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Ein Stadion im Miniatur Wunderland, klein ein zweites Foto von Andy Grote und Segler Thomas Plößel
  • Olympische Ringe und Medaillen in Hamburg? Sportsenator Andy Grote (SPD, l., mit Bronze-Segler Thomas Plößel 2021) wäre offen für einen neuen Vorstoß.
  • Foto: Witters/MOPO-Collage

Jetzt doch! Hamburg will bei Olympia mitmachen

Vor acht Jahren erteilte die Hamburger Bevölkerung einer Olympia-Bewerbung per Abstimmung eine Absage. An einem neuen deutschen Olympia-Plan will sich die Hansestadt jetzt trotzdem beteiligen – unter einer bestimmten Voraussetzung.

Der Senat beschloss am Dienstag, dass Hamburg das sogenannte „Memorandum of Understanding“ mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Bundesregierung unterzeichnen wird. Dabei handelt es sich um eine offizielle Absichtserklärung, dass sich eine Stadt als Kandidat für das Auswahlverfahren bewirbt und damit den Bewerbungsvorgaben des DOSB unterwirft. Kosten entstehen laut DOSB aber erst, wenn Hamburg tatsächlich zur Bewerberstadt wird.

Olympia in Hamburg? Bevölkerung soll entscheiden

Ob das der Fall sein wird, soll wieder die Bevölkerung entscheiden: „Wenn Hamburg im Rahmen einer deutschen Bewerbung als Austragungsort ausgewählt wird, dann wäre das ein neues Angebot an unsere Stadt, über dass die Hamburgerinnen und Hamburger in einer neuen Abstimmung entscheiden können“, sagte der Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD). Eine solche Abstimmung soll 2025 stattfinden und könnte in Hamburg nach Angaben der Innenbehörde parallel zur Bundestagswahl durchgeführt werden.

Eine Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 war 2015 am Votum der Hamburger Bevölkerung gescheitert. Das Gleiche galt zwei Jahre zuvor für eine Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2022.

Olympia soll an mehreren Orten in Deutschland stattfinden

Der DOSB als Dachorganisation des deutschen Sports hat daraus die Konsequenzen gezogen und seine 2022 beschlossene Olympia-Strategie mit neuen Schwerpunkten versehen. So sollen mögliche Olympische Spiele in Deutschland nicht mehr in einer Stadt oder Region, sondern an mehreren Standorten stattfinden.

„Ein großer Vorteil ist, dass wir so nichts neu bauen müssen“, sagte Stephan Brause, DOSB-Stabsstellenleiter für Olympia, bereits zur MOPO. „Das würde die Kosten enorm reduzieren.“

DOSB will Sportstätten für Olympia nicht mehr neu bauen

Die Pläne von 2015 sahen unter anderem ein komplett neues Olympiastadion der Superlative auf dem Kleinen Grasbrook vor. Heute entstehen dort 3000 Wohnungen. Jetzt will der DOSB stattdessen vorhandene Sportstätten aufrüsten oder temporär errichten.

Kritik an den neuen Plänen gab es allerdings schon von mehreren Initiativen. „Selbst wenn nichts neu gebaut wird, gäbe es trotzdem einen enormen Investitionsbedarf für Stätten und Infrastruktur, die danach nicht mehr in dem Umfang genutzt werden könnten“, sagte Klaus Rühling von „NOlympia“. Ende Oktober gab es dazu bereits ein Bürger-Dialogforum in der Hansestadt, das aber ziemlich schlecht besucht war. Zuletzt hatten die Mitglieder des Hamburger Sportbundes mit großer Mehrheit für den Verbleib der Hansestadt im Olympia-Bewerbungsprozess abgestimmt.

Neben Hamburg gelten auch Berlin, Leipzig, München und die Rhein-Ruhr-Region als mögliche Austragungsorte im Rahmen einer deutschen Olympia-Bewerbung. Priorität hat eine Bewerbung für die Sommerspiele 2036 oder 2040. Am 2. Dezember will der DOSB das Feedback aus allen Städten seinen Mitgliedern in einer „Frankfurter Erklärung“ präsentieren. Wenn diese ihre Zustimmung geben, soll daraus bis Sommer 2024 ein konkretes Bewerbungskonzept entwickelt werden. (aba/dpa)

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