Corona-Kontrolle
  • Eine Corona-Kontrolle auf dem Kiez im vergangenen Jahr. (Archivbild)
  • Foto: dpa

2G-Pflicht in Hamburg: Das gilt ab Samstag

180,9 – die Inzidenz in Hamburg hat am Dienstag die höchste Marke seit Beginn der Pandemie erreicht. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und der damit einhergehenden Belastungen für das Gesundheitssystem greift der Hamburger Senat nun durch: Ab Samstag gilt eine 2G-Pflicht.

„Ich habe immer gesagt, es wird darauf hinauslaufen, dass wir für Ungeimpfte mehr Beschränkungen brauchen als für Geimpfte“, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag im Rathaus. Diese Lage habe sich jetzt eingestellt.

Wie ist die Lage in Hamburgs Kliniken?

Die Lage in Hamburgs Krankenhäusern sei noch „stabil und moderat“, man müsse sich aber für die kommenden Wochen jetzt gut aufstellen, so Tschentscher. Die Stadt hat mit 1,94 aktuell die niedrigste Hospitalisierungsquote aller Bundesländer. Als Grund für die stabile Lage nannte Tschentscher die Impfquote Hamburgs. 75,1 Prozent der Hamburger:innen sind mindestens einmal geimpft, 73,1 Prozent sind vollständig geimpft. „Diese hohe Impfquote, das ist der Deich, der uns jetzt in dieser schweren vierten Welle schützt“, so der Bürgermeister.

Welche Regeln gelten ab Samstag in Hamburg?

Die 2G-Regel (Geimpft, Genesen) wird ausgeweitet auf Bereiche mit hohem Infektionsrisiko. Folgende Bereiche sind betroffen und für Ungeimpfte nun nicht mehr zugänglich:

  • Körpernahe Dienstleistungen – ausgenommen Friseure, Fußpflege und medizinische Behandlung
  • Die Gastronomie sowie Gastro-Bereiche in Einrichtungen und auf Weihnachtsmärkten
  • Clubs, Bars und Discotheken  
  • Sport in geschlossenen Räumen wie Schwimmbäder und Fitnessstudios
  • Freizeitchöre und -orchester

Was gilt für Kinder und Personal?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der 2G-Regelung ausgenommen. Ungeimpfte mit einem medizinischen Attest sind ebenfalls befreit. Wenn ungeimpftes Personal in einer 2G-Einrichtung tätig ist, muss sich täglich testen. Die weiteren Schutzkonzepte wie Maskenpflicht, Tests und Abstandsregeln bleiben bestehen.


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Wird 2G jetzt schärfer kontrolliert?

Die digitale Kontaktnachverfolgung soll dort, wo sie technisch möglich ist, bei 2G ebenfalls zur Vorschrift werden. „Wir haben in den zweieinhalb Monaten, die wir das Modell jetzt haben, rund 2000 dieser Kontrollen durchgeführt“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD). Vor allem würden kleinere Verstöße festgestellt. Allein in der vergangenen Woche wurden 17 Betriebe geschlossen, einige davon auch für einen längeren Zeitraum. Die Kontrollen sollen jetzt weiter intensiviert werden, um eine „saubere Umsetzung“ der Regeln zu gewährleisten, so Grote.

Was passiert, wenn die Maßnahmen nicht ausreichen?

„Sollten wir feststellen, dass sich die Entwicklung der stationären Patienten so entwickelt wie im Süden oder Osten, werden wir das 2G-Modell ausweiten“, sagte Bürgermeister Tschentscher. Wie genau das aussehen wird, ließ er zunächst offen.

Wird es eine Ausweitung der kostenlosen Bürgertests geben?

Alle Bürger:innen haben seit vergangenem Samstag wieder Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest pro Woche. „Wir werden auch in Hamburg weitere Teststellen haben“, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Aktuell gibt es in Hamburg knapp 100 Testzentren, die „sicherlich wieder aufwachsen“, so Leonhard.

Was sagt Hamburg zur Impfpflicht-Debatte?

„Es wird gesagt, eine Impfpflicht könnte die Gesellschaft zerreißen“, sagte Hamburg Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). „Aber wir müssen uns ernsthaft fragen, ob es nicht unser Land zerreißt, wenn wir uns dieser Frage als ultima ratio nicht nähern.“ Verschiedene Hamburger Grüne wie Landeschefin Maryam Blumenthal hatten am Montag eine Impfpflicht für Berufsgruppen gefordert, die mit vulnerablen Personen Kontakt haben. „Es verdichten sich jetzt die Argumente für eine solche Impfpflicht“, sagte Bürgermeister Tschentscher. Dies liege letztendlich aber in der Hand des Bundes.

Wie geht es jetzt weiter?

Zu den Hamburger Regeln kommen voraussichtlich weitere Maßnahmen hinzu, über die am Donnerstag die Ministerpräsidentenkonferenz berät. Im Gespräch sind neben einer Impfpflicht unter anderem auch eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr. Hamburg wird zunächst auf die Entscheidungen aus dem Bund warten, bevor die Eindämmungsverordnung in dieser Hinsicht diskutiert wird.

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