Auf dem Gelände in Mienenbüttel wurden in der Vergangenheit Tiere gequält. Nun soll dort ein Resozialisierungs-Zentrum für Hunde entstehen.
  • Auf dem Gelände in Mienenbüttel wurden in der Vergangenheit Tiere gequält. Nun soll dort ein Resozialisierungs-Zentrum für Hunde entstehen.
  • Foto: picture alliance/dpa

Tierversuche bei Hamburg: Skandal-Labor soll Heim für Hunde werden

Mienenbüttel –

Neue Aufgabe für das behördlich geschlossene LPT-Skandallabor in Mienenbüttel (Land Kreis Harburg): In den Gebäuden, in denen Tierschützer brutale Quälereien bei Tierversuchen aufgedeckt hatten, soll bald eine Auffangstation für gefährliche Hunde entstehen – so zumindest sind die Pläne des Unternehmens. 

Ab April soll auf dem Gelände des ehemaligen Tierversuchslabors in Mienenbüttel ein sogenanntes „Resozialisierungs-Zentrum“ für Hunde starten. Nach Angaben von LPT („Labor of Pharmacologoy and Toxicology“)dem die Anlage gehört, seien die Pläne bereits sehr ausgereift.

Dort, wo seit den 90er Jahren Tierversuche stattgefunden haben und unter anderem auch Beagles in blutverschmierten Zwingern gequält wurden – könnten bald als gefährlich eingestufte und beschlagnahmte Hunde resozialisiert und damit vor der Einschläferung bewahrt werden. Die LPT-Beagle hatten dieses Glück nicht, sie wurden nach den Versuchen alle getötet.

Bei Hamburg: Anlage soll gefährliche Hunde behandeln 

Pächter für die neue Nutzung auf dem Gelände soll demnach die Neu Wulmstorf GmbH sein. 

Video: SOKO-Tierschutz undercover im LPT-Labor

Neben dem Tierheim seien auch eine Tierklinik, ein Tierbedarfsladen, ein Hundefriseur und ein Tierheilpraktiker auf dem Gelände geplant. Laut NDR 1 Niedersachsen ist beim zuständigen Landkreis bisher allerdings noch kein Antrag auf Nutzungsänderung eingegangen – der geplante Start im April können also schwierig werden. 

Gelände bei Hamburg: Große Skepsis von Tierschützern

Von Seiten der Mienenbütteler Tierschutz-Initiative „Lobby pro Tier“ gibt es große Skepsis an dem Projekt. Laut der Initiative sei der jetzt transportierte Tierschutzgedanke letztlich bloß eine PR-Kampagne, um das Image aufzupolieren. Im Herbst 2019 hatte die „Soko Tierschutz“ in einem monatelangem Undercover-Einsatz schwere Misshandlungen an Hunden und Affen in der streng bewachten Anlage in Mienenbüttel aufgedeckt. Die schockierenden Bilder gingen um de Welt.

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Im Januar 2020 entzog der Landkreis Harburg der Firma LPT wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz die Erlaubnis, Wirbeltiere zu halten. LPT zeigte wenig Einsicht und wehrte sich zunächst juristisch, zog die Klage gegen den Landkreis später aber zurück.

LPT: Tierversuche auch für BionTech

Am LPT-Hauptsitz in Hamburg-Neugraben finden wieder Versuche an Mäusen und Ratten statt. Auch das Unternehmen BionTech ließ seinen Corona-Impfstoff hier (und in zahlreichen weiteren Laboren) testen, strich den Namen LPT aus aus unbekannten Gründen wieder aus der Liste der Danksagungen.

In Hamburg hatte die Klage des Unternehmens Erfolg, das Hanseatische Oberverwaltungsgericht hatte das behördliche Verbot als unverhältnismäßig eingestuft.(maw)

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