Iranische Fans bei der WM in Katar
Iranische Fans bei der WM in Katar
  • Nicht alle Iraner:innen unterstützen die Nationalmannschaft wie auf dem Bild.
  • Foto: IMAGO/USA TODAY Network

Menschenrechtler: Iraner (27) wegen Freude über WM-Aus erschossen

Nach Angaben von Menschenrechtlern ist ein Mann im Iran von Sicherheitskräften erschossen worden, nachdem er das WM-Aus der iranischen Nationalmannschaft durch ein 0:1 gegen die USA gefeiert hatte. Der 27-jährige Mehran Samak sei nach der Niederlage „von Sicherheitskräften in den Kopf geschossen“ worden, gab die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) bekannt.

Die iranische Auswahl hatte das Duell in der Gruppenphase gegen die als „Erzfeind“ angesehenen US-Amerikaner verloren und waren ausgeschieden. Die Niederlage hatte zu Enttäuschung, aber auch zu ausgelassenen Feiern als Form des Protestes im Land geführt. Im Zuge der monatelangen Demonstrationen im Iran unterstützen nicht alle Iranerinnen und Iraner die heimische Nationalmannschaft, die im ersten Gruppenspiel gegen England die Nationalhymne nicht mitgesungen und damit ein Zeichen der Solidarität mit den Protestierenden gesendet hatte.

Landesweiter Protest im Iran nach Tod von Mahsa Amini

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen hatte Samak in der Stadt Bandar Ansali am Kaspischen Meer hupend in seinem Auto die Niederlage gefeiert, bevor er erschossen wurde. Das Center for Human Rights in Iran (CHRI) mit Sitz in New York bestätigte, dass Samak von Sicherheitskräften getötet worden sei, während er feierte.

Das Land wird seit Mitte September von einer landesweiten Protestwelle erschüttert. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini im Polizeigewahrsam – sie war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll.

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Immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Protestierenden. Laut IHR wurden mindestens 448 Menschen durch Sicherheitskräfte getötet, das Militär spricht von mehr als 300 Todesopfern. Trotzdem setzt sich die Protesthaltung im Iran gegen das Mullah-Regime unvermindert fort. (aw/sid)

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