Zur Entlastung des Hauptbahnhofs plant der Bund einen zweiten S-Bahn-Tunnel.(Archivbild)
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Hauptbahnhof soll entlastet werden: Bund plant neuen S-Bahn-Tunnel für Hamburg

Seit Jahren kommt der Hamburger Hauptbahnhof an seine Grenzen: Der meistfrequentierte Fernbahnhof Deutschlands ist überlastet. Nun möchte der Bund für gut drei Milliarden Euro einen zweiten S-Bahn-Tunnel bauen und damit den Verkehr am Hauptbahnhof entzerren. Doch der Plan stößt auch auf Kritik.

Mit täglich mehr als 500.000 Besuchern ist der Hamburger Hauptbahnhof der mit Abstand meistfrequentierte Fernbahnhof Deutschlands – und ist seit Jahren chronisch überlastet. Um den Verkehr zu entzerren, hat der Bund nun eine Machbarkeitsstudie für einen weiteren S-Bahn-Tunnel vorgelegt. Die Gesamtkosten für das Projekt: mehr als drei Milliarden Euro. „Wenn wir Mitte der 30er fahren, ist das ehrgeizig, aber machbar”, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), am Donnerstag in Hamburg.

Obwohl der Bund einen Großteil der Kosten übernehmen würde, stößt der Plan in Hamburg nicht nur auf Begeisterung. „Die Ideen, die der Bund entwickelt hat, sind ein erster Aufschlag, der nicht nur Lösungen, sondern auch viele Herausforderungen bringt”, kommentierte Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne).

Von Hauptbahnhof bis Diebsteich: Neuer S-Bahn-Tunnel für Hamburg geplant

Den Planungen des Bundes zufolge soll der 5,4 Kilometer lange Tunnel teilweise unter der Außenalster vom Hauptbahnhof über Stephansplatz, Schlump, Dormannsweg zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich führen. „Es ist grundsätzlich möglich (…) eine vernünftige Lösung für einen S-Bahntunnel zu finden”, sagte Thomas Schmiers von der Ingenieurgesellschaft Schüßler-Plan.

Der Vorteil: Durch den Tunnel könnten die zwei jetzt von der S-Bahn im Hauptbahnhof genutzte Gleise dem Fernverkehr überlassen werden. Gleiches gelte für die dann allerdings noch umzubauende Verbindungsbahn (Dammtor, Sternschanze, Holstenstraße).

Neuer S-Bahn-Tunnel in Hamburg: Hauptbahnhof soll entlastet werden

Die Kosten für den Tunnel bezifferte Schmiers auf rund 2,82 Milliarden Euro, die für die Ertüchtigung der Verbindungsbahn auf knapp 250 Millionen Euro. „Vom Grundsatz her, das kann ich sagen, steht der Bund Gewehr bei Fuß”, sagte Ferlemann mit Blick auf die Finanzierung. Wenn es nach ihm alleine ginge, würde er noch in diesem Jahr die zweite, ergänzende Studie beauftragen. Er kündigte an, jetzt mit dem Senat ins Gespräch zu kommen.

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Der Hamburger Hauptbahnhof ist der meistfrequentierteste Fernbahnhof Deutschlands.

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Hintergrund der Tunnelplanung sind auch die Pläne der Bundesregierung, die Zahl der Passagiere im Nah- und Fernverkehr der Bahn zu verdoppeln und den Marktanteil des Güterverkehrs auf der Schiene auf 25 Prozent zu steigern. „Für eine erfolgreiche Mobilitätswende brauchen wir eine Kapazitätserweiterung auf der Schiene, das steht außer Frage”, sagte Verkehrssenator Tjarks. Was von den Ideen machbar sei, müsse jetzt erörtert werden. Er zählte dazu unter anderem die Finanzierung, die Streckenführung und den Denkmalschutz. 

Bund plant drei Milliarden Euro teuren Bahntunnel in Hamburg

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Gerrit Fuß, betonte mit Blick auf den vorgeschlagenen Tunnel durch die Innenstadt: „Hier kann seitens des Bundesverkehrsministeriums keine Vorfestlegung ohne Beteiligung Hamburgs stattfinden.”

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Bei einem Projekt dieser Größe müssten das Parlament und die breite Öffentlichkeit frühzeitig einbezogen werden. „Wir müssen daher einen Schritt zurückgehen und die Eckpunkte transparent diskutieren, bevor der Prozess weitergeht.”

Neuer S-Bahn-Tunnel für Hamburg? Das sagen Hamburgs Politiker

Der SPD-Verkehrsexperte Ole Thorben Buschhüter betonte, die SPD stehe zum Deutschland-Takt und dem Ziel, den Anteil des Schienenverkehrs in Deutschland spürbar zu erhöhen. Ein zweiter S-Bahn-Tunnel könne eine Lösung sein. „Klar ist aber auch: Ein Großprojekt wie dieses ist nicht im Alleingang zu realisieren. Die Planungen können nur gelingen, wenn der Bund und Hamburg an einem Strang ziehen.”

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CDU-Fraktionschef Dennis Thering warf dem rot-grünen Senat vor, sich bislang viel zu wenig mit dem Bahnverkehr beschäftigt zu haben. „Ohne den Bund wären wir auch heute keinen Schritt weiter.” Seine Fraktion begrüße die Idee eines zweiten Tunnels ausdrücklich. „Wichtig ist es dabei, dass das Projekt von vornherein solide durchfinanziert wird.” (dpa/mel)

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