Hunde stehen in einem Gehege im Hamburger Tierheim Süderstraße.
Hunde stehen in einem Gehege im Hamburger Tierheim Süderstraße.
  • Der Tierschutzverein appelliert an die Menschen, keine Tiere zu Weihnachten zu verschenken und sich eine Anschaffung reichlich zu überlegen (Archivfoto).
  • Foto: dpa | Marcus Brandt

Ernster Hintergrund: Warum das Hamburger Tierheim um die Festtage schließt

Ein Hund oder ein Kätzchen unter dem Tannenbaum sorgt gewiss für leuchtende Augen. Doch nach der ersten Freude wird häufig klar: Ein Haustier bedeutet Verantwortung – und kostet Geld. So werden nach der Weihnachtszeit regelmäßig Tiere ausgesetzt, weil ihre Besitzer in den Urlaub wollen oder sich eine artgerechte Haltung schlicht nicht leisten können. Damit Hund, Katze oder Kaninchen zu Weihnachten gar nicht erst verschenkt werden, schließt das Tierheim Süderstraße um die Festtage seine Türen.

Dass Tiere Lebewesen mit Bedürfnissen sind, ist keine Neuigkeit. Dennoch landen Hunde, Katze, Kleintiere und Vögel immer wieder als Geschenke unter dem Tannenbaum. Die Anschaffung eines Haustieres bedeutet aber vor allem Verantwortung für ein Lebewesen und sollte daher gut überlegt sein.

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„Die Menschen sollten sich ein Tier mit Bedacht anschaffen und sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Sie müssen vorab bedenken, wer ihr neues Familienmitglied im Krankheitsfall oder im Urlaub versorgt. Auch Kosten und zeitlicher Aufwand werden leider schnell unterschätzt: Ein Hund kann das Teenager-Alter eines Menschen erreichen, eine Katze sogar 20 Jahre alt werden“, betont Janet Bernhardt, Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins.

Tierheim schließt über Weihnachten

Um zu vermeiden, dass die Tiere unüberlegt zu Weihnachten verschenkt werden, schließt das Tierheim Süderstraße vom 22. bis zum 27. Dezember. Die Vermittlung von Tieren ist in diesem Zeitraum nicht möglich. Und auch in der Zeit bis zum Jahreswechsel soll es Vermittlungen nur eingeschränkt geben – damit sich die Tiere erst im neuen Jahr in aller Ruhe und ohne Knallerei in ihrem neuen Zuhause eingewöhnen können.

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Da der Vermittlungsstopp des Tierheims Menschen animieren könnte, ein als Geschenk gedachtes Tier über Internetportale oder die Zoohandlung anzuschaffen, warnt Bernhardt: „Hinter vermeintlich seriösen Kleinanzeigen zum Tierverkauf stecken oft katastrophale Haltungs- und Zuchtbedingungen. Das betrifft nicht nur illegal gehandelte Welpen – Verstöße gegen das Gesetz gibt es leider in Bezug auf alle Tierarten, und die Verkaufsanzeigen sind (be-)trügerisch. Außerdem kurbelt jeder Kauf bei Vermehrern sowie in Zoohandlungen die „Tierproduktion“ an, während die Tierheime hierzulande und im Ausland voll sind.“ (lk)

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