.“ Böselers bisherige Aufgaben übernehme jetzt ihr Stellvertreter – der nun selbst von seinem Stellvertreter vertreten wird. „Wir fangen die Situation als Team auf“, erklärt die neue Eimsbüttler Bezirks-Chefin.

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