Osterfeuer
  • Die Strandsäuberung nach den Osterfeuern ist teuer und sorgt derzeit für Streit.
  • Foto: Georg Wendt/dpa

Osterfeuer: Bund der Steuerzahler empört über Idee des Senats

Hamburgs Überlegungen, die Kosten für die Blankeneser Osterfeuer möglicherweise aus einem Topf für Coronahilfen zu bezahlen, stoßen beim Steuerzahlerbund auf Gegenwehr. „Muss der Senat künftig auch Weihnachtspartys oder das Aufstellen eines Maibaums mitfinanzieren?“, fragt Petra Ackmann, Landesvorsitzende des Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. Aber warum ist das Aufräumen des Strandes nach Ostern überhaupt so teuer?

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) hat signalisiert, dass die teuren Aufräumarbeiten nach den traditionellen Osterfeuern am Elbstrand aus Steuermitteln bezahlt werden könnten. Eine Idee dabei wäre es, den Corona-Neustartfonds anzuzapfen, mit dessen Mittel eigentlich der Pandemie geplagte Einzelhandel in den Bezirken unterstützt werden soll.

Steuerzahlerbund: Keine Corona-Hilfen für Osterfeuer

Petra Ackermann: „Obwohl der Rechnungshof bereits mehrfach kritisiert hat, dass Corona-Mittel falsch eingesetzt wurden, bleibt der Senat bei seiner Linie, das Geld der Steuerzahler:innen unkontrolliert auszugeben.“

Fest steht: Der Bezirk Altona kann die teure Strandreinigung nicht wuppen und die Blankeneser wollen nicht plötzlich für etwas zahlen, was bisher immer gratis war.


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Der größte Batzen sind 60.000 Euro, die die Hafenbehörde HPA für das Abräumen der verkohlten Feuerreste vom Elbstrand in Rechnung stellen will.

Die hohen Kosten entstehen einerseits durch das Personal (circa 10 Mitarbeiter sind während der Feuer vor Ort, am nächsten Tag noch mal 4 bis 6 Personen für die Aufräumarbeiten) und durch den Einsatz schwerer Gerätschaften. Zum Abtransport der schwarzen Haufen braucht die HPA Radlader, vier Container von bis zu 10 Kubikmeter Größe, einen Lkw, dazu einen Wachdienst für Geräte und Container.

Mit dem Wegfahren der verkohlten Holzreste ist es nicht getan: 200 Kubikmeter verschmutzter Sand müssen entsorgt und aufgefüllt werden, 200 Quadratmeter Rasenfläche müssen neu ausgesät werden.

Bisher hat die HPA diese Dienstleistungen für die Traditionsfeuer nicht in Rechnung gestellt. Im aktuellen Haushalt aber wurden die Mittel der Behörde gekürzt, mit der Maßgabe, die solle sich nur noch um ihr „hafenbezogenes Kerngeschäft“ kümmern – wozu das Aufräumen nach dem österlichen Feuerspektakel nicht zählt.

Je 30.000 Euro verlangen außerdem die Stadtreinigung für das Entfernen von Müll und der ASB für seinen Sanitätsdienst an den Feuern. Weil die Kassen leer sind, sollen auch diese Dienstleistungen nicht mehr kostenlos sein.

Alle Fraktionen der Bezirksversammlung Altona haben am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag verabschiedet, mit dem die Finanzbehörde aufgefordert wird, diese Kosten zu übernehmen.

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Die Vorsitzende des Steuerzahlerbundes lehnt diesen Vorstoß entschieden ab: „Es kann nicht die Aufgabe der Steuerzahler:innen sein, solche Events zu finanzieren. Richtig wäre, dass Senat und Bezirk die Wirtschaft mit ins Boot holen. Gerade die Veranstaltungsbranche hat wie keine andere unter der Corona-Pandemie gelitten. Hier gebe es sicherlich sinnvolle Optionen für Kooperationen.“

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