Wahl-2021-Stadtteile Hamburg
Wahl-2021-Stadtteile Hamburg
  • Welcher Stadtteil hat welche Partei gewählt? Die MOPO gibt Ihnen einen Überblick.
  • Foto: hfr

Alle Hamburger Stadtteile: So haben Ihre Nachbarn gewählt

Die Bundestagswahl ist gelaufen. Am Tag nach einem langen Wahlabend steht zwar noch kein Nachfolger für Angela Merkel fest – klar ist dafür schon, wie sich der neue Bundestag zusammensetzt. Die MOPO zeigt Ihnen, wie Ihr Stadtteil gewählt hat.

Eine große Überraschung ist das Hamburger Ergebnis der Bundestagswahl nicht. Die SPD siegt deutlich vor den Grünen als zweitstärkster Kraft, während Linke und AfD Verluste hinnehmen müssen. Hamburg will offenbar auch im Bund klar Rot-Grün und einen Kanzler Scholz – das hatten schon die letzten Umfragen gezeigt.

Hamburger Regierungsparteien auch für den Bund am beliebtesten

Besonders stark traten die Sozialdemokraten in Lurup (40,4) Billstedt (40,4) und Steilshoop (41,1) auf, erreichten dort ihre besten Ergebnisse. Auch in Stadtteilen wie Farmsen-Berne (38,2), Jenfeld (38,6), Bramfeld (36,7), Lohbrügge (37,4) oder Wilstorf (37,3) räumte die SPD groß ab.

Die Grünen, in Hamburg Regierungspartner der SPD, sind der große Gewinner der Wahl und holten in zahlreichen Stadtteilen deutlich stärkere Ergebnisse als vor vier Jahren. Nur einige Beispiele für die Zugewinne in teils schwindelerregenden Höhen: Im Kleinen Grasbrook kletterten die Grünen von 16,6 auf 41,1 Prozent, auf St. Pauli von 21,8 auf 42,3 Prozent. Auch in Harburg (26,3), Barmbek-Nord (32,3), Eimsbüttel (44,6) oder Sternschanze (48,7) gelang es der Partei, ihr Ergebnis ungefähr zu verdoppeln.

Das könnte Sie auch interessieren: Diese Wahl zeigt, wer die Macht in Hamburg hat

Hamburg: CDU und Linke räumen Wahl-Hochburgen

Insbesondere die Erfolge der Grünen gehen klar auf Kosten der CDU und der Linken. Fast überall dort, wo die Grünen stark zulegten, verloren die beiden Parteien ebenso klar. In Stadtteilen wie Harburg (9,0), Eilbek (12,2), Barmbek-Nord (8,8), Hoheluft-West (9,4) oder Eimsbüttel (7,7) sind die Christdemokraten teils nicht einmal mehr halb so stark wie 2017.

Starke Ergebnisse gab es für die CDU-Kandidat:innen allerdings in Nienstedten, Blankenese, Wellingsbüttel und Lemsahl-Mellingstedt – dort kratzten sie jeweils an der 30-Prozent-Marke oder lagen leicht drüber. Die 31,9 Prozent, die die CDU in Nienstedten erreichen konnte, sind Hamburg-weit das beste Parteiergebnis.

Auch die Linke musste einige ihrer bisherigen Hochburgen räumen. Im Kleinen Grasbrook fiel die Gunst der Wähler:innen von 42,0 auf 29,1 Prozent – dennoch bleibt es der erfolgreichste Stadtteil für die Linken. Auf Platz zwei folgt St. Pauli mit 21,1 Prozent. 2017 holte die Partei dort allerdings noch 33,8 Prozent.

Die 20-Prozent-Marke riss die Linke ansonsten nur noch auf der Veddel (20,4). In Altona (15,4), Rotherbaum (6,0), Eimsbüttel (10,6) und Sternschanze (15,4) halbierten sich Stimmen der Wähler:innen nahezu. Besonders krass im relativen Vergleich sind die Verluste in Marienthal – dort rutschte die Partei von 12,3 auf gerade noch 4,3 Prozent herunter.

Das könnte Sie auch interessieren: Wahlergebnisse in Hamburg: So hat Ihr Bezirk abgestimmt

Die FDP durfte sich in Hamburg gleich vierfach über Ergebnisse jenseits der 20 Prozent freuen. Ganz vorne steht Nienstedten (21,6), Wohldorf-Ohlstedt (21,0), die Hafencity (20,6) und Wellingsbüttel (20,4) folgen. Schon 2017 war die FDP in diesen Stadtteilen ähnlich stark vertreten.

FDP wächst auch in Hamburg – AfD verliert kräftig

Überwiegend liegen die Liberalen in den Hamburger Stadtteilen bei ungefähr zehn Prozent oder mehr. Nur auf der Veddel (4,3) und im Kleinen Grasbrook (3,7) reichte es nicht für die virtuelle Fünf-Prozent-Hürde. Auf St. Pauli liegt die FDP mit 5,4 Prozent immerhin leicht darüber – und verzeichnet sogar leichte Zugewinne, genau wie auf der Veddel (jeweils plus 0,8).

Bleibt noch ein Blick auf die AfD, die in Hamburg von 7,8 auf 5,0 Prozent gefallen ist. Den größten Absturz gab’s in Billbrook: 8,7 Prozent der Zweistimmen waren am Sonntag noch drin, 18,9 Prozentpunkte weniger als 2017. Besonders deutlich wird der Absturz im Bezirk Harburg: In ihrer „Hochburg“ ist die AfD nur noch in Hausbruch zweistellig – 2017 war das noch in fast allen Harburger Stadtteilen der Fall.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp