Mit einer Fahne der rechtsextremen Identitären Bewegung posiert Linken-Politiker Tom Radtke (links im Bild) an der Ernst Thälman-Gedenkstätte.
  • Mit einer Fahne der rechtsextremen Identitären Bewegung posiert Linken-Politiker Tom Radtke (links im Bild) an der Ernst Thälman-Gedenkstätte.
  • Foto: Screenshot Twitter

Der schräge Nazi-Freund der Linken : Hamburg: So schnitt er bei der Wahl ab

Er verglich den Klimawandel mit dem Holocaust und posierte mit Rechtsradikalen in der Gedenkstätte eines Nazi-Opfers: Tom Radtke (18), der vor der Hamburg-Wahl auf Platz 20 der Liste der Linken stand, sorgte fast jeden Tag mit einer neuen schrägen Aktion im Netz für Irritation. Bei der Wahl bekam er nun die Quittung dafür.

Die Linken wollten ihn schon lange nicht mehr in ihren Reihen wissen, doch vor der Hamburg-Wahl war er weiterhin als Kandidat auf Platz 20 gelistet. Nach der Wahl ist nun klar: Es hat nicht gereicht für den Einzug in die Bürgerschaft. 

Parteiausschlussverfahren der Hamburger Linken gegen Tom Radtke

„Resultat: Ich wurde nicht gewählt, werde aber weiter Politik machen. Es geht um mehr als Mandate und Parteien“, twitterte der 18-Jährige am Montagabend. 

Die Partei Die Linke ist sicherlich erleichtert. Obwohl sie schon vor der Wahl ein Parteiausschussverfahren planten, war Tom Radtke weiterhin gelistet und hatte die Möglichkeit, gewählt zu werden. 

Doch wer glaubt, dass Radtke sich nach der Wahl-Schlappe zurückzieht, irrt. Kurz nach der Bekanntmachung der offiziellen Wahlergebnisse pöbelte er im Netz gegen seine Partei-Kollegen, die bei der Wahl ins Parlament gewählt wurden.

Hamburger Linker Tom Radtke pöbelt gegen Parteifreunde: „Alle neoliberal“

„Das sind die Leute, die jetzt für die Linke im Parlament sitzen. Alle neoliberal. Kaum Arbeiter in dieser ,linken‘ Partei/Fraktion. Inhalte wie bei den Grünen“, meckerte Radtke bei Twitter. 

Gestartet war der 18-Jährige als vermeintlicher Klima-Befürworter und Netz-Aktivist. Das zeigte er auch auf seinem Twitter-Account mit dem Slogan „Weniger CO2 in 2020“. Doch seine getwitterten Äußerungen kamen fortan nicht bei jedem gut an. 

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Mit einem wirren Vergleich von Klimawandel und Holocaust Ende Januar schoss er sich dann endgültig ins Aus bei dem Großteil seiner Follower. Daraufhin folgten weitere Tweets, die Empörung auslösten. Im Netz nannten ihn Kritiker ein „rechtes U-Boot auf der linken Wahlliste“.

Hamburger Linker Tom Radtke posiert mit der „Identitären Bewegung“

Vor wenigen Tagen postete er ein Foto, auf dem er eine Flagge der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ zeigt, während er vor dem Denkmal des Kommunisten-Führers Ernst Thälmann posiert, der in der Vergangenheit ein Opfer des Nazi-Regimes geworden war.

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