Hamburg: Katzen-Omi Lilo ist nach zwei Wochen Überlebenskampf gestorben.
  • Hamburg: Katzen-Omi Lilo ist nach zwei Wochen Überlebenskampf gestorben.
  • Foto: Hamburger Tierschutzverein

Nach zwei Wochen Kampf: Misshandelte Katzen-Omi Lilo hat’s nicht geschafft

Horn –

Traurige Nachrichten aus dem Hamburger Tierschutzverein (HTV): Nach zwei Wochen Kampf ist Katzen-Omi Lilo gestorben. Sie wurde am Silvesterabend völlig verwahrlost gefunden und von Helfern liebevoll aufgepäppelt – doch ihr Körper war zu schwach. Der Tierschutzverein sucht weiterhin nach Hinweisen zum Halter des Tieres.  

„Es ist traurig, dass wir für Lilo nicht mehr tun und ihr noch einen schönen Lebensabend ermöglichen konnten“, sagt Dr. Urte Inkmann, tierärztliche Leiterin des HTVAm 31. Dezember wurde die alte Katze an der Legienstraße in Horn gefunden. An diesem Tag herrschten Temperaturen von höchstens fünf Grad. 

Offenbar war das Tier monatelang unterversorgt. „Als wir Lilo aufnahmen, war sie innerlich sehr ausgetrocknet, sichtlich abgemagert, litt an Durchfall und hatte handtellergroße Filzklumpen am Fell. Dieses war hochgradig mit Kot verklebt“, so Dr. Inkmann 

Katzen-Oma in Hamburg misshandelt und gestorben

Lilo wurde in der tierheimeigenen Praxis des HTV unter Narkose behutsam von ihrem quälenden Fellballast befreit und erhielt Infusionen. Ihr Schwanz war so verfilzt, dass sie ihn nur noch hinter sich herziehen konnte. Wegen ihres Durchfalls bekam Lilo zudem Spezialfutter und wurde gegen eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt. 

Hamburg: Die Katzen-Omi Lilo musste unter Narkose gesetzt werden, um die Filz- und Dreckklumpen zu entfernen.

Hamburg: Die Katzen-Omi Lilo musste unter Narkose gesetzt werden, um die Filz- und Dreckklumpen zu entfernen.

Foto:

Hamburger Tierschutzverein

Hamburger: Dieser Haufen verfilzten Fells, Kot und Dreck wurde der Katze abgeschnitten.

Dieser Haufen verfilzten Fells, Kot und Dreck wurde der Katze abgeschnitten.

Foto:

Hamburger Tierschutzverein

Zunächst schien sich ihr körperlicher Zustand zu bessern. „Lilo aß mit großem Appetit. Sie war sehr tapfer, aber auch sehr alt. Als ihre Organe plötzlich versagten, mussten wir sie erlösen“, so Dr. Inkmann.

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Eine der Tierpflegerinnen, die sich um Lilo gekümmert haben, ist Anja Siemons. Sie bestätigte: „Leider ist Lilo bei weitem kein Einzelfall. Wir sind oft die letzte Station für Tiere, die über lange Zeit, wenn nicht ihr Leben lang, misshandelt oder vernachlässigt wurden. 

Hamburger Tierschutzverein: Strafanzeige gegen Unbekannt

Bisher hat sich keiner beim HTV gemeldet, der die Katzen-Omi vermisst – vermutlich wurde sie ausgesetzt. Einen Mikrochip hatte Lilo nicht. Der HTV hat Strafanzeige gegen Unbekannt wegen eines „besonders schweren Falls von Aussetzung“ gestellt. Für Hinweise, die zum Täter oder zur Täterin führen, ist eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. 

Wer am 31. Dezember nachmittags bis späten Abend in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Legienstraße in Horn auffällige Personen oder Handlungen beobachtet hat, wird gebeten, sich bei beim HTV unter 040 211106-12 oder per Mail an tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de zu melden. (lmr)

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