Kai Havertz - sauer und enttäuscht
Kai Havertz - sauer und enttäuscht
  • Kai Havertz ist enttäuscht über das frühe Aus.
  • Foto: imago/Moritz Müller

Jetzt auch noch Katar! Die acht Tiefpunkte der deutschen WM-Geschichte

Vom Achtelfinal-Aus 1938 über die Schande von Gijon bis hin zur Katastrophe von Katar: Acht Tiefpunkte der deutschen WM-Geschichte.

WM 1938 in Frankreich – Aus im Achtelfinale
Vor der WM wird die seit Mai 1937 in 16 Begegnungen ungeschlagene „Breslau-Elf” gesprengt. Grund: Bundestrainer Sepp Herberger wird nach dem „Anschluss” Österreichs von den Nazis gezwungen, Spieler aus der Wiener Schule zu integrieren. „Aus zwei guten mach’ eine Bessere! Oh heilige Einfalt!“, schreibt Herberger in seinem Tagebuch. Der Versuch misslingt: Gegen die Schweiz gibt es in Paris ein 1:1, das Wiederholungsspiel endet trotz 2:0-Führung 2:4. Das Aus.

Zu viel Defensive kostet Deutschland das Halbfinale

WM 1962 in Chile – Aus im Viertelfinale
Erstmals bestreitet Deutschland ein großes Turnier außerhalb Europas. Nach vier Spielen geht es schon wieder zurück – so schnell wie zuletzt 1938. Die Gruppe gewinnt das DFB-Team zwar, im Viertelfinale gegen Jugoslawien (0:1) wird Sepp Herberger dann für seine defensive Taktik bestraft. In Deutschland wird der Bundestrainer stark kritisiert, hält aber an seinem Posten fest. Erst zwei Jahre später übergibt er an Helmut Schön.

Schmach oder Wunder – die Perspektive entscheidet

WM 1978 in Argentinien – Aus in der 2. Gruppenphase
Das 2:3 gegen Österreich ist längst in die Geschichte eingegangen – in Deutschland als „Schmach von Cordoba”, in Österreich als „Wunder”. Gleiches gilt für die Radioreportage von Edi Finger. „I wer’ narrisch”, schrie der Österreicher, als Hans Krankl in der 88. Minute das Siegtor erzielte. Für Krankl ist es bis heute eine „Sternstunde des österreichischen Fußballs, die in wunderschöner Erinnerung bleibt”. Für Helmut Schön war das denkwürdige Spiel sein letztes als Bundestrainer. Dass er aufhören würde, stand schon vor dem WM fest.

WM 1982 in Spanien – Finalniederlage
Nach der aus dem Ruder gelaufenen Vorbereitung am Schluchsee, später in „Schlucksee” umgetauft, wird die WM trotz des Finaleinzugs zum Desaster. Bei der „Schande von Gijon” schieben sich Deutschland und Österreich zunächst den Ball zu, weil beiden der 1:0-Spielstand zum Weiterkommen reicht. 13 Tage später springt Torhüter Toni Schumacher im Halbfinale dem Franzosen Patrick Battiston ins Gesicht. Dem Mittelfeldspieler fehlen zwei Schneidezähne, Schumacher erklärt, „die Jacketkronen” zu zahlen. Frankreichs Präsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Schmidt sehen sich genötigt, eine gemeinsame Presseerklärung herauszugeben.

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WM 1994 in den USA – Aus im Viertelfinale
Deutschland sei „über Jahre nicht mehr zu besiegen”, sagte Beckenbauer nach dem WM-Titel 1990. Eine Hypothek, die Nachfolger Berti Vogts vier Jahre später zu spüren bekommt. Der Titelverteidiger liegt im Viertelfinale gegen Bulgarien zwar in Führung, doch dann geht es schnell: Erst verwandelt Christo Stoitschkow einen Freistoß, wenig später gewinnt HSV-Profi Jordan Letschkow ein Kopfballduell gegen Thomas Häßler – den kleinsten Deutschen. 1:2, der Titelverteidiger verpasst erstmals seit 1978 den Sprung unter die besten Vier.


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WM 1998 in Frankreich – Aus im Viertelfinale
Eine WM zum Vergessen: Schon die Vorrunde wird vom feigen Attentat deutscher Hooligans auf den Polizisten Daniel Nivel überschattet, sogar ein Rückzug des DFB-Teams steht im Raum. Sportlich kommt das Aus des Europameisters im Viertelfinale gegen Kroatien. Christian Wörns sieht nach einer Notbremse an Real Madrids Star Davor Suker Rot, anschließend fällt das DFB-Team auseinander und verliert 0:3. Für Berti Vogts ist es in seinem 100. Länderspiel die höchste Niederlage als Bundestrainer. Im Amt bleibt er dennoch – aber nur bis September.

Deutschland scheitert. Überraschend?

WM 2018 in Russland – Aus in der Vorrunde
Deutschland startet als Titelverteidiger und Mitfavorit in das Turnier. Doch schon die Vorbereitung lässt erahnen, dass etwas nicht stimmt. Der Auftakt gegen Mexiko (0:1) misslingt, das Siegtor gegen Schweden (2:1) fällt erst in der Nachspielzeit. Gegen Südkorea (0:2) folgt dann das bittere Aus als Gruppenletzter. „Der Spruch, dass Deutschland am Ende immer gewinnt, ist nichts mehr wert”, schreibt die belgische Zeitung La Derniere Heure/Les Sports.

WM 2022 in Katar – Aus in der Vorrunde
Das Vorrunden-Aus von Russland wiederholt sich. Weil gleich der Auftakt gegen Japan (1:2) in die Hose geht, steht das Team von Hansi Flick von Beginn an unter Druck. Gegen Spanien (1:1) folgt zwar ein Punkt, doch dann ist gegen Costa Rica trotz eines 4:2-Sieges Endstation. Nach nur drei Spielen geht es wieder heim. (SID/nswz)

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