Die Geschäftsstelle der Saga in Eimsbüttel (Symbolbild).
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Heizkosten-Explosion für Mieter – SAGA wehrt sich gegen Vorwürfe

Weil die SAGA einen Gasvertrag ohne Preisbindung geschlossen hat, bekommen ihre Mieter die explodierenden Gaspreise nun besonders schnell zu spüren. Eine Verfünf- oder Versechsfachung kann auf sie zukommen. Das gibt Ärger: Dem städtischen Wohnungsunternehmen wurde ein Managementfehler vorgeworfen, den Mieter nun ausbaden müssten. Jetzt hat sich die SAGA verteidigt.

Ein Gasvertrag über vier Jahre, ohne Preisbindung: Was SAGA-Mietern vor Putins Einmarsch in die Ukraine mit besonders günstigen Gaspreisen zugutekam, trifft sie jetzt umso härter. Denn der Anbieter, die Stadtwerke Flensburg, kann die Preise monatlich anpassen – bei den in die Höhe schnellenden Gaskosten kann das für die Mieter schnell extrem teuer werden. 

Gaspreise bei der SAGA: Das war die Strategie

Nachdem die MOPO über das Problem berichtet hatte, griff auch der NDR das Thema auf – sprach in seinem Bericht aber von einem „geheimen Vertrag“ mit den Stadtwerken Flensburg und davon, dass Mieter:innen einen Managementfehler ausbaden müssten. Dagegen hat sich die SAGA nun gewehrt: Der Vertrag sei nicht geheim gewesen, sondern könnte von allen SAGA-Gaskunden eingesehen werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. 

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Zudem verteidigte das Unternehmen seine Strategie, das Gas einzukaufen: Auch sogenannte „Forward-Kontrakte“ – also Verträge mit definierten Festpreisen, die sich nach der erwarteten Preisentwicklung richten – würden in einer solchen Gaskrise keine Sicherheit bieten. Laufe der Vertrag aus, könnten keine vergleichbaren Konditionen angeboten werden. Zudem könnten Forward-Verträge bei einem akuten Gasmangel und der Notfallstufe 3 des Notfallplans von Versorgern gekündigt werden.

Hohe Heizkosten: Ausbruch des Krieges „nicht absehbar”

Die SAGA habe das Gas dagegen zu den monatlichen Börsenwerten am sogenannten Spot-Markt eingekauft, um die bestmöglichen Konditionen für Mieter zu sichern. Die Forward-Verträge bezeichnete das Unternehmen seinerseits als Wetten – schließlich wisse man zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht, wie teuer das Gas künftig wirklich wird. Rückblickend sei das Geschäft für die Mieter günstig gewesen: 2020 lagen die Nebenkosten für die Gasversorgung im Schnitt bei nur 0,48 Euro pro Quadratmeter.

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Das sei ein historischer Tiefstand gewesen. Zu dem Zeitpunkt habe sich die SAGA entschieden, die Strategie für die Jahre 2021 bis 2024 fortzuführen. „Zu diesem Zeitpunkt war der Ausbruch eines Krieges auf europäischen Boden mit der Folge einer historischen Energie- und Gaskrise nicht absehbar“, so das Unternehmen. Die lange Laufzeit resultiere zudem aus einer Optimierung der Grundkosten. (ncd)

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