Cristiano Ronaldo und sein Trainer Fernando Santos
Cristiano Ronaldo und sein Trainer Fernando Santos
  • Fernando Santos verteidigt Ronaldo, lässt seinen Einsatz aber offen
  • Foto: Imago / PA Images

„Lasst ihn in Ruhe!“ Portugal-Trainer wird bei Ronaldo-Frage deutlich

Spielt er? Oder spielt er nicht? Cristiano Ronaldo bestimmt vor dem Duell mit dem Außenseiter Marokko weiter die Schlagzeilen. Erst lächelte Fernando Santos bei der heiß diskutierten Ronaldo-Frage noch kurz, dann holte er zu einer emotionalen Verteidigungsrede aus. „Lasst ihn in Ruhe“, polterte Portugals Trainer – und stärkte dem degradierten Cristiano Ronaldo damit demonstrativ den Rücken. Das habe er „nicht verdient nach allem, was er für den portugiesischen Fußball getan hat“.

Santos forderte, „die Polemik zu beenden“, doch die Berichte über Ronaldos angebliche Abreise-Drohung sorgen ausgerechnet vor dem kniffligen WM-Viertelfinale gegen Marokko am Samstag (16 Uhr/ZDF und Magenta TV) weiter für Wirbel. Wohl auch deshalb stellte Santos noch einmal klar, sein Superstar habe „zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass er die Mannschaft verlassen wird“.


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Und dennoch diskutiert fast ein ganzes Land über jenes Gespräch zwischen Trainer und Kapitän, in dem die Drohung gefallen sein soll. „Ich habe ihm natürlich alles erklärt. Cristiano war nicht glücklich“, sagte Santos, als er am Freitag ausführlich Stellung nahm. Ob Ronaldo gegen den aufmüpfigen Außenseiter Marokko erneut nur auf der Bank sitzen wird? Offen.

Portugals Premierminister meldet sich zu Wort

Ex-Mitspieler, frühere Trainer und andere Weggefährten, sie alle kommen in portugiesischen Medien in diesen Tagen zu Wort – selbst der Premierminister schaltete sich ein. „Ich denke, es ist einfacher, eine Regierung zu bilden, als die Startelf aufzustellen“, sagte Antonio Costa nach dem Sieg gegen die Schweiz (6:1), bei dem Ronaldo quälend lange 73 Minuten auf der Bank geschmort hatte.

Die große Sportzeitung „O Jogo“ bemühte gar den Slogan: Never Change a Winning Team. Santos, so die Forderung, solle sich nicht bewegen. Der wiederum schloss trotz des beeindruckenden Auftritts im Achtelfinale gegen die Eidgenossen nicht aus, dass es Wechsel in der Startelf geben könnte.

Fans wollen „Ronaldo-Ersatz“ Gonçalo Ramos wiedersehen

Geht es nach einer Mehrheit der Fans, dürfte sich das Szenario gegen Marokko wiederholen. Bei einer Umfrage des Sportmagazins „A Bola“ stimmten 93,6 Prozent der Teilnehmer für einen erneuten Startelf-Einsatz des Drei-Tore-Helden Gonçalo Ramos – und damit gegen Ronaldo?

Es ist womöglich eines der bittersten Jahre seiner Karriere. Bei Manchester United spielte er keine Rolle mehr, die Suche nach einer letzten Mission stockt – und selbst im Nationalteam, dort, wo er über Jahre verehrt wurde, ist er plötzlich nicht mehr unantastbar. Es droht der WM-Abschied als Auswechselspieler.

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Der gefallene Superstar, oftmals als Egozentriker verschrien, inszenierte sich vor dem Viertelfinale aller Kritik zum Trotz als Teamplayer. Portugals Team sei „zu vereint, um von äußeren Kräften zerbrochen zu werden“, schrieb er am Donnerstag auf Twitter.

Mitspieler haben Verständnis für Ronaldos schwierige Lage

Dabei hätten die Mitspieler sogar Verständnis für einen gefrusteten Ronaldo. „Glauben Sie, dass irgendjemand gerne auf der Bank sitzt?“, fragte Bruno Fernandes. Und Bernardo Silva betonte, dass Ronaldo vielleicht nicht ganz glücklich sei, denn „jeder will ja spielen“. (sid/nswz) 

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