Ausstellung
  • #LastSeen - so ist der Titel einer bewegenden Ausstellung, die jetzt in der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu sehen ist. Bilder von Deportierten. Das letzte vor der Gaskammer.
  • Foto: Gedenkstätte Lager Sandbostel

Erschütternde Ausstellung bei Hamburg: Letztes Foto vor der Deportation

Mit solch einem alten Lkw wurden vor rund 80 Jahren Menschen abgeholt und in die Vernichtungslager deportiert. Nun dient die Ladefläche als Ausstellungsort: #LastSeen zeigt Bilder von NS-Deportationen. Auf den Fotografien zu sehen sind die letzten Augenblicke, bevor die Menschen – Juden, Sinti oder Roma – aus der Gesellschaft herausgerissen wurden, und zwar in aller Öffentlichkeit.

Die mobile Ausstellung #LastSeen, ein Projekt der Arolsen Archives, ist jetzt in der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu sehen – bis zum 6. April. Es geht dabei auch um die Suche nach bisher unbekannten Fotos von NS-Deportationen und um ein neues Verständnis der Bilder.

#LastSeen sucht nach Bildern und trägt Informationen zusammen

Wer waren die Menschen, die zwischen 1938 und 1945 aus dem Deutschen Reich in Ghettos oder Lager verschleppt wurden? #LastSeen sucht nach Bildern und trägt Informationen über die Fotos zusammen.

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#LastSeen – so ist der Titel einer bewegenden Ausstellung, die jetzt in der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu sehen ist. Bilder von Deportierten. Das letzte vor der Gaskammer.

Mit der Ausstellung auf der Lkw-Ladefläche macht die Initiative auf sich aufmerksam und erklärt, wie sich Freiwillige an der Suche vor Ort beteiligen können. „Die Deportationen waren ein öffentlich inszenierter Akt der Entwürdigung“, sagt Dr. Alina Bothe, die Projektleiterin von #LastSeen. „Wir möchten dazu beitragen, den Menschen ihre Namen und Geschichten wiederzugeben – und damit auch ihre Würde.“

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Bisher sind rund 550 Fotos von NS-Deportationen aus etwa 50 Orten bekannt. Überwiegend dokumentieren sie die Verschleppung der Menschen, die vom NS-Regime als Juden aus der Gesellschaft ausgeschlossen und entrechtet worden waren. Einige wenige Bilder sind von den Deportationen der Sinti und Roma erhalten. Es ist wahrscheinlich, dass es mehr Fotos gibt. Denn die Deportationen fanden überall statt – und in aller Öffentlichkeit.

Viele Fragen sind nicht beantwortet: Wer hat fotografiert, wann und wo?

Neben der Suche nach Bildern geht es bei #LastSeen auch um ein neues Verständnis der Fotos. Viele Fragen, die sie aufwerfen, sind bislang nicht beantwortet: Wer hat fotografiert? Wann und wo entstanden die Aufnahmen? Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, erklärt, warum die Mithilfe von Interessierten vor Ort für die Initiative so wichtig ist: „Je mehr Menschen den Historikerinnen und Historikern bei der Suche nach Bildern und Informationen helfen, desto umfangreicher und interessanter werden die Ergebnisse von #LastSeen.“

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#LastSeen – so ist der Titel einer bewegenden Ausstellung, die jetzt in der Gedenkstätte Lager Sandbostel auf der Ladefläche eines alten Lkw zu sehen ist. Bilder von Deportierten. Das letzte vor der Gaskammer.

Die Ausstellung soll auch dafür werben, „Dachbodenfunde“ wie Bilder oder Gegenstände von Kriegsgefangenen mit dem Archiv der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu teilen und sich diese gemeinsam zu erschließen. Besonders solche Funde aus privaten Archiven bereichern die weitere Erforschung des einstigen Kriegsgefangenenlagers Stalag X B Sandbostel um wichtige und bedeutende individuelle Aspekte und geben Einblick in den Alltag zur Zeit des Nationalsozialismus in der Region.

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Ergebnisse des Projekts werden Ende 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt

Erste Ergebnisse von #LastSeen werden Ende 2022 veröffentlicht und stehen dann sowohl der Forschung als auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Zudem wird aktuell ein interaktives, partizipatives Tool entwickelt, mit dem Schülerinnen und Schüler das Bildmaterial zu Deportationen lesen und verstehen lernen.

Hier finden Sie die Ausstellung: Stiftung Lager Sandbostel, Greftstr. 3, Sandbostel, www.stiftung-lager-sandbostel.de/

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