Hamburg: Beagle wurden im LPT-Labor für Tierversuche missbraucht.
  • LPT: Auch an Hunden testete das inzwischen umbenannte Unternehmen Chemikalien. Anschließend wurden die Hunde getötet.
  • Foto: picture alliance/dpa/Carsten Rehder

LPT: Früheres Skandal-Unternehmen gibt Tierversuche auf

Das einstige Skandal-Unternehmen LPT, inzwischen umbenannt in „Provivo Biosciences“, stellt alle Tierversuche zum Januar 2022 ein. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Neugraben jetzt bekannt. Der Laborstandort in Mienenbüttel (Landkreis Harburg) war weltweit bekannt geworden, als Tierschützer grauenvolle Quälereien an Versuchstieren dokumentierten.

„Richtig ist, dass wir beabsichtigen, die Tierversuche per Ende Januar 2022 einzustellen. Bezüglich weiterer Invitro-Studien ist mit unseren Kunden Stillschweigen vereinbart“, heißt es in einer Mail der Provivo Biosciences GmbH & Co. KG.

Firmensitz in Neugraben
Der Firmensitz der Provivo Biosciences GmbH und Co. KG in Neugraben, früher LPT

Friedrich Mülln von der Soko Tierschutz, die die eklatanten Missstände vor zwei Jahren aufdeckte, zeigt sich zufrieden: „Ich bin ein optimistischer Mensch, aber diesen Erfolg habe ich nicht erwartet“, so Mülln zur MOPO: „Das ist ein großer Erfolg für alle Menschen, die sich gegen das Unternehmen engagiert haben.“ Die Bilder von gequälten, schreienden Affen und verblutenden Beagles waren 2019 um die Welt gegangen.

Nach Bekanntwerden der Quälereien hatte es in Hamburg die größte deutsche Tierschutzdemo aller Zeiten gegeben, mit zehntausenden Teilnehmern.

Einstiges Unternehmen LPT gibt Tierversuche auf

Vor zwei Jahren wurde das Skandal-Labor zwar geschlossen, Tierversuche durfte das Unternehmen an anderen Standorten aber weiterhin durchführen.

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Dass es dem Unternehmen mit dem Ausstieg aus dem Geschäft mit Tierversuchen ernst ist, scheint sicher: „Wir wissen, dass allen Tierpflegern gekündigt wurde“, so Mülln.

Friedrich Mülln
Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz

Das Unternehmen, das jahrzehntelang unter den Namen LPT firmierte, galt als einer der wichtigsten Akteure auf dem deutschen Markt für Tierversuche. In den Laboren wurden im Auftrag verschiedener Unternehmen Giftigkeitsstudien für Chemikalien und Medikamente an Tieren durchgeführt. „Ein Alleinstellungsmerkmal war, dass sie am Standort Mienenbüttel Versuche an Hunden, Affen und Katzen anbieten konnten. Das hat sonst kaum jemand unter einem Dach“, so Mülln: „Wir sehen jetzt, dass sogar eine so große Firma aus dem Geschäft mit Tierversuchen aussteigen kann, wenn sie will.“

Provivo Biosciences will nun moderne Testverfahren ohne Versuchstiere entwickeln. Über Details des neuen Geschäftsmodells will das Unternehmen aber nicht sprechen.

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