Sichergestelltes Kokain (Archivfoto).
Sichergestelltes Kokain (Archivfoto).
  • Sichergestelltes Kokain (Archivfoto).
  • Foto: picture alliance / dpa/Marcus Brandt

34-Jähriger vertickt kiloweise Koks vor Supermarkt

Noch immer werten Ermittler aus ganz Europa massenhaft Chats aus der geknackten Software „Encrochat“ aus. Der verschlüsselte Messenger wurde vor allem von Kriminellen genutzt, wurde auch als „WhatsApp für Gangster“ genannt. Jetzt steht ein Mann aus Hamburg im Fokus: Er soll kiloweise mit Marihuana und Kokain gehandelt haben.

Ab Dienstag muss sich der 34-jährige Y. vor dem Hamburger Landgericht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Er soll zwischen April und Mai 2020 insgesamt fünf Kilogramm Kokain erworben und anschließend auf einem Supermarkt-Parkplatz am Diekweg in Osdorf verkauft haben.

34-Jähriger soll kiloweise Drogen verkauft haben

Seine Käufer fand Y. laut Anklage der Staatsanwaltschaft mithilfe der Verschlüsselungssoftware „Encrochat“, er selbst nannte sich dabei „devilschild“.

Zwischen Mai und Juni 2020 soll der 34-Jährige zudem mindestens 16 Kilogramm Marihuana von unbekannten Händlern gekauft und für bis zu 4800 Euro pro Kilogramm an die „Encrochat“-Nutzer „dirtyrebell“ und „ninoobrown“ weitervertickt haben. Insgesamt soll er mindestens 231.000 Euro verdient haben.

Das steckt hinter dem Messenger „Encrochat“

„Encrochat“ war ein Anbieter für verschlüsselte Chats und spezielle Smartphones. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und verkaufte speziell präparierte Android-Handys, auf denen ein eigener Messenger installiert war. Der Datenverkehr lief über Server einer Firma in Frankreich. Der Polizei in den Niederlanden und in Frankreich gelang es dann im Jahr 2020, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten zu knacken. Laut Europol hatte der Dienst mehr als 60.000 Kunden in mehr als 120 Ländern, darunter auch in Deutschland – und wie hier – auch in Hamburg. (aba)

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