Rund 2000 Menschen schlafen in Hamburg auf der Straße, auch im Winter.
Rund 2000 Menschen schlafen in Hamburg auf der Straße, auch im Winter.
  • Rund 2000 Menschen schlafen in Hamburg auf der Straße, auch im Winter. (Archivfoto)
  • Foto: picture alliance / dpa/Marcus Brandt

Drama auf der Straße: 23 Obdachlose in Hamburg gestorben

Sie schlafen unter Brücken, in Parks oder auf Lüftungsschächten. Obdachlose leben in der Öffentlichkeit – und sterben häufig auch dort. In diesem Jahr sind bisher knapp zwei Dutzend tot aufgefunden worden.

Wie der rot-grüne Senat auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Linken-Bürgerschaftsabgeordneten Stephanie Rose mitteilte, starben in diesem Jahr 23 Obdachlose auf Hamburgs Straßen. Fünf von ihnen starben an einer Lungenentzündung. Drei Mal wurden innere Blutungen als Todesursache genannt. Keine der Personen sei an Unterkühlung gestorben, antwortete der Senat unter Berufung auf Krankenhausangaben.

Hamburg: 23 tote Obdachlose in 2022

Zum Vergleich: Mitte November vergangenen Jahres hatte der Senat die Zahl der bis dato 2021 in der Öffentlichkeit gestorbenen Obdachlosen mit 26 angegeben.

Das Institut für Rechtsmedizin nennt demnach für dieses Jahr noch neun weitere Todesfälle von Menschen ohne festen Wohnsitz, die jedoch nicht im öffentlichen Raum gestorben seien.

Linke fordert Unterbringung in dauerhaften Wohnverhältnissen

„Zwei bis drei Menschen sterben Monat für Monat in Hamburg auf der Straße. Diese hohe Anzahl ist nicht nur besorgniserregend – sie macht auch deutlich, dass Menschen vom bestehenden Hilfesystem immer noch nicht erreicht werden“, sagte Stephanie Rose. „Es genügt eben nicht, den Menschen ein Angebot in Massenunterkünften zu machen, die sie tagsüber wieder verlassen müssen.“

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Ziel müsse es sein, die Menschen vorrangig in dauerhaften Wohnverhältnissen unterzubringen. „Dafür braucht es eine Aufstockung der Plätze für Housing First und ein Förderprogramm für die Schaffung von Wohnungen für obdach- und wohnungslose Menschen“, sagte Rose und forderte, entsprechende Maßnahmen in den Haushaltsberatungen zu berücksichtigen. (dpa)

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